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-Gustav erhält von einem Unbekannten, immer wieder Briefe mit einem pinken Briefumschlag. Er glaubt es sei ein schlechter Scherz von irgendeinem Fan, doch das wird sich bald als Irtum herausstellen. Aus Spaß wird ernst. Aus harmlosen Briefen werden Drohungen...

-Hauptpersonen: Gustav(im laufe der Story kommt noch eine weitere dazu)

Teil 1
Are you sure(Bist du (dir) sicher)

„Jaja, ich bin ja gleich soweit“ rief Gustav genervt durch das Zimmer.
Wie so oft war der Terminplan von Tokio Hotel bis oben hin voll gepackt.
Ein Termin jagte den Anderen, doch der Preis für all die Arbeit lohnte sich. Sie sind berühmt, haben großen Erfolg und die Fans lieben sie. Abgesehen von ein paar Ausnahmen.

„Hey, Gustav“ rief Tom durch die Zimmer.
„Ich hab doch gesagt, GLEICH“ entgegnete Gustav genervt und seine Pulsader an der Schläfe fing gefährlich an zu pulsieren
„Regt dich ab alter, hab nur mal wieder einen dieser Liebesbriefe für dich. Da scheint wohl eine sehr hartnäckig zu sein“ erwiderte Tom grinsend und überreichte Gustav wieder mal einer dieser pinken Umschläge. Gustav nahm diesen lustlos an und verdrehte die Augen. Seit einigen Tagen erhielt er jeden Tag einen dieser Umschläge. Von Brief zu Brief wurden die Dinge, die darin standen, widerwärtiger. Anfangs noch harmlos. Geglaubt von einem kleinen Mädchen geschrieben zu sein, die total verknallt war und ihre Welt nur noch aus Herzen bestand und alles in ihrem leben nur noch der einen Person gilt. Jetzt für die meisten beängstigend und pervers. Die Person, die da hinter steckte war keinesfalls ein kleines verliebtes Mädchen. Einige Jahre musste sie oder er schon auf dem Buckel haben um solch Dinge zu schreiben oder da hang jemand zu viel vor dem Fernsehe und hatte sich Dinge aus albernen TV-Shows aufgeschnabt.

Angeekelt hielt Gustav den Brief nur mit den Fingerspitzen, als ob dieser die Pest hätte. Wer weiß was die Person beim schreiben des Briefes noch so trieb. Angeekelt über diese Vorstellung verzog er sein Gesicht und warf den Brief schnellstmöglich in den Abfalleimer.
„Willst du ihn nicht vorher lesen“ fragte Tom Entgeistert über dessen tat.
„Ich weiß schon was darin steht“ erwiderte er abfällig und machte sich wieder ans packen.

Toms Neugierde war jedoch so groß, das er den Brief wieder auf dem Eimer holte und öffnete.
„Hey was machst du da“ reagierte Gustav ärgerlich und versuchte Tom den Brief anzunehmen.
„Ach komm schon las mich lesen. Bis jetzt durften wir noch keinen einzigen dieser Briefe lesen, denkst du nicht das bist du uns schuldig“
Gustav zog eine Augenbraue hoch„Schuldig wofür?“ Tom grinste spitzbübig was veranließ das Gustav mal wieder seine Augen verdrehte. „Na schön mach was du willst, aber ich warne dich“

Keine zwei Minuten später fing Tom an lauthals loszulachen. Gustav war davon wenig beeindruckt und packte weiter. Er konnte sich sehr gut vorstellen was alles darin stand. Was die Person gerne mit ihm machen würde. Widerwärtig, dachte er sich und versuchte den Gedanken zu vergessen.
„Boah das ist ja krass. Die geht ja ran“ giggelte Tom und stupste Gustav von der Seite an, der unbeeindruckt die letzten Sachen in die Tasche packt und tonlos das Zimmer verließ, gefolgt von Tom, der sich immer noch an dem Brief amüsierte.

Unten in der Lobby angekommen warteten Bill und Georg, die beiden andren Bandmitglieder, ungeduldig. Ehe sie bei ihnen ankamen riss Gustav, in einem Unbeachten Moment, Tom das Stück Papier und den dazu gehörigen pinken Umschlag aus der Hand. Tom jault auf.
„Morgen“ begrüßte Georg die Nachzügler, „ihr habt lange gebraucht“
Gustav schielte kurz zu Tom, der wie eine beleidigte Leberwurst aussah, und murmelt ein „Ich wurde aufgehalten“ vor sich hin.
Bill, der es sich auf einem seiner Koffer gemütlich gemacht hatte, blickte müde auf und gähnte: „Ist ja auch egal wir müssen eh warten. David ist etwas dazwischen gekommen“

Die Lobby, in der sie sich befanden, sah sehr nobel aus. Durch zwei große Glastüren wird man freundlich empfangen. Am Eingang befand sich ein dunkel blauer Teppich, der bis zum Schalter reichte. Die Wände waren in einem warmen und dezenten blau gestrichen. Hier und da standen Pflanzen und Vasen, hingen Bilder, die es umso gemütlicher ausschauen ließen.
Gustav, der sich die Empfangshalle nochmals genauer ansah, erblickte vor den Glastüren eine Herde voller Fans, die nur darauf warteten das die Vier das Hotel verließen. Wie in einem Schaufenster fühlend erhuschte Gustav etwas seltsame. Eine schwarze, leider unerkennbare, Person stand in mitten der Menge und hielt, wenn seine Augen ihn nicht trübten, einen pinken Briefumschlag in der Hand. Kopfschüttelnd schaute er abermals hin, doch nichts. Die Person war weg oder hatte er es sich nur eingebildet? Lächelnd wandte er sich weg.

„Hey, Gustav…Gustav“ schreckhaft zuckt dieser zusammen. Georg rief ihn schon zum tausendsten Mal, doch Gustav schaute wie gebannt nach draußen. Stirnrunzelnd schaute er seinen Freund an: „Komm wir setzen uns dahinten in die Bar. Hier fühlt man sich wie in einem dieser Schaufenster“
Ehe sie in die Bar eintraten, wagte Gustav nochmals einen Blick zum Eingang, doch nichts zu sehen. Gustav, du hast Halluzinationen, sagte er zu sich selbst.

An einem kleinen runden Tisch nahmen die vier Platz. Die Bar war ebenso wie die Lobby, in einem dezenten blau Ton gestrichen und es herrschte eine angenehme Atmosphäre. Für Konversation waren, zumindest drei der Bandmitglieder, zu müde, doch einer rutschte ungeduldig auf seinem Stuhl hin und her. Schon am frühe morgen dreht sich Gustav genervt zu Tom rüber, der schaute ihn bettelnd an.
„Nein“ kopfschüttelnd und mit fester Stimme ertönte Gustavs Stimme in der Runde. Georg und Bill schauten ihn fragend an und Tom schaute noch flehender. Gustav wusste ganz genau was Tom wollte und diesen Gefallen wollte er ihm nicht tun.
„Bitte Gustav, die Beiden sollen den auch mal lesen“
Mit seinem Dackelblick versuchte Tom, Gustav zu überreden, doch der blieb eisern und schüttelte verneinend den Kopf. Langsam erwachten die Anderen Beiden und wurden hellhörig.
„Um was gehst, wenn man fragen darf“ mischte sich Bill ein.
„Gustav hat mal wieder einen dieser pinken Briefe bekommen und ich sag euch, was da drin steht, haut euch um“ sprudelte es nur so aus Tom und grinste verschmitzt
. Gustav warf ihm einen böse Blick zu, doch dies interessiert ihn wenig.
Georg breitete seine Arme auf dem Tisch aus:
„Na was hat das kleine verliebte Mädchen geschrieben?“
„Hoho so klein wirkt sie aber nicht“ erwiderte Tom in hohen Tönen und lehnte sich auf seinem Stuhl zurück. „Gib mal“ warf Bill ein.
Gustav, der so früh am Morgen keine Lust auf streiten hatte, kramte den Brief mit dem pinken Umschlag aus seiner Hosentasche, wo er ihn kurze Zeit davor reingesteckt hatte, und legte ihn auf den Tisch. Wie die Geier stürzten sich seine Bandkollegen darauf.
Deren Gesichter änderte sich von erstaunt, entsetzt bis zum amüsierenden über.
„Haben wir wirklich so perverse Fans. Da bekommt man ja schon fast Gänsehaut“ verkündet Bill nach vollendetem lesen.
„Ach hab dich nicht so. Dahinter steckt sicher ne heiße Braut, die ganz scharf auf unseren Juschtel hier ist“ erwidert Georg und amüsierte sich mit Tom weiterhin an dem Brief.
„Und was wenn das irgend so ein Spinner-“
„Ach quatsch. Da steckt kein Spinner und keine heiße Braut dahinter. Da erlaub sich jemand einen schlechten scherz“ fiel Gustav, Bill ins Wort.
„Bist du sicher?“ hackte der nach.
„Jaja“ antwortete er nur darauf, riss den Beiden den Brief aus der Hand und steckte ihn wieder in seine Hosentasche. Auf deren Fantasien hatte er in diesem Moment keine Lust und damit schloss er das Thema, glaubte er zu diesem Zeitpunkt zumindest, doch das sollt sich bald ändern...


 

Teil2
„Pass auf mein Junge!“

„3...2…1…los“
Immer und immer wieder probten Tokio Hotel ihren Auftritt für The Dome. Immer und immer wieder wollte es nicht klappen. Entweder versagte die Technik, Bill versang sich, einer der andern Drei verspielte sich oder verpasst seinen Einsatz.
So oft wie sie das Lied schon spielten sollten solche Patzer nicht mehr passieren, doch irgendetwas Düsteres verband diesen Tag. Allein das Wetter vermieste einen die Laune. Graue, dicke Wolken bedeckten den Himmel und machten ein durchkommen der Sonne unmöglich. Etwa jede 10 Minuten fing es an zu nieseln und es sah ganz nach Gewitter aus!

Noch vier Stunden bis zum Eventbeginn. Langsam aber sicher waren alle mit den Nerven am Ende. Was wenn später beim live Auftritt ebenso viele Patzer geschehen? Was wäre das für eine Blamage. Warum wollte es heute nicht klappen?

„Gustav…nicht schon wieder“ brüllte der Manager von Tokio Hotel ihn an. Wieder mal verspielte er sich und das regte die Nerven des Managers umso mehr an. Gustav wusste selbst nicht warum er sich andauert verspielte. Normalerweise konnte er es im schlaf spielen. Normalerweise…heute konnte er sich jedoch nicht richtig konzentrieren.
„Das geht so nicht…20 Minuten pause“ verkündete ihr Manager gereizt und verließ gestresst die Bühne. Gustav legte unsanft seine Sticks zur Seite, erhob sich vom kleinen Stuhl am Schlagzeug. Ebenso gestresst lief er die paar Treppen hinunter, hinter die Bühne, entlang einem langen schmalen Flur und blieb vor einer weißen Tür mit der Aufschrift “Tokio Hotel“ stehen. Hinter der Tür befand sich ein kleiner und nicht sonderlich gemütlicher Raum. Die Wände waren, wie der Rest auch, weiß gestrichen. Eine dunkelgraue Couch und ein kleiner Beistelltisch verzierten die Mitte des Raumes. In einer der Ecken stand eine Art Kühlschrank befühlt mir Getränken. Seufzend öffnete Gustav diesen und entnahm ihn eine Flasche Cola. Erschöpft ließ er sich auf die Couch nieder und nahm einen kräftigen Schluck der braun, schwarzen Flüssigkeit. Kalter Kaffe wie ihn Gustav immer so schön nannte. Koffeinhaltig, doch vom Geschmack her tausendmal besser.

Gerade als Gustav dachte er könne sich fünf Minuten entspannen wurde die Tür unsanft geöffnet und es stand kein anderer als ihr Manager dort. Wortlos schloss dieser die Tür hinter sich und platzierte sich genau vor Gustav. Er sah nicht sehr erfreut aus, was man auch seinem Ton entnehmen konnte.
„Gustav, egal was dir auch durch den Kopf geht, vergiss es und konzentrier dich gefälligst aufs spielen. Wehe du verpatzt es wieder, verstanden?!“
Gustav nickte leicht eingeschüchtert. Der Manager blickte ihn nochmals finster an und verließ, ohne weiteres zu sagen, den Raum. Tja, so ist die Musikbranche. Knallhart und privates hat darin nichts verloren.

„So jetzt versuchen wir es noch einmal und ich hoffe diesmal klappt es ohne irgendwelche Patzer“ ertönte die Stimme des Managers in der großen Halle. Locker hielt Gustav seine Sticks in der Hand und atmete nochmals tief ein und aus. Die ersten Takte wurden angespielt und einer nach dem Anderen stieg ein. Unter Druck versuchte Gustav einen Takt nach dem Anderen fehlerlos zu spielen. Bills Stimme erhörte man in alles Ecken der Halle und zu allen erleichtern sitze jeder Takt. Die letzten Strophen wurden gesungen, als der Tonmanager ein komisches Geräusch vernahm. Es hörte sich wie eine Art knacksen an. Mit besorgten Augen versuchte dieser die Urasche dessen zu finden. Sein Blick durchschweifte die ganze Bühne bis er, zu seinem entsetzten, die Urasche dafür entdeckte.

Eine der Bühnenbeleuchtung, die genau über Gustav hang, wackelte gefährlich und drohte hinunterzustürzen. Nach kurzem Starren schrie er so laut er konnte “ACHTUNG“. Abrupt hörten alle auf zu spielen. Der Scheinwerfer fing wieder an zu knacken und eine Halterung löste sich. „Gustav über dir“ schrie nun auch Bill und deutet mit dem Finger über Gustav. Er folgte den Weg des Fingers bis er es schließlich entdeckte und wie gelähmt und mit weit aufgerissenen Augen sitzen blieb. Irgendetwas blockierte ihn und verhinderte das Aufstehen. Wie in Zeitlupe löste sich ebenfalls die zweite Halterung und unter dem Gewischt des Scheinwerfers riss das Stromkabel. Mit Funken und einer ernormen Geschwindigkeit steuerte sie genau auf Gustav zu, der immer noch wie versteinert da saß. In letzter Sekunde erkannte er den Ernst der Lage und sprang zur Seite. Laut krachte der Scheinwerfer zu Boden und erwische dabei Gustavs Fußknöchel. Aus dessen Munde entfloh ein Schmerzenschrei.

Besorgt liefen alle zu ihm.
„Scheiße“ fluchte der und lehnte sich gegen die Wand. Seinen Fuß konnte er nur schwerlich bewegen und jede kleinste Bewegung tat weh.
„Wie konnte das passieren?“ fragte Tom Entgeistert.
„Das frag ich mich auch“ fügte der Manager von Tokio Hotel wütend bei und schaute zu den Verantwortlichen.

„Tut’s weh?“ erkundigte sich Bill und kniete sich zu ihm. Tom und Georg waren damit beschäftigt den kaputten Scheinwerfer zu betrachten, anstatt ihrem Bandkollegen zu helfen.
„Na ja, kann man ertragen“ erwiderte er scherzhaft, was Bill ebenfalls ein Lächeln auf die Lippen zauberte. „Ich frag mich nur wie as passieren konnte“
Beide starrten nach oben und man sah das Stromkabel immer noch funken.

„Das gibt’s doch nicht“ halte es durch die Halle
Ein Arbeiter war nach oben geklettert um die Urasche für den Vorfall herauszufinden und dem Anschein nach bekam er es auch raus.
„Was hast du entdeckte“ frage einer seiner Kollegen dem Arbeiter.
„Das war kein Zufall“ riefe er nach unten, „da hat jemand dran rumgefuchtelt. Wie es aussieht wurde es angeritzt“
Schockiert rissen die unten stehenden die Augen auf. Gustav fiel von allen Wolken. Es war Absicht, jemand wollte dass sie runter fiel. Vielleicht sogar geplant auf mich, dachte sich Gustav und war umso mehr geschockt.
„WIE BITTE!“ erwidert deren Manager noch zorniger, als zuvor. „Wie konnten sie nur so unvorsichtig sein. Es hätte noch viel schlimmer kommen können. Was wenn Gustav nicht zu Seite gesprungen wäre, was…“ Ihr Manager den Leuten die Hölle heiß, das Gustav nur lächeln konnte. Sie taten ihm jetzt schon leid. Er wusste ganz genau wie ihr Manager ausrasten konnte und dann gab es kein entkommen.

Georg und Bill stützen Gustav und brachten ihn hinter die Bühne.
Den Auftritt in drei Stunden konnte sie sich abschminken…

„Hee…hee…hee…“
Nur das Röcheln der unbekannten Person hörte man in dem kleinen Raum.
Eine kleine Lampe, die auf dem schmutzigen Tisch stand, spendete einen schwachen Lichtschimmer. Das kleine Fenster rechts neben ihm war leicht gekippt um man hörte den lauwarmen Sommerwind draußen pfeifen. Ein Ast, der draußen stehenden Bäume, kratze am Fenster und verursachte somit scheußliche Geräusche. Der Qualm der Zigarette spiegelte sich im Lichtstrahl. Seine linke, große Hand legte er neben dem zerrissenen Foto ab. Seine großen, schwarzen Augen starrten den darauf abgebildeten blonden Jungen mit lockigem Harren an. Rechts neben dem Jungen sah man die Rissspur. .
Der Unbekannte nahm einen kräftigen Zug seiner Zigarette und blies dessen Qualm genüsslich aus seinem Munde.
„Du hattest Glück mein Junge. Es wäre ja wirklich bedauerlich, wenn’s jetzt schon zu ende wäre. Jetzt, wo es so einen spaß macht“ Höhnisch lachte dieser auf und bekam, dank dem Qualm, einen Hustanfall.
„Ich krieg dich“ kräzte er und drückte die Zigarette auf dem Bild aus. Genau mitten ins Gesicht und der Geruch verbrannten Plastiks erfüllte den Raum.
„Ich krieg dich...warts nur ab“


Teil 3
Nicht einschlafen!


Tick…tick…tick…gleich macht’s klick
Die Uhr an der Wand zeigte 02:17Uhr in der Nacht. Der Vollmond strahlte mit seiner vollen bracht am klaren Nachthimmel. Durch das offene Fenster bahnten sich die Strahlen um sich in den kleinen Raum niederzulegen. Ein warmer Nachtwind wehte ins Zimmer und ließ die Vorhänge hin und her schwingen. Rechts neben dem Fenster stand ein Bett und ein gelangweilter Gustav obendrauf. Er bekam in dieser Nacht kein Auge zu. Die Zeit vertrieb er sich mit zählen des Tickens, jedoch nervte ihm langsam aber sicher dies. Ohne zu zögern sprang er vom Bett auf, schnappte sich die Wanduhr gegenüber und schmisse sie mit voller wucht aus dem Fenster. Mit lautem kracken zersprang sie draußen auf dem Asphalt, doch das Ticken hörte nicht auf. Gustav wollte gerade das Fenster schließen, doch etwas hielt ihn davon ab. Eine Stimme! Leider unverständlich. Er konzentrierte sich darauf um etwas zu verstehen. Plötzlich riss er vor entsetzten die Augen auf und ging einen Schritt zurück. Panisch suchte er woher und zu wem die Stimme gehört. Niemand zu sehen. Verwirrt griff er nach dem Fenstergriff um es zu schließen. „Ich krieg dich“ diese Worte kamen mit solch einem kräftigen Windstoß, das es Gustav hinderte das Fenster zu schließen. Mit dem zweiten Windstoß kamen duzende pinke Umschläge ins Zimmer geflogen…immer mehr. Verzweifelt versuchte Gustav zu verstehen was gerade vor sich ging.
„Ich krieg dich…ich krieg dich…ich krieg dich…“
Ununterbrochen ertönte diese Stimme und kam immer und immer näher. Sie drückten Gustav gegen die Wand, es hinderte ihn sich zu bewegen. Kalter Schweiß lief ihm übers Gesicht. Am Fenster war etwas Schwarzes zu erkennen. Es kam näher und näher. Verschlang all das Licht um sich. Mit enormer Geschwindigkeit steuerte die Dunkelheit auf Gustav zu „ICH KRIEG DICH“


Schreckhaft erwachte Gustav und war schweißgebadet. Hecktisch und schwer atmend drehte er sich im Bett um sich selbst, um das ganze Zimmer zu kontrollieren. Alles war genau wie in diesem schrecklichen Albtraum. Die Uhr zeigte 02:17Uhr in der Nacht, das offene Fenster links neben dem Bett, der strahlende Vollmond am Nachthimmel. Panisch zwickte Gustav sich in den Arm in der Hoffnung es könnte nur wieder ein Traum sein, doch ohne Erfolg. Es war die Realität. Eine erschreckende Realität. Mit schweren Schritten, da sein rechter Fußknöchel, von dem Unfall vor vier Tagen, immer noch etwas schmerzte. Bei The Dome konnten sie natürlich nicht mehr auftreten, was die Medien sehr zum grübeln brachte. Viele sprachen vom aus von Tokio Hotel und noch schlimmeres. Totaler Schwachsinn was die Vier beim nächsten Interview gleich dementierten.

Am Fenster angekommen streckte Gustav seinen Kopf weit aus dem Hotelfenster um seinen wirren Gedanken einen Sinn zu geben. Kopschüttelnd erklärte er sich selbst für verrückt, zog seinen Kopf wieder rein und legte dabei seine linke Hand aus Fensterbrett. Gustav verzog sein Gesicht fragend. Etwas befand sich unter seiner Hand auf dem Fensterbrett. Immer schwerer atmend senkte er seinen Blick und hoffte nicht das vorzufinden was er glaubte. Zu seinem entsetzten war es jedoch genau dies. Ein pinker Briefumschlag!! Panisch nahm er ihn an sich, schloss das Fenster und setzte sich aufs Bett. Nachdem Gustav sich einigermaßen beruhigte, öffnete er langsam und mit zittrigen Händen den Umschlag. Dabei musste er sich des öffteren den Scheiß von der Stirn wischen. Sein Herz schlug so heftig gegen seinen Brustkorb, das er glaubte es würde jede Minute zum stillstand kommen. Verwirrt blickte Gustav in den Umschlag. Nichts…rein gar nichts befand sich darin. Was sollte es bedeuten? Wer erlaubte sich einen solch schlechten Scherz? Was ging hier vor…

„Du siehst echt furchtbar aus“ stellte Tom fest und betrachtete den müde ausschauenden Gustav. Dieser bekam nach dem Vorfall letzter Nacht kein Auge mehr zu. Die ganze Zeit versuchte er eine Erklärung dafür zu finden. Wie kam der pinke Umschlag, dessen Inhalt leer war, da hin? Das Zimmer befand sich auf dem dritten Stock, also wie konnte jemand den Umschlag auf das Fensterbrett legen? Gab es einen Zusammenhang zwischen dem Traum und der Realität oder war es nur Zufall?

Bill, Tom Gustav und Georg waren in ihrem Lieblingskaffe in Hamburg. Das Cafe befand sich in einem nicht sehr bewegten Teil, dennoch lief das Geschäft hervorragend. Tokio Hotel waren hier sehr Willkommen und schon fast Stammkunden. Sie besaßen ihren Stammplatz, der durch eine kurze Wand vom Rest des Cafes getrennt ist. Hier konnten keine Fans oder Hater sie beim ruhen stören. Auf dem runden Tisch standen eine Kerze, ein Aschenbecher und eine Bestellkarte, die die Vier höchst selten benutzten. Fast immer bestellten sie hier das Gleiche und sogar die Bedienung kannte ihre Vorlieben. Die Bedienung bestand aus einer leicht molligeren Frau ende zwanzig. Ihre dunkles, mittellanges Harr legte sich auf ihren etwas breiteren Schultern ab. Ihr Name lautete Miriam, doch so gut wie sich Tokio Hotel mit ihr verstanden, durften sie sie auch Miri nennen.

Gustavs dicke schwarze Augenringe waren schwer zu übersehen und wenn er in diesem Moment alleine wäre, würde er hier auf der Stelle im sitzen einschlafen.
„Ich konnte die Nacht nicht schlafen“ erwiderte Gustav auf Toms Aussage und gähnte kräftig. Gustav beschloss den Anderen vorerst nichts zu erzählen, da sie ihn eh für verrückt erklären würden.
„Hey ihr vier, was darfs sein?“ begrüßte Miri sie freundlich und warf Gustav einen fragenden Blick zu. „Ach Miri, du weißt doch ganz genau was ich will“ beantworte Tom ihre Frage und setzte sein Checkerlächeln auf. Miri kannte Toms Masche nur zu gut und schüttelte Lächelnd den Kopf.
„Ich vermute Mal für euch drei Red Bull und für dich Gustav einen kalten Kaffe, wobei ich dir heute raten würde einen heißen Kaffe zu nehmen“ verkündete sie und deutet dabei mit ihrem Kugelschreiber auf die jeweiligen Personen. Jeder der Gustav etwas näher kannte, wusste von seiner Spezielen Nennung von Cola.
„Nene, kalter reicht vollkommen“ nuschelte Gustav uns setzte seine schwarze Sonnenbrille auf, da ihm sie Blicke seiner Kollegen nervte.
„Bin ja mal gespannt wie du den heutigen Tag überstehen willst“ lachte Bill auf. Tom und Georg setzten mit ein und in der Zwischenzeit stelle Miri ihnen ihre Getränke auf den Tisch.
„Was hast du denn angestellt?“ fragte nun auch Miri, da ihre Neugierde die Oberhand gewann. „Der Gute hat einen über den Durst getrunken“ winselte Tom und lachte weiterhin. „Sehr witzig.“ erwiderte Gustav keck. Er fand all dies nicht sehr witzig, versuchte sie zu ignorieren und konzentrierte sich aufs trinken. Allein das war anstrengend, langsam fragte auch er sich wie er diesen tag nur überstehen sollte. Zwei Zahnstocher wären ne Lösung…
Miri die nicht verstand was vor sich ging, beließ es dabei und bediente die anderen Gäste.



Teil 4

„Ich krieg dich“

„Piep…piep…piep…hey süßer aufwachen“ erklangen diese Worte in einem sehr verführerischen Ton in Gustavs Ohren. Grinsend drehte der sich im Bett auf die andere Seite und erfreute dich endlich mal wieder an einem normalen Traum, ohne das in irgendeiner Form ein Pinkerumschlag darin auftauchte.
„Aufwachen“ hauchte die Stimme ihm abermals ins Ohr, wobei er den warmen Atem an seiner Wange spürte. Für einen Augenblick hielt Gustav den Atmen an. Zu intensiv spürte er den Atem, als das dies ein Traum sein konnte. Eine Art Angst überfiel ihn, was ihn hinderte seinen Augen zu öffnen. Wieso angst? Weshalb verspürte Gustav Angst? Es gibt keinen Grund dafür, dachte er sich und öffnete die Augen einen Spalt weit.
„Wahhh…!“ brüllte Gustav auf und sprang einen Satz nach hinten. „Spinnst du“ fügte er noch erleichtert bei. Bill, der sich das Lachen nicht mehr verkneifen konnte, lachte lautstark auf. „Dein Gesicht hättest du sehen sollen“ giggelte er weiter und bekam sich kaum noch ein.

„Warum bist du in letzter Zeit nur so schreckhaft?“ fragte Bill, nachdem er sich wieder einigermaßen einkriegte und wischte sich eine Träne des Lachens weg.
Er hatte Recht. Gustav war in letzter Zeit wirklich sehr schreckhaft. Desöfteren bekam er diesen Alptraum. Seit Wochen schon, doch er wusste immer noch nicht was er bedeutete. Nicht zu vergessen die pinken Umschläge, von denen er nicht wie vorher jeden Tag, sondern nur noch jeden zweiten Tag einen bekam. Das erschreckende die Umschläge waren die letzten Wochen immer leer und an Stellen zu finden, wo es scher war hinzugelangen. In Taschen, im Zimmer, doch nie war jemand zu sehen. Keiner wusste davon. Dies wollte Gustav nicht, behielt seine Sorgen für sich und bekam kein Auge mehr zu, was sehr an seinen Kräften zehrte und ebenso an seiner Konzentration.
„Auf mach dich fertig wir wollen gehen“ riss ihn Bill aus den Gedanken und erhob sich schwunghaft vom Bett.
„Ähm sag mal warum bist du eigentlich schon so früh wach und sogar fertig gestylt?“ fragte Gustav verblüfft ehe Bill das Zimmer verließ. Dieser grinste spitzbübig und stupste sich an die Nase.
„Tja, es ist so ein schöner Tag, den darf man nicht verschlafen“
Irgendetwas war komisch an Bills antwort, doch Gustav hatte weitaus größere Probleme, um sich darüber Gedanken zu machen.

Das Bad bestand an den Wänden, wie auch auf dem Boden und an der Decke aus weiß, glänzenden Fließen. Die frühe Morgensonne strahlte durch das kleine Fenster über der Badewanne. Gustav schaute sich im Spiegel an und erschrak. Er sah in letzter Zeit echt furchtbar aus und die schwarzen Augenränder wollten auch nicht so ganz verschwinden. Was würde er nicht dafür geben eine Nacht unbeschwerd durchzuschlafen. War eine Nacht wirklich zu viel verlangt…dem Anschein nach schon. Seufzend öffnete Gustav den Wasserhahn und spritzte sich kaltes Wasser ins Gesicht. Hoffentlich hatte dieser Spuck endlich ein ende. Was Gustav zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, das war erst der Anfang.

„Auf in den Kampf. Es war schön euch gekannt zu haben“ verabschiedete sich Tom spielerisch von den Anderen. Über diesen Scherz schüttelten Georg und Gustav grinsend den Kopf. Das Verlassen des Hotels war immer ein Kampf. Jedes mal bekamen die Fans ihren Aufenthaltsort heraus und blieben meist über Nacht vor dem Eingang um die Vier wenigstens einmal ganz Nahe zu sein. Vor einem Jahr hätte dies niemand für möglich gehalten.
„Ach Tom wo ist eigentlich dein Zwilling?“ fragte Gustav und schaute suchend um sich. „Ähm...“ machte Tom und blickte ebenfalls um sich. „er hat vorhin irgendetwas zu mir gesagt, aber hab nicht zugehört“
„Trottel“ erwiderte Gustav, lief an ihm vorbei Richtung Ausgang und gab Tom dabei einen leichten Schlag auf den Hinterkopf.

Wie üblich überfielen die Fans Tokio Hotel. Autogramme schreiben, hier ein Foto da ein Foto. Dabei konnte man schnell den Überblick verlieren und zerquetsch werden. Ein Glück gab es noch die so genannten Leibwächter, die aufpassten, dass die Sache nicht eskalierte.
„Hallo Mister“ erklang eine sehr junge Stimme in Gustavs Ohren. Er folgte der Stimme und entdeckte ein kleines Mädchen links neben ihm stehen. Sie schien nicht älter als fünf Jahre zu sein. Ihre schwarzen, langen Locken und ihre großen Kulleraugen ließen sie wie eine Puppe ausschauen. Auffällig war das Pinkekleid, das sie trug. Kinderlieb wie Gustav war bückte er sich zu ihr runter um besser mit ihr reden zu können. „Was gibt’s kleines?“ fragte er freundlich und lächelte. Das Mädchen nahm ihre linke Hand hinter dem Rücken hervor. Gustav wäre fast nach hinten umgekippt. „Das soll ich ihnen geben“ meinte sie mit ihrer Engelsstimme. Sie streckte ihm die Hand, in der sie einen Pinken Umschlag hielt, entgegen. Mit zitternden und schwitzigen Händen nahm er es an sich. Langsam und vorsichtig öffnete Gustav diesen und eindeutig befand sich diesmal etwas darin. Ein zerbissenes, weißes Blattpapier entnahm er dem Umschlag. Es war in der Mitte zusammen gefaltet und sah recht schmutzig aus. Mit jeweils nur zwei Fingern jeder Hand faltete er das Blatt auf.
„ICH KRIEG DICH!“ klebte ganz groß aus zusammen geschnittenen Zeitungsbuchstaben drauf. Gustavs Atem wurde schwerer. Sein Herz klopfe unregelmäßig schnell. Panisch klappte er das Blattpapier wieder zu, ehe jemand das draufstehende lesen konnte. Schockiert blickte er zu dem Mädchen, die immer noch mit ihren großen Augen da stand.
„Wo…woher hast du das, kleines?!“ Stotterte er und schluckte schwer.
„Da hinten einer mit schwarzen, langen Harren hat gesagt ich soll das dir geben und dafür hat er mit den schönen Lutscher geben“ prallte die Kleine mit ihrer Beute und deutet mit dem Finger geradeaus. Eher Gustav weitere Fragen stellen konnte, verschwand sie in der Menge. Gustav erhob sich und blickte hektisch in de Gewisse Richtung. Auf der anderen Straßenseite erkannte er eine schwarze Gestalt, die in die nächste Straße einbog. Ohne nachzudenken setzte sich Gustav in Bewegung, drängte sich durch die Masse, ignorierte die Rufe und fixierte nur die eine Richtung.
„Gustav, hey Gustav wohin gehst du“ rief Tom ihm nach, doch zu spät, er war schon außer höhrweite. Tom sah keine Chance sich durch die Masse zu drängen.

Die schwarze Gestalt besaß einen erheblichen Vorsprung. So schnell Gustavs Beine ihn voranbringen rannte er ihr nach. Es schien ihm dennoch er würde der Person nie näher kommen. Sie war ihm immer einen Schritt voraus. Keuchend entzog Gustav seinem Körper die letzten Kräfte. Der Schweiß floss ihm unter der prallen Sonne nur so übers Gesicht. Die Sonnenstrahlen blendeten ihn dazu auch noch und erschwertem ihm die Sicht. Gustav erkannte mit mühe wie die Person rechts in die nächste Straße einbog. So schnell er konnte, folgte er ihr und stieß mit einer unerwarteten Person zusammen.
„Bill…was…machst…du denn hier?“ kam es in Bruchstücken aus Gustavs Munde, der seine Hände auf seinen Knien anstützte. Schwer atmend und total verschwitzt rankten seine Lungen nach Luft.
„Ähm…ich hab Tom doch gesagt das ich keinen bock auf die Fans habe und mich deswegen unbemerkt davonschleichen werde“ erwiderte er und fuhr nervös mit seiner Hand durch sein, heute morgen noch frisiertes und jetzt zerzaustes Haar.
„Sag mal hast du hier eine Person mit schwarzem, langem Haar vorbeilaufen gesehen?“
„Nein“ antwortete Bill und blicke Gustav fragend an.
Gustav schaute ungläubig drein. Wie konnte Bill ihn nicht sehen? Er war sich ganz sicher, dass diese Person hier abbog und die Straße war ziemlich schmal und endlos lang, als das die Person unbemerkt an Bill vorbei laufen konnte. Geräuschvoll atmend blickte Gustav um sich in der Hoffnung irgendetwas zu entdecken. Er entdeckte etwas komisches, doch an Bill. Sagte das Mädchen nicht die Person besäße lange, schwarze Haare?! Bill hatte schwarze Haare und sie waren auch relativ lang.
Konnte das möglich sein? War die unbekannte Person gar nicht so unbekannt? Zweifelnd fuhr sich Gustav mit der Hand übers Gesicht, um sich den Schweiß abzuwischen. So ein Unsinn, dachte er sich und versuchte diese Blödsingen Gedanken Loszubekommen. Das konnte nur ein komischer Zufall sein, mehr nicht.
„Lass uns gehen“ riss ihn Bill aus den Gedanken.
„Wo sind wir hier eigentlich?“ fragte Gustav verloren. Er hatte wirklich keinen Plan wo er war. So fixiert die Person zu schnappen, bemerkte er nicht wo hin er ging.
„Komm ich kenne den Weg“ verkündete Bill und lief voraus. Gustav folgte ihm und schaute des Öffteren nach links und rechts. Wohin war die Person so schnell verschwunden…


Teil 5
„Guten Appetit“

Der Wind rasselte durch die Bäume, die Sonne bedeckte die Welt mit ihren warmen Strahlen, die Vögel zwitscherten fröhlich durch die Gegend, doch irgendetwas Düsteres hang in der Luft. Der Wind blies die Blätter von den Bäumen, dicke schwarze Wolken verdeckten die Sonne und die Vögel flogen hektisch davon. Ein Einziger erfreue sich am Wetterwechsel. Düster, verschlossen und böse konnte man das Innere seiner Seele beschreiben. Unbemerkt kam er überall hin oder kannte er sein Opfer? Kannte er es persönlich und wusste immer wann und wo er war? War er vielleicht immer am demselben Ort?
Der Himmel fing an zu weinen. Die Regentropfen fielen zu Boden, befeuchteten ihn, sickerten in die Erde und beendeten dort ihre Reise. Der Unbekannte zog seine Kapuze tief ins Gesicht, somit niemand ich erkennen konnte. Alle Menschen um ihn suchten Schutz vor dem Regen, liefen davon oder öffneten ihre Regenschirme. Es entstand eine scharr bunter und verschiedenster Regenschirmen. Der blonde junge Mann gab zügig sein letztes Autogramm und verzog sich in den schwarzen Van. Die Fans ignorierten die Wassertropfen und verfolgten zielstrebig ihr Ziel. Ihrem Star so nahe wie möglich zu kommen. Dieser Anblick erfreute den Unbekannten zutiefst. Er verfolgte sein Ziel ebenso verbissen, bis er es schließlich erreichen würde. Genüsslich hob er seinen Kopf und spürte die lauwarmen Tropfen, die auf seinem Gesicht niederprasselten. Der Van fuhr an und bahnte sich den Weg durch die Masse. Die schwarzhaarige Person grinste diesem böse hinterher.
„Bald, bald ist es soweit. Ich kriege DICH“ nuschelte er vor sich hin und zündete sich eine Zigarette an. Gierig zog er an dieser und blies den blauen Qualm in die Luft, der sogleich von den Regentropfen mit zu Boden gerissen wurde.
Abermals blickte der Unbekannte dem Van hinterher, der kaum noch zu erkennen war, kam hinter dem Baum hervor, schnipste die nur halbgerauchte Zigarette weg und verschwand in den Regenmassen.

Düster verbreiteten sich die dunklen und schwarzen Regenwolken im zuvor, von jeglichen Wolken befreitem Himmel. Gustav schaute genervt aus dem Vanfenster. Seine nassen, lockigen Haaren trocknete er sich mit einem Tuch Seine halb nassen Klamotten klebten ihm am Leib was sehr unangenehm war. Bill wurde von den Fans am längsten aufgehalten und dementsprechend sah er auch aus. Seine Haare klebten ihn am Kopf und seine Klamotten waren pitsch nass. Allein das sein Haarstyling futsch war, hätte ihn zur Furie werden lassen, doch nichts. Er saß still auf seinem Platz und blickte abwesend und mit leerem Blick aus dem Fenster. Tom zupfte an seinen Dreats rum und Georg band seine nassen Haare zu einem Zopf, was auf Gustavs munde ein grinsen verursachte.

Gustav griff nach seinem i-Pod in seinem Rucksack und ergriff etwas vollkommen anderes. Er blickte hinein und entdeckte wieder mal einen dieser pinken Umschläge. Wie kam dieser nur darein? Genau vor zwei Tagen traf er auf das kleine Mädchen, die ihm den Umschlag mit der bedrohlichen Nachricht überreichte. Anfangs beunruhigte ihn das und verpasste ihm abermals einen dieser schlaflosen Nächte. Mittlerweile stempelte er es, als nicht mehr als heiße Luft ab. Dies redete er sich zumindest immer und immer wieder ein, doch sein inneres sagte was anderes. Gustav stopfte den Umschlag in die Tiefen des Rucksacke, nahm seinen i-Pod aus der Tasche, stöpselte sich die Kopfhörer in die Ohren und blickte aus dem Fenster. Die Musik dröhnte aus den kleinen Stöpseln, trotzdem wurden Gustavs Augen immer schwerer und schwerer.

„Beeilt euch wir müssen los“ brülle David Jost, der Produzent von Tokio Hotel durch den Flur, des Hotels. Ein Glück befanden sich keine weiteren Gäste in dieser Etage, sonst gäbe es dank Davids Angewohnheit beschwerden.
Georg und Gustav, die sich ein Hotelzimmer teilten, waren schon längst fertig und warteten nu darauf dass die Zwillinge endlich fertig wurden. Beide waren sie schlimmer als Frauen und nicht ehe alles perfekt saß, verließen sie auch nicht das Zimmer. Müde lehnte sich Gustav an die weiße Wand im Flur und schloss für einen kurzen Augenblick die Augen. Wie gern würde er jetzt einfach einschlafen und nicht zu diesem blöden essen, mit irgendeinem von Universal gehen. Ein Pling riss ihn aus seinen Gedanken und er öffnete seinen Augen.
„Wir sind fertig“ riefen die Zwillinge im Chor und liefen an Gustav vorbei direkt in den Aufzug. Erschöpf schleppte dieser sich ebenfalls dahin.

Das Restaurant sah sehr nobel aus und von der edelsten Sorte zu sein. Eigentlich standen die Vier nicht so besonders auf diese Art von Restaurant, doch man konnte ja mal ne Ausnahme machen. Bill, Tom, Georg und Gustav saßen leicht verkrampft auf ihren Stühlen. Das Achten auf die Manieren nervte sie und das hielt zumindest bei zweien von ihnen nicht lange an. Sobald die Kellnerin kam um die Bestellung aufzunehmen, vergaßen Tom und Georg jeglichen Anstand und waren ganz und gar in ihrem Element. Die Kellnerin saß recht jung aus und Gustav schätzte sie auf Anfang zwanzig. Frischfleisch für die Beiden. Tom checkte sie von oben bis unten ab. Sie hatte blonde Haare, die sie zu einem Dutt zusammen gebunden hatte. Trotz der Kellnerkleidung sah man ihre perfekte Figur. Gierig funkelten seine Augen.
„Hallo schöne Frau“ begrüßte Georg die Kellnerin und saß ganz lässig auf seinem Stuhl. Die Kellnerin lächelte schüchtern zurück und nahm die Bestellung auf.
„Ach und nicht das Brot vergessen. Es sollte besonders lang sein“ fügte Tom seiner Bestellung zu und zwinkerte der Kellnerin zu, der die röte nur so ins Gesicht stieg und verlegen grinste. Ohne weiteres zu sagen ging sie ihrer arbeit nach und leitete die Bestellung weiter.
David warf Tom einen bösen Blick zu: „Tom benimm dich, das gilt für euch alle“
David griff sich jetzt schon verzweifeln an die Stirn, da er wusste was das noch für ein Stress mit den Beiden werden konnte.

„Oh verzeiht mir, ich werde das gleich sauber machen“ entschuldigte sich die junge Kellnerin bei Tom, da sie ihm ein Glas Wasser über de Hose schüttete. Was sie nicht wusste, Tom wartete einen passenden Augenblick ab um mit ihr absichtlich zusammen zu stoßen. Sie entschuldigte sich mehrmals bei ihm und versuchte mit einem Tuch, die Hose trocken zu bekommen. Tom grinste siegreich in sich hinein und genoss ihre Berührungen, die nicht weit von seinem kleinen Freund waren.
„Ach ist ja nur Wasser und ich glaube das Schicksaal wollte dass wir zusammen stoßen“ sülzte dieser rum.
Gustav und Bill schauten sich dies von der Ferne aus an. Georg sah ein dass er heute der Verlierer war und schaute sich die anderen Kellnereinen an.
„Mein Bruder ist heute mal wieder unmöglich“ gab Bill zu seinem bedauern zu und schüttelte abfällig den Kopf.
„Das die auch immer wieder auf seine Masche reinfallen“ hing Gustav Bills Bemerkung bei.

Gegenüber an der anderen Wand, befand sich in Gustavs Blickfeld ein Fenster und zeigte raus auf den Vorhof des Restaurants. Etwas huschte daran vorbei und erhielt Gustavs ganze Aufmerksamkeit, doch er konnte es nicht erkennen. Plötzlich sah er eine Person vor dem Fenster, die ein pinkes Tuch um Mund und Nase gewickelt hatte und der Rest in schwarz verhüllt war. Mit weit aufgerissenen Augen saß Gustav da und war entsetzt. Nach kurzer Starre faste er seinen ganzen Mut zusammen um nach draußen zu stürmen, doch gerade als er sich erheben wollte, packte ihn Bill am Arm.
„Das essen ist da, du willst doch jetzt nicht gehen“ meinte er in einem so kühlen und scharfen Ton, dass Gustav eine Gänsehaut bekam
„Hast du die Person denn nicht gesehen?“ fragte Gustav entsetzt seinem Kollegen.
„Da draußen sind viele Leute, setzt dich.“
Gustav Alarmglocken fingen an zu läuten. Er hatte nicht von „draußen“ erwähnt. Woher wusste Bill dies also? Hatte er doch die Person gesehen, aber gab es nicht zu oder…was ging hier vor sich? Irgendetwas stank hier gewaltig und es war nicht der Fisch, der ihm gerade unter die Nase gestellt wurde.
„Gustav“ zischte David vom anderen Ende des Tisches und deutete Gustav er solle sich sofort wieder setzten. Einen kurzen Blick zum Fester verriet ihm das die Person schon verschwunden war. Sicherlich hatte diese schon einen solchen Vorsprung, dass ihn Gustav eh nicht mehr einholen konnte. Krampfhast ließ er sich auf seinem Stuhl fallen…




Teil6

„Blut ist rot“

Beleuchtung an, Sound perfekt, Plätze eingenommen und kreischende Fans. Tokio Hotel gaben ihr letztes Konzert für diese Tour und es war überweltigend.
Die Fans wollten immer und immer wieder eine Zugabe, doch irgendwann war es genug des Guten. Die Energie der vier Bandmitgliedern ging zu neige und somit spielten sie die letzten Strophen des Liedes zu ende, um sich bei den Fans für eine solch geile Tour zu danken und schlussendlich zu verabschieden. Keiner der Vier nahm sich das Vergnügen einzeln von den Fans bejubelt zu werden.

„1..2…3…“ fing Tom an zu zählen, als alle total erschöpft, aber glücklich im Backstagebereich ankamen.
„Was zählst du da?“ fragte ihn sein Zwilling mit leicht heiterer Stimme. Dieser ließ sich vom Zählen nicht ablenken und winkte seinen Bruder mit einer abfälligen Handbewegung ab. Bill verdrehte die Augen und nahm einen kräftigen Schluck Wasser. Jedes Konzert strapazierte seine Stimmbänder, die er danach umso mehr schonen musste. Georg sah nach jedem Konzert aus, als ob er auf Droge sei, denn sozusagen waren Konzerte wie Drogen, von denen sie nie genug bekommen konnten, nur eine Ausnahme gab es. Gustav saß todmüde auf der Couch und würde gleich ins Land der Träume übertreten. Von Konzert zu Konzert wurde er schlapper, da er abends selten ein Auge zu bekam und wenn, dann nur ein paar Stunden.
Seltsam war, er bekam nicht mehr alle zwei Tage einen dieser pinken Briefumschläge, er bekam überhaupt keinen mehr. Vor zwei Tagen wartete er wie üblich, einen Umschlag in irgendeiner Tasche, Jacke oder sonst wo zu entdecken, doch das blieb aus, ebenso wie heute. Gustav war froh das die endlich ein Ende hatte, dennoch hinter blieb dieses mulmige Gefühl, das irgendetwas faul an der Sache war. Vielleicht verlor die Unbekannte Person, die dahinter steckte, den Reit daran und suchte sich ein neues Opfer, das diesem schlechte Scherzen machte. Hauptsache hatte der Spuck endlich ein Ende und bald würde er wieder friedlich schlafen können.

„Gustav… komm ab ins Hotel. Dort kannst du pennen“ sagte Georg und legte ihm die Hand auf die Schulter, der zuckend aus seinem Halbschlaf erwachte. Wie in Trance lief er seinen Bandkollegen hinterher. Vom Van bis zum Hotel dauerte es nur einige Minuten, was für Gustav sehr praktisch war, sonst wäre er im Van eingeschlafen und wenn das der Fall gewesen wäre, hätte ihn niemand mehr wecken können. Vor dem Hotel erwartete den Viren noch eine letzte Aufgabe, ehe sie ihre verdiente ruhe bekamen. Wie sonst auch immer bekamen einige heraus in welchem Hotel sie übernachteten. Gustav schlug sich mit der flachen Hand auf die Backen, um vor den Fans nicht zu fertig auszuschauen.
Kaum öffnete sich die Vantür, fingen die Fans draußen an zu kreischen. Gustav fühlte sich zwar sehr gehrt, doch für seine Kopfschmerzen, die er im laufe des Konzertes bekam, war dies die reinste Qual.

Nach ein paar Autogrammen versuchte sich Gustav an allen unbemerkt vorbei zu schleichen und endlich in sein heiß ersehntest Bett zu gelangen, doch machte vorher noch Bekanntschaft mit Bills scharfen Fingernägeln. Einer Bills langen Nägel bohrte sich richtig tief in Gustav Arm. Dies war keine Absicht, da Bill sich gerade umdrehte und nicht die Rechnung mit Gustav machte, der plötzlich an ihm vorbei gehen wollte. Der Drummer verzog sein Gesicht schmerzhaft. Die ersten Bluttropfen bahnten sich durch die Wunde. Ein hilfsbereites Mädchen zückte sofort ein Taschentuch aus ihrer Tasche und legte es aus Gustav Wunde.
„Tut mir leid. War nicht meine Absicht, konnte ja nicht ahnen das du plötzlich hier stehst“ entschuldigte sich Bill, aber dennoch kümmerte er sich weiterhin um die Fans, was Gustav sehr seltsam fand. Es hörte sich doch eher wie ein Vorwurf, als ne Entschuldigung an. Bill benahm sich in letzter Zeit sehr seltsam. So kannte er ihn bisher noch nicht. Kopfschüttelnd reagierte Gustav darauf und bedankte sich bei dem hilfsbereiten Fan. Der Manager der Vieren bekam diesen Vorfall mit und wollte sich vergewissern, dass es halb so schlimm war. Nach den paar Bluttropfen folgten keine weiteren. So machte sich Gustav auf ins Hotel und ließ dabei achtlos das Taschentuch zu Boden fallen. Hätte er zu diesem Zeitpunkt gewusst, dass er nochmals mit diesem Taschentuch Bekanntschaft machen würde, hätte er es lieber mit rein genommen…

Der nächste Tag begann für Gustav etwa gegen 13 Uhr. Dies Nacht schlief er so fest, das nicht mal ne Bombe ihn hätte wecken können. Sein Körper freute sich über diesen Energieschub. Leicht verschlafen und die Augen fast geschlossen ließ er Richtung Badezimmer, doch verfiel sie nur ein paar Zentimeter und knallte mit dem linken Fuß an die Türkante. Stöhnend hielt er sich den Fuß und hüpfte durch die Gegend. Diese Konfrontation war zwar schmerzhaft, doch jetzt war wenigsten hellwach. Der Tag fing ja richtig gut an…

Der Speisesaal war umwerfend schön. Der Eingang dazu war ungewöhnlich groß und war nicht wie gewöhnlich viereckig, sondern gebogen. Der Saal an sich war in sehr dezenten Farben gestrichen. Die großen, runden Tische waren in dem Raum verteilt. Edel und hell geschmückt. Bewundernd trat Gustav ein und suchte den Tisch, an denen seine Bandkollegen schon saßen.
„Willkommen unter den Lebenden, du Langschläfer“ begrüßte Tom in grinsend und löffelte sch mit den Nudeln den Bauch voll. „Seit wann bist du ein Langschläfer?“ fragte Georg. Gustav setzte sich auf den freien Stuhl neben Bill. „Ach na ja man kann ja mal ne Ausnahme machen“ antwortete der darauf. Gustav erzählte ihnen nichts von seinen schlaflosen Nächten. Zwar hatten sie schon bemerkt, dass Gustav in letzter Zeit sehr schläfrig war und sich nicht mehr richtig konzentrieren konnte, aber sprachen ich nie darauf an.
Ohne weiter Worte zu wechseln, gab sich jeder seinem Essen hin und aß sich satt.

„Warte mal ich hab hier noch was für dich“ rief Tom, Gustav hinterher, der gerade zurück in sein Zimmer wollte. Fragend drehte sich Gustav um und sah wie Tom schnaufend zu ihm kam. Tom war nie ein Sportass, was er immer wieder bewies. „Hier das wurde an der Rezeption für dich abgegeben. Da du das Klopfen an der Tür nicht gehört hast, haben sie mich gebeten es dir zu überreichen“ schnaufte er und überreichte Gustav ein kleines Paket.
„Was ist das?“ fragte er und betrachtete das kleine etwas von allen Seiten. „Keine Ahnung mach’s auf“ erwiderte Tom und blickte neugierig drein. „Nene, das mache ich lieber auf, wenn ich alleine in meinem Zimmer bin“ grinste Gustav schief und Tom verzog beleidig sein Gesicht.
„Ach komm ich will auch wissen was da drin ist“ quengelte dieser wie ein Kleinkind.
Just in diesem Moment lief Bill an ihnen vorbei, schielte hochnäsig zu Gustav rüber und ging von dannen. Verdutzt schaute er Bill nach und verstand die Welt nicht mehr. Hatte er Bill etwas getan, tat er etwas unbewusst und machte Bill somit sauer oder was war hier sonst los? Gustav war ganz klar, er müsse mal mit Bill ein ernstes Wörtchen reden.
„Hallo Erde an Gustav. Noch da?“ winkte Tom mit der Hand vor Gustavs Nase rum.
„Ähm…ja...äh ich geh…äh jetzt mal in mein Zimmer” erwiderte dieser verwirrt und lief schnellstmöglich weg, damit Tom ihn nicht weiter nerven konnte.

Oben im Zimmer setzte sich Gustav auf die Bettkante und atmete schwer. Seine Alarmglocken läuteten, doch er wusste keinen genauen Grund dafür. Sein Kopf sagte ihm er solle das Paket lieber nicht öffnen, doch die Neugierde war zu stark, sodass er anfing es ganz langsam und sachte zu öffnen. Sei Brustkorb hob und sank sich schneller, so als ob die Luft in diesem Zimmer knapp wurde.
Im inneren des Päckchens lag ganz oben ein Stück Papier und drunter etwas weißes Weiches. Eine Art Taschentuch wenn er richtig lag. Vorsichtig nahm er dies raus und seine Vermutung betätigte sich. Er kneulte es auf und erstarrte. Es war ein Taschentuch mit Blut beschmutzt. Jegliche Farbe glitt ihm aus dem Gesicht. War es etwa das gleiche Taschentuch wie gestern vor dem Hotel? Das wo er benutze, als er blutetet? Langsam und mit zitternden Händen griff er nach dem Papier und faltete es auf. Es stand etwas drauf und wieder mit ausgeschnittenen Zeitungsbuchstaben.
„Dein Blut schmeckt so gut. Ich will mehr…“
Geschockt schmiss er das Taschentuch und den dazugehörigen Brief etwa einen Meter von ihm weg. Sein Atem wurde so schnell, das es das ganze Zimmer erfüllte. Plötzlich knallte das Ziemerfenster gegen den daneben stehenden Schrank. Gustavs Herz blieb vor Schreck fast stehen. Es konnte nur ein schlechter Traum sein, redete er sich ein. Er hatte sich zu früh gefreut. Der Spuck hatte noch lange kein Ende…


 

Tei l7
Ich, du und der Andere

„Bill wir müssen reden“ sagte Gustav recht gefasst, obwohl er große Wut in sich trug. Er fühlte sich betrogen und verarscht von seinem Bandkollegen. Er wusste, Bill hatte was mit der Sache zu tun, ob direkt oder indirekt. Bills komische Reaktionen, wie er ihn aufhielt dem Unbekannten hinterher zu gehen, diese Bildliche Übereinstimmung mit der Beschreibung des kleinen Mädchens. Bill hatte zugriff auf Gustavs Taschen. Er hätte die Umschläge dahinein tun können…unbemerkt.

Gustav stand an der Badtür in Bills Zimmer und wartete auf irgendeine Reaktion des Sängers. Der, stand vor dem Spiegel, konzentrierte sich aufs schminken und ignorierte den Drummer, dessen Geduld allmählich am Ende war. Er wollte endlich Klartext haben…sofort.
„Na hast du was zu verbergen oder warum sprichst du nicht mit mir“ zischte Gustav.
„Na toll vielen dank jetzt ist meine Schminke dahin“ erwiderte Bill weiterhin desinteressiert und kramte in einer kleinen Tasche rum.
„Jetzt reichts mir Bill“ schrie er nun, „ich hab genug von dem Blödsinn, du sagst mir jetzt sofort was das soll“
Der Sänger blickte spielend verdutzt zu ihm und setzte seine Unschuldsmiene auf.
„Wovon redest du?“
Gustav Pulsader an der Schläfe fing gefährlich an zu pulsieren. Seine Wut wuchs ins unermessliche.
„Wenn du fertig bist, bitte ich dich die Tür hinter dir zu schließen“ Das war genug des Guten. „Willst du mich verarschen. Was hast du damit zu tun?“ schnaubte Gustav und schmiss Bill eine kleine Schachtel vor die Füße
Bill betrachtete diese abschätzig und zog eine Augenbraue hoch: „Was ist das und was soll ich damit?“
Der Drummer kam dem Sänger gefährlich nahe und funkelte ihn böse an.
„Du weißt doch sicher ganz genau was das ist. Und du weißt hundert pro auch was es mit den pinken Umschlägen auf sich hat. Wie die in meine Taschen kommen und warum sich die letzten mahle nichts darin befand“
Es wurde totenstill in dem kleinem Bad. Beide standen sich gegenüber und schauten jeweils den Anderen mit vernichtendem Blick an. Ein kleiner Windhauch stieß durch das gekippte Fenster und ließ die Hängelampe hin und her schwingen. Draußen schien sich ein Unwetter anzubahnen.
„Ich weiß beim besten Willen nicht wovon du redest…Gustav“ unterbrach Bill die eiserne Stille und ließ ihn dabei keine Sekunde aus den Augen. Gustav ballte seine Hände zu Fäusten, doch ließ die neben seinem Körper ruhen. Er war es nicht wert, Körperliche Gewalt anzuwenden.
„Ich bekomm schon noch heraus was du damit zu tun hast“ waren des Drummers letzte Worte, ehe er sich umdrehte und das Zimmer verließ. Seine Wut konnte man nicht in Worte fassen.

Bill hob das kleine Päcken vom Boden auf und starrte es mit leerem Blick an. Nach kurzem starren ließ er sich wie in Zeitlupe auf die Badewannenkante nieder. Abermals wie in Zeitlupe glitt ihm die Schachtel aus der Hand und schlug, gefolgt einem dumpfen Knall, auf den Boden auf.
Bills Augen blickten Gedankenverloren gegen die weiße Wand. Jegliche Farbe glitt aus dem Sängers Gesicht und dessen Augen wirkten matt und seelenlos.
„Ich bin dran“ flüsterte er in die leere Hinein.
Durch einen lauten Knall, dessen Ursache ein Gewitter am Himmel war, erwachte Bill aus seinem Schockzustand. Wie er Gewitter doch haste…

Ein weiterer Donner folgte und Gustav zuckte schreckhaft zusammen. Nach dem er Bills Zimmer verließ fing es draußen an zu regnen. Gustav musste unbedingt einen klaren Kopf bekommen und ging trotz des annähernden Unwetters aus dem Hotel. Ein Glück befanden sich, bei solch einem Wetter, keinen Fans vor dem Hotel, die ihn aufhielten und dank dem Regen befanden sich auch relativ wenige Leute auf den Straßen, so konnte er in ruhe etwas durch die Gegen schlendern.
Ein blauer und langer Lichtstrahl erhellte den dunklen und von schwarzen Wolken bedeckten Himmel. Keine zwei Sekunden später, folge der dazugehörige Donner sehr kraftlos. Wie sehr Gustav Gewitter doch hasste…

„Bill hast du Gustav gesehen ich kann…“ fing Tom seinem Bruder an zu fragen, doch stockte, als er ein kleines Päckchen auf dem Boden liegen sah. ~Ist das nicht das Päckchen das ich Gustav gegeben habe?~ fragte er sich selbst und schaute verwirrt zu seinem Zwillingsbruder. Bill griff blitzschnell nach dem Päckchen und ließ es ebenso schnell im Papierkorb verschwinden.
„Keine Ahnung wo er ist. Ich glaub er wollt spazieren gehen oder so“ tat Bill scheinheilig und zupfte vor dem Spiegel an seinen Harren rum. „Äh…bei dem Wetter?“ zweifelte Tom und schaute stirnrunzelnd aus dem Fenster. „Hm keine Ahnung“ fügte der Schwarzhaarige leise bei.
Tom starrte zum Papierkorb und bemerkt es nicht einmal.
„Ist noch was?“ fragte der Sänger und schaute seinen Zwilling mit hochgezogener Augenbraue durch den Spiegel fragend an. Tom faste sich wieder, schwafelte ein unverständliches nein daher und verließ kopfschüttelnd das Zimmer.

Klitschnass schlenderte Gustav im Regen durch die Straßen. Die Klamotten klebten ihm am Leib, doch dies störte ihm in Moment recht wenig. Das Einzige, was ihm durch den Kopf ging, war die Frage was hatte Bill mit all den Vorfällen, die in letzter Zeit geschahen, zu tun. Ein Blitz nach dem Anderen jagte den Himmel entlang. Es stürmte durch de Straßen und ab und an hörte man den Wind durch die Gassen pfeifen. Hier und da liefen Menschen, bestückt mit einem Regenschirm. Die Autos fuhren, trotz enormer Rutschgefahr, in einem hohen Tempo durch die engen Straßen. Im Großen und Ganzen herrschte eine trübe Stimmung in der Stadt. Gustavs Laune war ebenfalls auf dem Nullpunkt.

So in Gedanken versunken bemerkte er nicht was um sich herum geschah. Er nahm nichts mehr richtig wahr und bemerkte auch nicht die Person die sich ihm näherte. Die unbekannte Person kam von vorne auf Gustav zu und in einem unbeachteten Moment stieß derjenige ihn mit ganzer Kraft auf die Straße. Gustav fiel mitten auf der Straße auf die Knie. Zu geschockt über das geschehene verharrte er an Stelle und bemerkte das, mit hoher Geschwindigkeit, auf ihn zukommendes Auto nicht. Mit lautem Hupen und quietschenden Reifen versuchte der Autofahrer noch rechtzeitig zu bremsen, doch die Straßen waren durch die Unmengen Regenmassen, zu glatt und so rutschte er direkt auf Gustav zu. Gustav erkannte die Gefahr, als das Auto ihm gefährlich nahe war und durch die vom Fahrer veruchsachenden Lichthupe. Kreidebleich blieb er wie gelähmt mitten auf der Straße und schaute entsetzt seinem Tode ins Auge.

Mit einem heftigen Ruck wurde er von der Straße gerissen und knallte harte auf dem Bordstein auf. Langsam und ganz vorsichtig öffnete er seine Augen, um sich ein Bild, was gerade geschehen war, zu machen. Zu seiner Erleichterung war ihm nichts geschehen. Neben ihm raffte sich gerade ein begossener Pudel, der bei näherem hinschauen sich als den Gittaristen Tom entpuppte, auf. „ Alles in Ordnung“ frage der gleich seinem Bandkollegen. „Ich glaub schon“
„Was machst du eigentlich auf der Straße. Man du wärst fast überfahren worden“ schnaubte Tom und half Gustav auf die Beine. „Mich hat jemand absichtlich auf die Straße geschupst“ antwortete er und blickte hektisch um sich um wenigstens noch eine kleine Spur der Person zu entdecken, doch leider ohne erfolg. Der Regen verschlechterte ihm die Sicht.
„Oh mein Gott ist alles mit dir ich Ordnung“ fragte der Fahrer des Autos total aufgelöst und schlug sich die Hände vor dem Mund. Es war ein Mann mitte dreißig, groß und kurze Harre.
„Ja keine sorge. Es ist nix passiert“ erwiderte Gustav matt und lief davon.

Tom hinter blieb, versuchte mit ein paar Worten den Fahrer zu beruhigen und ihm klar zu machen, das wirklich nichts passiert sei. Anschließend rann er Gustav so schnell wie möglich hinterher.
„Warte…“





Teil 8
Die Warheit…nein danke

„Lass es…Gustav das bringt doch nicht“ schrie Tom Gustav an und riss ihn von seinem Bruder herunter. Bill lag auf dem Boden und hielt sich seine blutige Nase. Mit schlitzartigen Augen schaute dieser Gustav böse an. Gustav war außer sich vor Wut und wäre am liebsten wieder auf den schwarzhaarigen vor ihm losgegangen, doch der andere Zwilling hielt im kraftvoll zurück.
„Tom lass mich los“ keifte Gustav und versuchte sich mit aller Macht von Tom loszureißen. „Was soll das, warum gehst du auf Bill los?“ fragte er den aufgebrausten Drummer und drückte ihn weiter weg. „Das ist eine Sache zwischen mir und Bill, also halte dich daraus“
„Hey wenn du meinen Zwilling verprügeln willst, will ich schon wissen was der Grund dafür ist“
„Das wüsste ich auch zu gerne“ mischte sich nun Bill ein und rapellte sich vom Boden auf. Seine Nase blutete weiterhin und mit schmerzverzerrtem Gesicht schaute er Gustav an.
„Tu nicht so du elender Hund“ knurrte der Blonde und seine Hände ballten sich erneut zu Fäusten. Es kehrte eiserne Stille in den Raum. Bill und Gustav trennten keine Sekunde den Blickkontakt. Tom schaute verwirrt zwischen den Beiden hin und her. „Ich weiß zwar nicht was zwischen euch vorgefallen ist, aber Gustav du solltest dich hinsetzten und beruhigen. Es liegt sicher nur daran, das dich vorhin fast nen Auto überrollt hätte“
Sträubend ließ sich Gustav aufs Bett nieder, doch ließ dabei nicht eine Sekunde den Sänger aus den Augen. Dieser vorzog sein Gesicht schockiert.
„Was du wurdest fast überfahren?“ fragte Bill mit schwerfälligem Atem.
„Tu nicht so überrascht. Du weißt doch schon davon und wenn ich mich nicht irre bist du sogar daran Schuld“ stellte Gustav mit eiserner Stimme fest. Der Schwarzhaarige schaute noch entsetzter drein. „Also jetzt spinnst du wirklich. Mein Bruder würde so etwas nie im leben tun. Der fast Unfall hat dir sehr angesetzt du solltest dich lieber mal beruhigen und ne runde schlaf würde dir auch gut tun. Vielleicht kommst du dann zur Vernunft.“ Verkündete Tom zornig und bat Gustav das Zimmer zu verlassen. Ohne ein weiteres Wort zu verschwenden ging dieser seiner Bitte nach und lief aus dem Zimmer.

Es herrschte abermals Stille in dem kleinen Hotelzimmer. Tom starrte unverhofft an die Tür und Bill blickte bedrückt zu Boden. Tom konnte einfach nicht verstehen was gerade vor sich ging. Wieso beschuldigte Gustav seinen Bruder? Verwirrt schüttelte er seinen Kopf und drehte sich zu seinem Zwilling um. Aus Bills Nase tropfe das Blut und jeder Tropfen prallte geräuschlos zu Boden. Tom eilte schnell ins Bad, riss ein menge Klopapier ab und ging zurück zu Bill, der immer noch gedankenverloren zu Boden schaut. Tom hielt seinem Bruder das Klopapier unter die Nase und der Sänger zuckte einen moment lang schreckhaft zusammen.
„Setz dich“ Die Zwillinge setzten sich wortlos aufs Bett.
„Wieso hat Gustav behauptet du wärst schuld. Warum ist er so sauer auf dich? Es muss doch irgendetwas vorgefallen sein, das er so wütend auf dich ist. Ist was an seiner Beschuldigung dran?“
Bill schluckte schwer und versuchte sich nichts anmerken zu lassen. „Nein, ich weiß auch nicht wie er darauf kommt.“ Nuschelte Bill unter dem Haufen Klopapier zurück. Wie konnte es nur soweit kommen? Er wollte es nicht soweit kommen lassen. Das war nicht geplant. Nichts war geplant…Wie würde er nur aus all dem Schlamassel wieder rauskommen…??

Gustav kam wutentbrannt in seinem Zimmer an. Am liebsten würde er in diesem Zimmer alles kurz und klein schlagen. Ehe er damit anfing, fiel ihm ein dass es ja überhaupt nicht sein Zimmer war. Würde er alles zerstören würden sie nur wieder Hausverbot in diesem Hotel bekommen und solch einen Skandal wollte er Tokio Hotel ersparen. Wir wissen ja was dabei rauskommt. Wie ein Kartoffelsack ließ er sich aufs Bett fallen, vergrub sein Gesicht in den Kissen und schrie so laut er konnte dahinein. Das tat gut. Fürs erste war seine Wut einwenig gestillt. Plötzlich klopfte es an der Tür. Die Wut die Gustav noch ins ich trug, veranlasste das er stinkig an die Tür ging und diese sauer und mit viel Schwung öffnete.
„Was gibt…“ er stockte, als er sah das es nur ein Mitarbeiter des Hotels war, der jetzt auch noch Gustav eingeschüchtert ansah. Ups…
„Ähm entschuldigen sie die Störung, das hier wurde unten für sie abgegeben und mir wurde gesagt es sei wichtig“ gab dieser kleinlaut von sich. Mit entsetzten nahm Gustav einen pinken Umschlag entgegen. Der Mitarbeite verabschiedete sich vom Drummer und huschte so schnell wie möglich durch den Flur in den Fahrstuhl hinein. Gustav blieb wie gelähmt zwischen der Tür stehen. Fing das schon wieder an. Wie sehr hatte er sich gefreut das er keines mehr dieser Briefe bekam und jetzt…
Nach zehnminütiger Starre ging er ins Zimmer und schloss die Tür.

„Du bist gut, wirklich gut. Mit dir kann man viel spaß haben. Du hast mein Verlangen nach dir ins unermessliche steigen lassen. Wie ich schon schrieb…ich krieg dich“
Gustav wurde bei diesen Worten übel und übergab sich über der Kloschüssel. Was war das bloß für eine kranke Person. Was hatte diese mit ihm vor? Konnte wirklich Bill dahinter stecken? Gustav konnte es sich nicht wirklich vorstellen, aber nichtsdestotrotz hatte Bill etwas mit der Sache zu tun.
Kurz seinen Mund mit Wasser ausgespült um den süßlichen Geschmack loszuwerden, riss er erneut die Tür auf und rann zum Aufzug. Gustav hatte es sehr eilig und der Aufzug ließ sich viel Zeit, sodass er kurzerhand entschloss das Treppenhaus zu benutzen. So schnell er konnte lief er die drei Stockwerke hinunter, bis er außer Atem unten am Hoteleingang ankam. An der Rezeption standen zwar ein paar Leute, doch das war Gustav ziemlich egal und stellte sich ganz nach vorne. Das Gemeckere der Personen ignorierte er.
„Ich hab eine Frage“ schnaufte er.
„Da müssen sie sich bitte hinten anstellen.“ Bittete der Mann am Schalter freundlich.
„Es ist wichtig. Ich muss wissen wer ihnen diesen Brief gegeben hat“ keuchte der Drummer und wedelte mit dem pinken Umschlag vor dessen Nase rum.
„Ach der Brief mit dem außergewöhnlichen Umschlag. Hmm…ich konnte das Gesicht der Person nicht erkennen, da es unter einer schwarzen Kapuze versteckt war. Es war auf jeden fall ein Mann. Tut mir leid mehr kann ich ihnen nicht sagen“
DeBblonde bedanke sich bei dem Mann für seine nicht sonderlich große Hilfe und schlürfte ein paar Meter herum, als er plötzlich eine bekannte Person erkannte, sogar zwei. Tom und Bill kamen gerade aus dem Aufzug und erblickten ebenfalls ihren Drummer. Gustav stampfte zornig zu ihnen hin und Tom baute sich vor seinem Zwilling auf.
„Tom verschwinde“ zischte er ihn an und drängte Tom zur Seite.
„Gustav was soll das?“ „Sag mir sofort was das hier sein soll?“ fragte der Drummer den Sänger mit fester Stimme und zeigte ihm den Brief. Bills Nase hatte aufgehört zu Bluten, war dennoch sehr rot.
„Ein Brief?“ erwiderte Bill kleinlaut und schaute fragend drein.
„Verarsch mich nicht. Was hast du damit zu tun? Was soll der scheiß?“
Tom stand neben den Beiden und riss Gustav den Brief aus der Hand. „Ey, son Brief hast du doch schon mal bekommen“ stellte dieser fest und entnahm dem Unschlag den Inhalt. „Nicht nur einmal“ antwortete Gustav noch zorniger.
„Gustav hattest du nen One Night stand mit der Frau hier oder warum schreibt sie so was?“
„Es ist ein Mann“ „Was du hattest was mit nem Mann?“ fragte Tom verblüfft. „Du Idiot. Das hat ein Mann geschrieben und nein ich hatte nix mit dem. Ich hab keine Ahnung warum der mir so etwas schreibt, aber ich glaube Bill hier weiß es ganz genau“ Er wandte seinen Blick von Tom zu Bill. „Du musst mir glauben ich weiß nix davon. Was schreibt die den?“
„Ich hab kein bock mehr drauf. Immer und immer wieder diese Briefe zu bekommen, diese Drohungen. Kein Auge mehr zuzubekommen, mich von som Idioten auf die Straße schupsen zu lassen, wenn gerade ein Auto vorbei fährt. Komischerweise befinden sich die Briefe entweder in meiner Tasche, in meiner Jacke oder sonst wo, wo keiner außer euch dran kommt.“ verkündete der Drummer.
„Wieso hast du uns nichts von dem allen erzählt“ schaute ihn Tom entsetzt an.
„Ich dachte das hört nach ner Zeit einfach von allein auf, aber da habe ich mich wohl getäuscht.“
„Ich schwöre dir Gustav, ich hab nichts damit zu tun“…





Teil 9
Bodyguard


Erschöpft ließ sich Gustav auf einen der Sessel, die in Davids Zimmer umstanden, fallen und vergrub das Gesicht in den Händen.
„Gustav warum hast du das nicht schon vorher erwähnt.“ Protestierte David und lief aufgebraust im Zimmer auf und ab. Bill, Tom und Georg saßen auf dem Bett. Georg sah ebenso geschockt wie David drein. Bill schaute bedrückt zu Boden und Tom verfolgt das Geschehen. „Man ich dachte es wäre nur son kleiner dummer Scherz“ schnaubte Gustav und lehnte sich auf dem Sessel zurück.
„Du weiß wie schnell aus Spaß ernst werden kann und erst recht bei solch einem Geschäft. Es gibt immer Neider. Die einen machen leere Drohungen, aber einige meinen es wirklich ernst und vor denen muss man sich in Acht nehmen“
„Sollen mich jetzt duzende Bodyguard beschützen, sodass ich überhaupt keinen Freiraum mehr habe.“ Erwiderte der Drummer gereizt. Auf so etwas hatte er kein bock. Auf Männer in schwarz, die aussahen wie Schränke und einem die ganze Zeit nachliefen und keine Sekunde aus den Augen ließen. Die sogar vielleicht mit aufs Klo kommen würden, da der böse Mann ja plötzlich aus dem Klo kommen könnte um den Drummer mit sich in die Kanalisation zu ziehen. Lächerlich dachte sich Gustav, so etwas wollte er nicht.
„Ein Bodyguard wäre doch gar nicht ml so schlecht. Du solltest die Drohungen nicht auf die leichte Schulter nehmen“ mischte sich nun auch Tom ein und fing sich darauf ein wütenden Blick des Blonden ein.
„Ich habe keine Lust auf son Typ der mich überall mit hin begleitet“
„Ob du Lust hast oder nicht, du bekommst einen eigenen Bodyguard. Ich bin für eure Sicherheit verantwortlich, also musst du das wohl oder übel akzeptieren“
Schnaufend erhob dich Gustav aus dem Sessel, warf Bill noch einen vernichtenden Blick zu und stampfte anschließend aus dem Zimmer. Er konnte es einfach nicht glauben. Waren alle blind, bemerkten sie in letzter Zeit nicht Bills komisches verhalten, konnte die nicht eins und eins zusammen zählen? Es war doch offensichtlich dass er etwas mit der Sache zu tun hatte, aber nein…der liebe Bill doch nicht. Wie konnten sie sich von ihm täuschen lassen. Gustav musste zu seinem bedauern zugeben, das Bill bei der ganzen Sache doch sehr geschickt ran ging. Nie hatte Gustav bemerkt, das er an seiner Tasche dran war oder das Bill in irgendeiner weiße nervös wirkte, nein er wirkte ein einigen Tagen sogar zu selbstsicher. Was steckte bloß dahinter? Wenn Bill wirklich etwas damit zu tun hatte wieso? Wieso machte er all den Scheiß? Um dem Drummer eins auszuwischen, wobei er nicht wüsste für was. Kopfschüttelnd ließ er sich auf sein Hotelbett nieder. Keine fünf Minuten später klopfte es auch schon an seiner Tür. Genervt versuchte er es gekonnt zu überhören, doch nach nem dutzend Klopfen konnte er es nicht mehr hören und riss die Tür auf.
Kein anderer als David Jost stand vor seiner Tür.
„Was gibt’s jetzt?“ giftete der Drummer und lief seinen Manager herein.
„Ich habe gerade etwas telefoniert. Später werde ich di deinen Bodyguard vorstellen und keine Widerrede, er bleibt“

Schwarzer Anzug, muskulös, die Größe und breite wie ein Schrank, eine Glatze, schwarze Sonnenbrille und sehr markantes Gesicht. Gustav schaut sich seinen Bodyguard ganz genau an. Mustert ihn kritisch und er war genauso wie er befürchtet hatte. Sehr unauffällig.
Tokio Hotel, deren Manager und der mega Bodyguard befanden sich gerade unten in der Lobby des Hotels und waren abreiße bereit.
„Hey du“ unterbrach jemand Gustav und zupfte an dessen Hose. Verwundert sah er an sich runter und wurde sogleich ganz blass im Gesicht. Zum zweiten Mal begegnete er nun das kleine Mädchen, doch diesmal hatte es kein pinkes Kleidchen an. Mit ihren großen Augen schaute sie dem Blonden tief in die Augen. Wie gelähmt blieb dieser stehen, bis das Mädchen zum zweiten Mal nach ihm rief.
"Äh...ja" meinte Gustav total verwirrt und bückte sich zu ihr runter. "Ich hab ein Geschenk für dich" gab das kleine Ding zuckersüß von sich und der Drummer konnte sich schon denken um was es sich handelte. Sie streckte ihm einen pinken Umschlag rüber und Gustav nahm es zitternd an sich. Plötzlich stürzte sich der Bodyguard zu ihnen nach unten und legte seine großen Hände auf der keinen Mädchenschulter ab. „Woher hast du das?“ fragte dieser mit seiner sehr tiefen Stimme und auch nicht sehr nett. Das kleine Mädchen bekam Angst, das sah man zu deutlich in ihrem Gesichtsausdruck. Da das Mädchen total eingeschüttert war und nicht antwortete schüttelte der Bodyguard an ihren Schultern.
„Hey das reicht. Siehst du nicht das du ihr angst machst“ mischte sich Gustav en und riss das Mädchen aus seinen Krallen. Die kleine klammerte sich mit ihrer ganzen Kraft an den Drummers Beinen. „Sie ist doch noch ein Kind, sie kann nichts für die ganze Sache“. Der Unbekannte war schlau. Er wusste man könne kein kleines Kind zwingen zu reden. Wenn sie angst hatten sagten sie erst recht nichts und das machte sich der Unbekannte zu nutze.
Gustav begab sich wieder zu der Kleinen runter und versuchte sie liebevoll anzuschauen. „Sag kleines, weißt du noch wer dir diesen Brief gegeben hat?“ Das Mädchen schüttelte den Kopf tapfer. Gustav seufzte innerlich auf. „Na gut. Lass dir den Lutscher schmecken“ erwiderte er daraufhin, das Mädchen fing an zu strahlen und lief aus dem Hotel. Gustav wusste mit was für Tricks die Person das kleine Mädchen dazu brachte.
„Was steht drin?“ mischte sich nun Tom in das Geschehen ein und deutet auf den Umschlag in Gustavs Hand.

„Du bist eine harte Nuss, aber irgendwann bekommt man jeden Nuss zum knacken. Du glaubst dein Freund hat mit dem alles was zu tun. Ich gebe dir einen Rat. Du solltest keinen vertrauen, jeder könnte der Feind sein. Ich freu mich auf unsere baldige Begegnung“
Gustav ließ den Anderen den Inhalt des Briefes vor und allen stockte der Atem, doch der Drummer zeigte keine Emotionen. Hatte die Person Recht? Konnte er wirklich keinen vertrauen? Das Einzige was in Gustav Magengegend ein mulmiges Gefühl versuchsachte, war das die Person dem Anschein nach immer wusste was er tat. Wo hätte er sonst wissen sollen, dass er Bill beschuldigte. War er vielleicht genau hier, hier in der Nähe und beobachtete ihn? Gustav fühlte sich sehr beobachtet.
„Karl du läst ihn nicht mehr aus den Augen. Es soll ihm keiner zu Nahe kommen“ brach David die Stille und der Drummer schaute ihn verdutz an.
„Bitte was?“ fragte er nach. „Keine Widerworte. Es ist ernst“
Gustav blickte sofort zu Bill und könnten Blicke töten, wäre Bill auf der Stelle tot umgefallen. Wenn Bill wirklich etwas mit der Sache zu tun hatte, hätte dies enorme Konsequenzen.

Der Wind peitschte durch die Straßen. Die Äste der Bäume bogen sich enorm. Immer wenn ER da war spielte das Wetter verrückt. Ein Grinsen huschte ihm über die Lippen. Tja, jeder hat Angst von mir, dachte er sich und nahm einen kräftigen Zug seiner Zigarette. Es war dunkel und spät am Abend. Der Unbekannte kam gerade in seiner Höhle an. Suchte sich ein passendes Plätzchen und wartete auf seinen Besuch. Immer und immer wieder fing er an zu Grinsen. Sein Plan ging aufs Genauste auf. Der blonde Junge war zwar hartnäckiger, als er sich dachte, aber dies machte die ganze Sache umso interessanter.
„Ich will mit der ganzen Sache nichts mehr zu tun haben“ tauchte eine Stimme in dem kleinen Raum auf und der Unbekannte drehte sich verschmitzt grinsend zu der besagten Person um.
„Zu spät. Du bist zu tief in der Sache mittendrin und wie ich dir schon einmal sagte du hast keine Andere Wahl. Du weißt was sonst passiert“ Die jüngere Person im Raum wurde ganz bleich im Gesicht. Der Unbekannte trat näher an ihn ran und strich ihm mit dem Finger durch die Haare. „Du wirst mir helfen meine Plan in die Tat umzusetzen, verstanden“ die Zweite Person nickte fast unerkenntlich und stand wie gelähmt dort.
Der Unbekannte fühlte sich überragender und das Gefühl stieg von Tat zu Tat.
„Geh jetzt und halt bloß deinen Rand“ Die junge Person verließ ohne einen Ton den Raum.
Höhnisches Lachen verbreitete sich in der Nacht.


Teil10

Bekanntschaft Männerklo


Gustav saß auf einem der vielen Klos im Bachstage Bereich von Top of the Pops. Seufzend schloss er die Kabinentür und ließ sich auf den Klodeckel nieder. Wenigstens hier hatte er ruhe von diesem Kerl. Der Typ folgte dem Drummer überall hin. Er klebte an ihm wie Kaugummi. Gerade in diesem Moment stand sein persönlicher Bodyguard vor der Eingangstür des Männerklos. Seit nun schon fünf Tagen hatte Gustav den Bodyguard und er muss zugeben seit da an keine weiteren Briefe oder des gleichen bekommen zu haben. Gustav war heute bei David gewesen und versuchte ihm klar zu machen, das Karl nicht mehr nötig sei, doch David beharrte weiterhin Karl an seiner Seite zu sehen, da er meinte der Unbekannte würde nur darauf warten, das der Bodyguard wieder abgeschafft werde.
Der blonde Junge waren die fünf Tage schon genug. Wie lang müsse er ihn noch um sich ertragen? Was ist wenn der Unbekannte nie nachläst, würde der Bodyguard dann den Rest seines leben an ihm kleben? Bei dem Gedanken lief Gustav ein Schauer über den Rücken.

Die Kabine war etwa 2 m² groß. Weißes Klo, weiße Tür, sowie die Wände und das Klopapier. Wie die meisten Toiletten eben aussahen. Männer kamen und gingen. Gustav hörte wie Türen abgeschlossen wurden, wie die Spülen betätigt wurden und das Wasserrauschen der Wasserhähne. Seit Minuten schon saß er einfach nur da. Ihm war’s egal wie lange er hier auf den Klodeckel schon saß und noch sitzen würde. Hauptsache etwas Privatsphäre, wenn auch nur auf 2 m². Die Toilettengänge wurden immer weniger und nur noch selten vernahm Gustav die üblichen Geräusche. In diesem Moment hörte er Schritte und jemand betrat die Kabine neben der seinen. Der Drummer erkannte durch die untere Kabinenöffnung, die zu der Anderen Kabine führte, große braune Stiefeln, besudelt mit Dreck. Wo ist der den Durchgelaufen, fragte sich Gustav und betrachtete weiterhin die Füße. Der Mann mit diesen Stiefeln schaute zur Wand, die ihn und den jungen Drummer trennte. Gustav zog fragend eine Augenbraue hoch. Das Klo befand sich immerhin nicht in diese Richtung. Wieso blieb der Mann nur so stehen, fragte er sich. Es herrschte totale Stile im ganzen Raum und kein weiterer betrat das Männerklo. Gustavs Herz fing schneller an zu schlagen. Aus einem unbekannten Grund wurde er nervöser und sein Atem schwerfälliger. Er versuchte so leise wie möglich zu atmen und es fing an in seiner Lunge zu schmerzen. Gustav hätte einfach das Klo verlassen können, raus zu Karl und dann zu seinen Kollegen, doch er zögerte. Wusste nicht was ihm beim verlassen des Klos auftreffen würde. Plötzlich vernahmen seine Ohren ein lachen. Nicht sonderlich laut, aber hörbar und direkt neben dran. Die Stimme war tief und rau. Gustav stockte der Atem. All seine Organe geritten aus dem Takt. Kalter Schweiß lief ihm die Stirn hinab. „Ich hab doch gesagt wir werden uns begegnen, auch wenn wir uns nicht ansehen“ fing die Person an zu sprechen und der Drummer glaubte das breite schmähliche Grinsen des Unbekannten sehen zu können.
„Überrascht?“ fragte er und fing wieder an zu lachen.
„Wa…was wollen sie von mir?“ Stotterte der Blonde und versuchte sich nicht nervös oder ängstlich an zuhören. „Schon vergessen ich will dich“

Das leise Atmen der Person war zu hören- Der Junge saß vollkommen verkrampft auf dem Deckel und wagte sich nicht zu rühren, geschweige denn richtig zu atmen.
„Warum? Warum ich? Was haben sie vor?“ Gustav sprach so leise, doch der Unbekannte hörte jedes einzelne Wort und sog es förmlich ins sich auf. Es war wie eine Befriedigung für ihn die Worte zu hören. Ein Grinsen schmückte seine Lippen.
„Warum du…hm…ich weiß nicht, du hast es mir irgendwie angetan. Was ich mit dir vorhabe wirst du noch früh genug erfahren?“ Der Unbekannte leckte sich mit der Zunge gierig über seine spröden Lippen. Der Drummer glaubte sich gleich übergeben zu müssen, doch wagte es nicht an Ort und Stelle. Er war außer zu reden, zu nichts im Stande. Er wirkte wie gelähmt. Er schluckte den bitteren Geschmack schwerfällig runter. Jeden einzelnen Gedanke, was der Typ mit ihm vorhatte, versuchte der aus seinem Kopf zu verdrängen. Mit einem Mal wurde die Stimme des Unbekannten schärfer und bedrohlicher.
„Ich warne dich. Erzähle niemanden von unserem kleinen Gespräch. Du solltest lieber das tun was ich dir sage und versuche dich nicht zu wehren. Ich kann sonst für nichts garantieren. Du willst ja nicht dass deinem schwarzhaarigen Freund etwas zustößt“
Mit einem Schlag wurde dem Drummer einiges klar. War Bill, zwar daran beteiligt, aber nur mittel zum Zweck? Wurde er von dem Typen vielleicht erpresst? Gustav verstand die Welt nicht mehr. Wieso geschah das gerade jetzt und wieso mit ihm? Das ganze war schon lange kein Spiel mehr, es war ernst und wenn er nicht tun würde was er verlangte, würden Menschen, die ihm etwas bedeuteten zu schaden kommen.
„Es war ein großer Fehler es deinem Produzenten zu erzählen, aber ich gebe dir noch eine Chance und ich warne dich, ich weiß immer wo du bist und was du machst. Ich bin nie weit weg von dir“ Diese scharfe Stimme dröhnte in Gustavs Kopf und die Worte brannten sich schon förmlich in sein Hirn. „Wir sehen uns“ lachte der Unbekannte höhnisch auf. Die Kabinentür quietschte beim Öffnen, die schweren Stiefeln ertönten in der Luft bis sie aus dem Raum traten und nicht mehr zu hören waren. Gustav sackte in sich zusammen und atmete schwerlich. Seine Lunge verlangte nach Luft, somit das Stechen in der Brust ein ende hatte.
Mit zittrigen Beinen erhob er sich und öffnete die Tür. Schritt für Schritt ging er zum Waschbecken und stütze sich dort ab. Er erschrak bei seinem Spiegelbild. Er war leichenblass und die Angst war deutlich in seinen Augen zu sehen. Schnell spritzte er sich Wasser in Gesicht und schlug sich mit de flachen Händen auf die Wangen. Ein letztes Mal blickte er vom Spiegel aus in die leere Kabine und abermals lief im ein Schauer über den Rücken. In dem moment kam jemand zur Türe hinein und Gustav erschrak. Zu seinem erleichtern war es nicht die Person, für die er sie gehalten hatte. Oder doch? Immerhin hatte er nur die Schuhe der Person gesehen, somit könnte jeder in Verdachte geraten.
Kopfschüttelnd verließ er den Raum und traf an der Tür abrupt auf Karl. Gustav fragte sich wie er diesen Kerl nur übersehen konnte. Er konnte dem Bodyguard nichts vorwerfen. Dies ist nun mal eine öffentliche Toilette, in der viele Männer ein und ausgingen. Karl sah auf den Drummer hinunter und dieser funkelte in wütend an. „Ist was?“ zischte Gustav durch seine Zähne und stampfte davon, natürlich gefolgt von Karl, wie nicht anders zu erwarten war.

„Na endlich wo warst du solange?“ fragte Tom besorgt und auch Georg schaute ihn mit einem besorgten Blick an. Gustav quälte sich ein lächeln auf die Lippen und setzte sich neben Tom. Sein erster Blick galt Bill. Der Schwarzhaarige saß stumm auf seinem Platz, schaute bedrückt auf sine Hände und wirkte in Gedanken versunken. Der Drummer inspizierte ihn mit seinem Blick aufs Genauste. Wenn seine Vermutung stimmte, dann steckte der Sänger ebenfalls in einer sehr misslichen Lage. Wurde er erpresst? War Bill deshalb so komisch in letzter Zeit? Musste er diese Umschläge unterschmuggeln? Was hatte der Unbekannte gegen ihn in der Hand, mit was erpresste er ihn? Wieso hatte er nie etwas davon erwähnt? Sollte Gustav den Sänger drauf ansprechen? Bill würde alles abstreiten und der Unbekannte sagte er würde alles sehen. Sollte er es riskieren…oder…Gustav war am verzweifeln und musste es erstmal verdauen. Duzente Fragen schossen durch seinen Kopf.
„Gustav hey“ Tom wedelte mit der Hand vor seinem Gesicht rum.
„Sorry was hast du gesagt?“ meinte der Drummer irritiert und guckte perplex aus der Wäsche.
„Du warst ja sehr Weggedrehten. Alles in Ordnung“?“
Der Blonde nickte nur stumm und wandte seinen Blick wieder zu Bill.

Bill spürte Gustavs Blicke au seiner Haut brennen. Der Sänger versuchte seinen Blicken auszuweichen. Der Schwarzhaarige befand ich in einer ziemlichen Zwickmühle. Zwei Menschen, die ihm sehr viel bedeuteten, waren in Gefahr. Würde er zu dem Einen halten, wäre der Andere in Gefahr, doch würde er zum Anderen halten, wäre wiederum der Andere in Gefahr(ich weis etwas verwirrend^^) Für wen sollte er sich entscheiden? Nein, er konnte sich nicht entscheiden. Er hoffte all das sei nur ein böser Traum, aus dem er bald erwachen würde doch dies wäre nicht der Fall und würde in nächster zeit auch nie sein.



 

Teil 11
Hab Angst!





Schweigend saßen Tokio Hotel in ihrem Tourbus und fuhren endlich mal für ein paar Tagen nach Hause. Eine kleine Auszeit hatten alle bitter nötig, nach all den Dingen die in letzter Zeit geschahen. Georg saß neben Tom in den vordersten Sitzen. Beide schlummerten seit Stunden schon vor sich hin. Bill saß wach auf seinem Sitz, die Beine an seinen Körper angezogen, die Arme drum geschlungen und blickend aus dem Fenster. Seine Augen wirkten matt und seelenlos. Das übliche Leuchten, das Mensch in den Augen hatten, war in den seinen verloren. Er redete noch kaum, was höchst seltsam bei ihm war, da er ein Meister in Sachen Reden ohne Pause war. Gustav saß ebenso stil auf seinem Platz in der hintersten Reihe neben Bill und blickte starr aus dem Fenster. Der Fahrer hatte leise das Radio angestellt, David begleitet sie diesmal nicht mit nach Hause, da er noch einiges zu erledigen hatte. Karl, des Drummers persönlicher Bodyguard saß auf dem Beifahrersitz. Gustav betrachtete ihn des Öfteren von seinem Platz aus und kam mit der ganzen Sache immer noch nicht klar. Bodyguards hatten es meist an sich nicht viel zu reden und genau das brachte Gustav immer auf die Palme. Diese verschleierte Art mit dem der Kerl ihn immer ansah. Dem Blonden nervte es einen Bodyguard zu haben, doch ein kleiner Teil in ihm war froh so jemanden bei sich zu haben, aber jetzt auch nicht zu hause. David beharrte mal wieder darauf Karl Tag und Nacht an seiner Seite zu sehen. Was seine Familie zu solch einem Besucher sagen würde? Seine Mutter, keiner seiner Familie hatte ne Ahnung von diesen Drohungen und Gustav hatte auch nicht vor etwas davon zu erwähnen. Er wollte ihnen keinen unnötigen Sorgen mache, doch sie würden wissen wollen warum ein persönlicher Bodyguard. Hmm… da müsse er sich noch etwas einfallen lassen.

Der Sänger kämpfte ein schweren Kampf in seinem Inneren. Es zerriss in förmlich hin und her gerissen zu werden. Gustav oder Tom? Er hätte es von anfang an verhindern sollen, das es soweit kam, aber…er wollte sich gar nicht vorstellen was der eklige Typ dann gemacht hätte. Doch jetzt…jetzt war Gustav in höchster Gefahr und wenn nichts gemacht werde, würde es schlimm enden. Und das kleine scheiß Ding am Hemd. Der Unbekannte hatte in ganz in seiner Hand und er konnte rein gar nichts dagegen machen, zu groß war die Angst was er dann tun würde.
„Bill ich weiß du kannst nicht mit mir drüber reden, aber du sollst eins wissen, ich verzeihe dir“ Mit einem Ruck wurde der Schwarzhaarige aus seinem Kampf gerissen und nun blickte in die Augen des Drummer. Total verdutzt über dessen Worte. Er verzeihe ihm, wofür…oder….
Der Drummer schaute ihn aufmuntern an. Mehr sagte er nicht. Beide blickten sich nur an und Bill musste aufpassen was er sagte. Es würde über das Schicksaal geliebter Menschen entscheiden.
„Pass bitte auf dich auf“ brachte der Sänger schließlich aus seinem Munde heraus und kämpfte gegen die aufsteigenden Tränen.

Also doch, sagte der Drummer zu sich selbst. Seine Vermutung wurde somit bestätigt. Bill wurde erpresst und der Typ hatte ihn in seiner Gewalt. Gustav musste aufpassen was er zu Bill sagte, es würde eventuell über Leben und Tod bestimme, dazu wäre der Unbekannte im Stande, da war er sich sicher. Mehr als nur die paar Worte wechselten sie in der Fahrt nicht, doch das auch so kurze Gespräch war sehr informativ. Beide wussten, dass der Andere davon wusste. Beiden wussten sie stecken beide in dieser miesen Lage und waren so zusehen auch Konkurrenten. Der Unbekannte spielte sie aufeinander aus und obwohl sie wussten dass dies der Fall war, konnten sie nichts dagegen tun. Sie mussten wohl oder übel bei diesem kranken Spiel mitspielen.

Nach Stunden des Schweigens kamen sie in ihrem Heimatort an. Einer nach dem Anderen wurde daheim abgesetzt und Gustav stieg nicht allein aus. Seufzend verabschiedete er sich von allen, atmete draußen die angenehme frische Luft ein und blickte unbemerkt um sich, soweit es nun sein Blickfeld erlaubte. Der kranke Typ war sicher in der Nähe. Im wurde übel, allein bei dem Gedanke er würde auf Schritt und Tritt verfolgt werden. Hauptsache der Unbekannte ließe seine Familie aus dem Spiel. In den Tagen hier daheim dürfe er sich nicht falsch benehmen und es dürfe ihm nichts aus dem Munde entfleuchten. Hier nicht…
Ohne weiter zu zögern lief er Richtung Tür. Das Gefühl beobachtete zu werden, war grässlich.

Bill war froh wieder bei seiner Familie zu sein, doch hinter seiner Fassade plagten ihn so viele Dinge. Die ganze Fahrt über bekam er kein Auge zu, sodass er jetzt ziemlich müde und erschöpft war. Nach einem herzlichen Begrüßung und etwas Getratsche verabschiedet er sich und ging in sein Zimmer. Das Zimmer war genau so wie er es beim letzten Mal hinter lassen hatte. Das Fenster war gekippt und so spürte der Sänger einen leichten Windhauch ihm entgegenkommen. Seufzend ließ er sich aufs Bett fallen und blickte zur Decke. Wie käme er bloß aus dem ganzen Schlmasel raus. Er konnte sich niemanden anvertrauen, da der Unbekannte alles mitbekommen würde. Jedes einzelne Wort würde er hören. Jeder Atemzug konnte er hören, jedes auch so kleine Geräusch. Bill war wie gefangen. Gefangen in sich selbst und festgehalten eines unbekannten schwarzhaarigen Mannes. Des Öfteren bat der Unbekannte ihn schon zu sich um irgendwelche Briefe oder sonst was auszuliefern. Bill konnte Gustav nur zu gut verstehen. Wenn der Schwarzhaarige Sänger das täte was der Typ von ihm verlange, würde ihm und Tom nichts zustoßen, aber seinem Freund Gustav umso mehr. Er wusste nicht was er mit dem Drummer vorhatte, warum er so versessen nach ihm war, doch wie könne er es verhindern?

Gustav lag wach in seinem Bett. Es war komisch, aber dennoch angenehm vertraut in seinem eigenen Bett zu schlafen. Hier fühlte er sich nach so vielen Tagen mal wieder sicher, obwohl er wusste, dass dies nicht der Fall war. Nirgends war er sich sicher, das wusste er. Wenn Bill in der nähe war um so weniger. Ungwollt war der Sänger eine Gefahr für ihn.
Der Drummer erklärte seiner Familie, das jeder der Vieren einen Bodyguard hätten, auch wenn’s nicht der Wahrheit entsprach. Es war nicht einfach zu Lügen, aber es musste sein. Auch schon allein für die Sicherheit seiner Liebsten. Karl schlief im Gästezimmer und wenigstens abends hatte Gustav ruhe seines zweiten Schattens.

Obwohl der Drummer wusste es sei sehr, sehr gefährlich nach draußen und dazu auch noch allein zu gehen, tat er es. Er verspürte einen enormen Drang in die frische Luft zu gehen. Langsam und vorsichtig trat er in die kalte Nacht hinaus. Beobachteten was um sich geschah lief er ein paar Schritte. In dem Moment bemerkte er doch wie dumm er eigentlich war. Er wurde bedroht und das nicht auf eine ungefährliche Art, wusste sein Verfolger ist ihm immer auf der Spur und dennoch lief er hier alleine, im Dunkeln durch die Straßen. Schnell drehte er sich um und beschleunigte seine Schritte. Plötzlich stelle sich ihm jemand in den Weg und vor schreckt wäre ihm fast das Herz stehen geblieben. Er erkannte die Person nicht, da die Straßenlaterne hinter dem Unbekannten stand und dadurch man nur dessen Umriss erkennen konnte. Ohne weiter nachzudenken nahm der Drummer die Beine in die Hand und rannte los so schnell er konnte. Unbedacht wohin, einfach nur weg und irgendwo in Sicherheit. Er hörte ihm jemanden nachrufen, doch in der Panik verstand er nichts.

Seine Schritte verlagsamten sich. Sein Atmen war schwerfällig und seine Lunge brannte wie sau. Dem Blonden ging die Luft aus und so kam er sich in einer dunklen Seitengasse zum halt, stützte sich an der Wand ab und rang nach Luft. Seit ein paar Metern hörte er schon keinen mehr ihn folgen und so fühlte er sich zumindest für einen kurzen Augenblick außer Gefahr, doch wie sollte er bloß wieder zurück? Der Typ würde doch irgendwo rumlungern und warten das der Drummer aus seinem Versteck käme und er seine beute schnappen konnte. Gustav bestrafte sich in Gedanken immer und immer wieder für seine Dummheit.

Ruckartig wurde der blonde Junge herumgedreht und an beiden Schultern von zwei starken Händen festgehalten. Gustav wollte schreien. Schreien und das herausholen was ihm seine Stimmbäder hergaben, doch es kam kein einziger Ton heraus. Wie gelähmt schaute er dabei zu wie er weiter ins dunkle gedrückt wurde.
„Sag mal spinnst du“ erklingt eine tiefe und männliche Stimme. Gustav entglitten sämtliche Gesichtszüge.
„Warum rennst du einfach weg?“ fragte nun die Stimme und ließ den verdutzt ausschauenden Drummer los. „Ich…ich...ich…“ mehr bekam der Junge auf Ahnhieb nicht heraus. Gustav lehnte sich gegen die kahle und kalte Wand und atmete erleichtert aus.
„Karl du hast mich zu Tode erschreckt“ keifte er nun und versuchte sein Herz zu beruhigen.
„Was treibst du dich auch mitten in der Nacht hier draußen rum. Das ist ziemlich verantwortungslos von dir. Wenn dir nun etwas zugestoßen wäre“
Gustav war erstaunt. Noch nie hatte er den Bodyguard so viel auf einmal sagen hören, doch er hatte mit all seinen Worten Recht.
„Ich weiß“ gab der Drummer leise zu „ aber woher wusstest du dass ich draußen bin?“
Nun erkannte man den Bodyguard durch die hell aufläutende Laterne am Straßenrad, die ein kleinen Schimmer die die Gasse warf.
„Ich hab dich gehört und jetzt gehen wir zurück“ Nicht umsonst nannte man diese Personen Bodyguards. Ohne ein weiteres Wort zu sagen liefen die Beiden zurück. Hätte sie jemand so gesehen hätte er die Beiden für verrückt gehalten. In Schlafkleidung durch die Straßen laufend und auch noch mitten in der Nacht…




Teil 12
Dont speak




Bill konnte sich noch genau an die erste Begegnung erinnern. Wann genau wusste er nicht mehr. Es war wie heute ein regnerischer Tag, der Himmel bedeckt voller schwarzen Wolken. Ein tag an dem der Sänger alleine unterwegs war. Kappe bis zur Nase hinunter gezogen, Harre darunter als Zopf versteckt, keine Schminke und unauffällige Kleidung. Es lief sehr gut und keiner erkannte ihn. Die Fans kannten ihn immerhin nicht anders.
Etwas war dennoch komisch an dem Tag. Der Schwarzhaarige fühlte sich unwohl und beobachtete. Er spürte Blicke die ihn durchbohrten, doch immer wenn er sich umsah erkannte er niemanden der ihn anstarrte. Alle gingen ihre Wege, blieben an Schaufenstern stehen oder waren im reden vertieft. Das er heute keinen Bodyguard in seiner nähe hatte, verdankte er nur seiner guten Überredungskünste.

Am Ende des Tages machte er sich auf den Weg zurück. Zurück ins Hotel zu den Anderen. Was er nicht wusste jemand folgte ihm. Die Abenddämmerung brach an und erfüllte die Welt in einem warmen, roten Schein der untergehenden Sonne. In einer dunklen Gasse vorbei wurde er am Arm gepackt und hineingezehrt. Bill versuche sich zu wehren, doch der Unbekannte war ein Kopf größer und um einiges stärker. Gegen die Wand gepresst und den Mund zugedrückt standen sie da. Der Unbekannte hat seinen Hut tief ins Gesicht gezogen. Ein pinkes Tuch verhüllte Nase und Mund. Der lange schwarze Mantel bedeckte seinen muskulösen Körper. Die großen Füße waren mit braunen verdreckten Stiefeln bekleidet. Die eine Hand ruhte auf dem Sängers Mund und die andere umschling dessen Hals. Bill griff nach dieser Hand und versuchte sich verzweifelnd davon zu befreien. Die Person drückte zu, doch nur so viel dass Bill noch atmen konnte. Immerhin wollte er ihn nicht töten, sondern nur fest halten und Angst machen.

„Du hörst mir jetzt genau zu“
Die Stimme des Mannes hörte sich tief und rau an und Bill kam Zigarettengestank entgegen.
In Bills Gesicht stand der Ausdruck maßloser Überraschung und Schreckens. Er versuchte sich zu befreien, mit allen Mitteln, doch aussichtslos. Egal wie unnütz dies auch war, eins schaffte er dennoch. Er bekam die Hand an seinem Mund mit den Zähnen zu fassen und biss kräftig hinein.
„Ah…du Mistkerl“ keifte der Unbekannte, entfernte seine schmerzende Hand und schüttelte sie resigniert. „Was wollen sie“ ergriff nun Bill das Wort und sah den Mann vor sich bitter böse an. Einen kurzen Blick erhuschte der Sänger in dessen Augen und wisch vor entsetzten einen Zentimeter, da er die Wand in seinem Rücken spürte und nicht weiter konnte, zurück. Pech schwarz, seelenlos und matt. Noch nie hatte er solche Augen gesehen.

Nun fing der Mann an zu lachen und dies nicht zu leise. Die Hand um griff immer noch den Hals und ein Bein stemmte der Unbekannte zwischen den Sänger seinen. Der Mann hatte keine scheu mehr und schaute dem Schwarzhaarigen nun direkt in die Augen. Dem Sänger entglitt sämtliche Gesichtsfarbe. Diese Augen war finster und voller Hass und auch Girr. Wonach wusste er nicht, doch im wurde allein bei dem Gedanken schlecht. Wie ein Blitz durchbohrte der Blick die braunen Augen und ließen diese erstarren.
„Ich brauche dich. Du sollst ein paar Dinge für mich erledigen“
Missbilligend schaute der Sänger seinen Gegenüber an. Glaubte dieser Kerl im ernst er würde etwas für ihn tun.
„Träum weiter“ erwiderte Bill keck.
Mit einem Ruck wurde der Griff um den Hals kräftiger und die Luft knapper.
„Hab mal nicht so ne große Klappe. Ich weiß schon wie ich dazu bekomme“ Man konnte durch das Tuch schon förmlich dessen grinsen sehen. So schmählich und widerwärtig es war.
„Ich will dir mal was zeigen und wehe du machst irgendwen aufmerksam auf dich, das könnte schwerwiegende Folgen haben und du musst wissen ich scherze nicht“ Ohne auf eine Antwort zu warten, ließ er den Sänger los, drückte ihn vor sich hin. Zwang ihn vor ihm zu laufen und den Mund zu halten. Bill tat was er ihm sagte, denn er spürte am Rücken etwas gefährliches das sich sehr nach einer Waffe anfühlte. Er wusste mit dem Kerl war nicht zu spaßen.

Sie gingen nicht weit. Gegenüber dem Hotel idem Tokio Hotel eingecheckt hatten, stand ein großes und hohes Gebäude. Die Fensterscheiben davon waren vollkommen aus Glas. Sie betraten das Gebäude und fuhren hoch bis zum Dach. Es war dem Anschein nach nicht großartig besetzt. Oben öffnete der Mann die Tür und ein Windstoss kam ihnen entgegen. Bill wurde es immer mulmiger. Was ging hier vor sich?
Der Unbekannte deutet auf etwas, das nicht allzu weit von ihnen Stand. Beim besseren Hinsehen erkannte Bill ein Scharfschützengewehr. Bei ihm klingelten alle Alarmglocken lautstark.
„Weißt du was ich damit alles tun kann“ ertönte die schreckliche Stimme und riss den Sänger aus seiner Trance. Bill schluckte schwer und sein Hals war vollkommen ausgetrocknet und kratzte. „Komm her“ er Griff ihm hinten an den Hals, schlief ihn gewaltsam zu dem Ding und zwang ihn auf die Knie. „Schau hindurch dann weißt du was ich meine“ Bill wehrte sich, doch schlussendlich schaute er doch zittrig durch das daran befindende Fernglas. Was er dort sah stockte ihm den Atem.

„Na weißt du jetzt warum du keine andere Wahl hast, als mir zu helfen. Ich weiß immer wo ihr seit, hab euch immer in Sicht und wenn du nicht das tust was ich dir sage, muss dein Bruder dran glauben“
Immer noch fassungslos schaute er hindurch und erblickte am anderen ende seinen Bruder, der gerade auf dessen Hotelbett lag. Mit einem Schlag wurde ihm klar, dass dies hier wirklich ernst war. „Hier ich will dass du das hier eurem Drummer gibst, aber unbemerkt. Schmuggle es ihm in irgendeine Tasche unter und wehe du sagst irgendjemanden etwas davon. Sei einfach du selbst und dann wird nichts passieren“ Der Mann drückte Bill einen pinken Briefumschlag in die Hand. Bill verstand die Welt nicht mehr… „Gustav?“ japste der Sänger.

Seufzend rollte sich Bill auf dem Bett von einen zur Anderen Seite. Diese Begegnung war jetzt schon einige Zeit her. Er verfluchte den Tag, an dem er unbedingt alleine raus wollte. Warum hätte David sich nicht dieses eine mal durchsetzten können, warum nicht diesmal? Doch das hätte nichts geändert. Hätte der Mann ihn nicht an dem Tag zu fassen bekommen, dann hätte er die nächst Beste Möglichkeit ergriffen. Anfangs viel es dem Sänger nicht allzu schwer. Mehr als nur die Briefe waren nicht drin und dies beängstigte ihn nicht allzu sehr, doch dieses Glück war ihm nicht vergönnt.

Bill plagten Schuldgefühle. Er war daran schuld das es Gustav so mies ging, aber was hätte er anders tun können. Es ging hier nun mal um seinen Zwilling, mit dem er durch dick und dünn ging.

Jeder Besuch bei dem Unbekannten beantworteten ihn keine offenen Fragen. Es war immer sehr schleierhaft und kurz. Außerdem bemerkte Bill das dieser Typ immer den gleichen Mantel, Schuhe, Hut und pinken Tuch trug. Mehr als seine Augen bekam er nie zu sicht.

Seit Tagen musste er schon nicht mehr zu dieser unheimlichen Person. Musste keine Briefe abliefern oder andere Aufgaben für ihn erledigen. Bill wurde stutzig. Was käme jetzt? Würde dieser Gustav zu nahe kommen? Würde er ihm vielleicht etwas antun?

Er war hier das wusste der Sänger. Der Schwarzhaarige seufzte und blickte aus dem Fenster. „Bitte tu ihm nichts“ murmelte er vor sich hin…




Teil 13
Klärungsbedarf



„1…2…3…4…“ zählte Gustav vor sich hin um sich etwas zu beruhigen. Seit den Vorfällen wurde er immer schneller gereizter. Und das er nirgends allein hin konnte, brachte ihn noch schneller auf die Palme. Das Zählen bis zehn half ihm dabei sich zu beruhigen.
„Es ist nicht weit. Dort kann ich auch alleine hin, Karl“ sagte der Drummer und musste aufpassen nicht seine Beherrschung zu verlieren. Er hatte letzte Nacht einen komischen Traum und nach endlosen grübeln kam er zu dem Entschluss Bill einen Besuch abzustatten. Diese Geheimnistuerei, der Unbekannte, all die Ereignisse, machten ihn schon fast wahnsinnig und dies wollte er nicht werden.
„Es ist mein Job auf dich aufzupassen und das kann ich schlecht wenn ich hier bleibe“ erwiderte Karl, der Bodyguard matt und es schien Gustav, der Typ würde noch größer und breitere Schultern bekommen, als er eh schon hatte.
„Bei dem kurzen Weg wird schon nichts passieren“ Eigentlich log er, denn zu Bill war es zu fuß ein ganzes Stücken, und dabei auch noch aufzupassen von keinem Fan gesichtete zu werden. Mit Karl würde jeder gleich aufmerksam auf ihn werden.
„David hat gesagt ich soll dir nicht von der Seite weischen und das tu ich auch nicht“
Gustav seuftze laut auf und gab auf. Gegen ihn hätte er nie eine Chance.

Draußen wehte der Wind. Der Herbst begann sich u zeigen. Die Temperatur sackte hinunter, die Blätter fielen von den Bäumen und fast täglich regnete es. Der blonde Junge schloss die Jacke bis zum Halse und zog sich die Kappe tiefer ins Gesicht. Nicht nur um unerkannt zu bleiben, nein er fror wirklich sehr. Wenn David davon erfahren würde, über das was er hier tat, wäre der Junge gleich mal einen Kopf kleiner. Durch die Straßen laufen, obwohl höchste Gefahr drohte. Der Bodyguard, der immer einen Abstand von etwa fünf Metern hielt, war nicht gerade eine Hilfe zum Unerkannt bleiben. Der Mann war zwar muskulös, groß und seine Schultern glichen von der Breite einem Schrank, dennoch seine Schritte waren leise, geschmeidig und vorsichtig. Seine Augen erfassten jeden Zentimeter und jede auch so kleine Bewegung um ihm und den Drummer nahm er sofort wahr. Jede vorbeikommende Person nahm er mit seinem Röntgenähnlichen Blick aufs Genauste unter die Lupe um eine eventuelle Gefahr auszuschließen. David wollte den Besten und bekam diesen auch. Fehler sind jedoch menschlich und jeder begeht mal einen. Gustav begann einen schwerwiegenden Fehler. Er nahm die Drohungen nicht ernst, zwar verursachten sie ein seltsames Gefühl, doch nicht solch ein extremes. Der Junge war in letzter Zeit sehr dickköpfig geworden. Er hätte spätestens bei der ersten Drohung Alarm schlagen sollen, wenn nicht sogar schon bei den ersten auffälligen Briefen.
Eventuell hätte es so verhindert werden können, hätte es nie soweit kommen müssen, leider war dies nun zu spät und nicht mehr ändern zu können. Gustav entschloss sich von dem Unbekannten nicht einschüchtern zu lassen, den er vermutete genau dies das Ziel der Person zu sein. Diesen Gefallen tat er ihm nicht.

Es geschah nicht. Den ganzen Weg, die ganzen Straßen entlang passieret nichts Außergewöhnliches. Karl und Gustav tauschten kein einziges Wort bis hier her.
Der Drummersetzte gerade zum Klingeln an, als die tiefe und sehr männliche Stimme des Bodyguards ertönte. „Ich warte solange hier draußen“
Der Blonde sah ihn leicht verdattert an, aber rang sich dann doch endlich zu klingeln. Verstand Karl endlich dass etwas Privatsphäre gar nicht mal zu viel verlangt war!?!
Die Tür öffnete sich und Bills Kopf lugte durch einen Spalt aus der Tür. Sein Gesicht wirkte nervös und überrascht. Keine Frage wenn er erwartet hatte.
„Darf ich rein?“ fragte der Drummer nach ner Zeit und zog eine Augenbraue hoch.
„Ähm…ja klar komm rein“ erwiderte der Schwarzhaarige und trat zur Seite und erlaubte Gustav ein zutreten. Dieser trat schweigend ein und wartete aus das Schließen der Tür.
„Ein wunder das keine Fans herausgefunden haben dass wir daheim sind“ fing Gustav ein Thema an und lächelte leicht.
„Ja, da haben wir glück“ antwortete Bill leise und nahm auf der Couch platz Bill war allein zu hause. Seine Mutter war mit seinem Bruder unterwegs. Bill hingegen bestand darauf daheim zu bleiben.
Beide saßen sie still schweigend da. Die Fenstervorhänge waren zugezogen, um eventuell vorbei gehende Fans einen Blick ins Innere zu versperren. Gustav vermutete einen weiteren Grund dafür, doch sprach diesen nicht aus.
„Er hat mir letztens einen Besuch abgestattet“ brach der Drummer die erdrückende Stille. Bill sah ihm mit großen Augen von der Seite an. „Was wollte er?“ fragte er und hätte ich danach am liebsten gleich auf die Zunge gebissen.
„Nicht viel und mehr als seine Stiefeln konnte ich nicht sehen“ meinte der Drummer und lachte plötzlich auf. Der Sänger sah seinen Freund perplex an. „Was ist daran so lustig?“
Gustav bekam sich langsam wieder ein und blickte den Schwarzhaarigen nun ernst an.
„Wir kennen den Typen nicht, geschweige den wissen wir wie er aussieht und dennoch hat er uns in der Hand“
Bill senkte beschämt seinen Blick und fixierte demonstrativ seine Fußspitzen.
„Er hat mir gedroht dir etwas anzutun, wenn ich nicht das tue was er will“
Wütend über das gehörte ballte der Sänger seine Hände zu Fäusten.
„Mir hat er gedroht Tom etwas anzutun und hat mir demonstriert dass er es ernst meint“ zischte dieser und bebte vor Wut am ganzen Körper.
„Dachte ich es mir doch“ nuschelte der Drummer und knetete nervös seine Hände, die auf seinen Beinen abgelegt waren.
„Ich weiß nicht was ich tun soll“ Die Stimme von Bill hörte sich nun so verzweifelnd und kraftlos an. „So leicht kriegt er uns nicht unter“ versuchte der Drummer positiv zu klingen und etwas Hoffnung zu schöpfen. Ein klitze kleines Lächeln schmückte die Lippen des Sängers, doch ihm wurde so gleich etwas bewusst. Was tat er hier bloß? Wieso redete er so offen? Der Unbekannte hatte sicher alles mit angehört.
Des Sängers Gesicht glich einem Gespenst. Weiß und kalt. Er packte Gustav ohne Vorwarnung am Arm und schleifte ihn zur Tür. Dieser riss sich vom Griff los: „Bill was soll das?“ Aufgebraust sah er in das bleiche Gesicht.
„Du solltet besser sofort gehen“ sagte er und musst sich beherrschen nicht brüchig zu klingen. Mit den Händen deutete er zeitgleich auf seinen Kragen und Gustav verstand nicht. Wollte zum reden ansetzten, doch wurde von Bill davon abgehalten. Der Drummer verstand immer noch nicht und versuchte etwas an dem Kragen zu erkennen. Da war etwas. Etwas sehr kleines und schwarzes, doch genauer konnte er es nicht erkennen. „Schönen Tag noch“ rief der Sänger schon fast und drückte Gustav aus der Tür.
„Alles in Ordnung?“ fragte Karl, da Gustav wie gelähmt die Tür von außen fixierte Mit einem Schlag verfinsterte sich dessen Gesicht.
„Eine Art Mikro“ flüsterte er erschrocken. Karl ging einen besorgten Schritt auf ihn zu.
„Ähm ..klar…ge-gehen wir“ stotterte der Drummer und machte sich schleunigsten auf den Weg.

Belustigend und gierig leuchteten des Unbekannten Augen. Sein Atem ging schneller und die Stimme in seinen Ohren machte ihn ganz wirr. Diese eine Stimme zu hören verpasste ihm selige Befriedigung. Verschmitzt grinsend saß er auf einem alten, klapprigen Holzstuhl in irgendeiner verlassenen, düsteren Lagerhalle. Der mufflige Geruch von Feuchtigkeit, Schimmel und Schmutz war wie Blütenduft in seiner Nase. Genüsslich sog er alles in sich auf.
„Dumme Jungs. Ich sagte doch, Mund halten“ redete er zu sich selbst und zog an seiner Zigarette, die bereits bis zur Hälfte verraucht war. Das Glimmern des verbrennden Tabaks in der Hülse, schimmerte in seinen Augen wieder.
„Jetzt werden wir uns früher begegnen, als geplant“
Der Unbekannte erhob sich, riss sich das kleine Ding aus dem Ohr und warf es belanglos zu Boden, stiefelte zu seinem Mantel und zog ihn sich über.
Er zog ein letztes Mal an seiner Zigarette und schnipste sie dann weg.
„Pech für dich, erfreuend für mich“




Teil 14
Es wird Zeit!





Es war dunkel. Dunkel und kalt. Der schwarzhaarige Sänger stand am Fenster und schaute auf die düsteren Straßen. Der Gitarrist Tom und seine Mutter standen im stau und kämen deswegen etwas später. Unbehagen herrschte bei dem Sänger. Er dachte an sie Folgen seiner dummen Tat. Wieso hatte er nicht einfach den Mund gehalten? Er hoffte inständig, dass Tom und Gustav nichts geschehe.
Kleine Tropfen brassen auf die Erde nieder. Der Wind schlug sie gegen das Fenster. Gedankenverloren blickte Bill ins nichts.

„Lange nicht gesehen“ ertönte eine Stimme hinter ihm. Erschrocken drehte er sich um, presste sich mit dem Rücken gegen das Fenster und suchte mit den Händen am Fensterbrett halt.
Ein Blitz jagte über den Himmel, erhellte den Raum und ließ einen Blick auf die Unbekannte Person erhuschen. Bill glaubte das Herz still zu stehen. Er traute sich nicht zu bewegen, geschweige den zu reden. „Na überrascht mich hier zu sehen“
Der Unbekannte trat ein paar Schritte näher und Bill ging aus Reflex einen zurück, doch das Fensterbrett bohrte sich schon in seinen Rücken. Wie kam er hier rein? Warum hatte er nicht gehört? Was wollte er hier? Bill schossen tausend Fragen durch den Kopf. Es überschlug sich alles und das machte den Sänger umso verwirrter. Er versuchte etwas zu sagen, doch sein Mund öffnete und schloss sich gleich wieder ohne ein Ton dabei raus zukommen. Dieser Anblick glitt einem Fisch und der Mann fing unter seinem Tusch an zu grinsen.
Er mochte es mit an zusehen wie andere Angst hatten, angst vor ihm.
Nach ein paar Versuchen schaffte es Bill endlich zu sprechen: „Was wollen sie hier“ Trotz seiner Furcht klang sein Satz gefasst und hart. Erstaunt darüber nahm der Mann das Pinketuch ab. Nur die Blitze am Himmel spendeten einigermaßen Licht im Wohnzimmer und daher war es egal ob der Unbekannte das Tuch trug oder nicht.
„Das ist deine Schuld, du hättest dein Mund halten sollen, aber das ist jetzt auch egal“
Der Unbekannte trat einen weitern Schritt an Bill heran und nun stand er nicht mehr als fünf Meter von ihm entfernt. Mit zitternden Händen, aber dennoch von Wut geleitet, bohrte er seine Finger mehr ins Fensterbrett. Es schmerzte bereits, doch das nahm er nur flüchtig wahr.

„Was haben sie jetzt vor?“ Der Sänger biss sich knurrend auf die Zähne Seine Angst mischte sich mit Wut, aber dennoch wagte er’s nicht sich vom Platz zu bewegen.
Der Mann verringerte den Abstand zwischen ihnen bis zu einem Meter. Der Unbekannte konnte Bills herz schlagen hören. Wie es raste und wie er am Körper zitterte. Belustigend zierte ein Grinsen seine Lippen.
„Was ich vorhabe, werde ich dir nicht sagen, denn das ist ganz allein für den Drummer bestimmt.“ Der Mann ging noch einen Schritt näher und schloss nun den Rest des Abstandes das zwischen ihnen war. Bill drückte sich immer mehr gegen das Fensterbrett und er spürte wie sich die Spitze zwischen seine Rippen bohrte. „Lass ihn bloß in ruhe“ zischte Bill und drängte seinen Kopf gegen die Scheibe.
„Sonst was? Du stehst nicht in der Position Forderungen zu stellen oder willst du das deinem Bruder etwas passiert“
Der Mann kam den Sänger noch näher, obwohl sie schon so nahe beieinander standen wie es nur ging. Dessen Gesicht kam näher und Bill drehte seins angeekelt zur Seite und schaute den Unbekannten aus dem Augenwinkel weiter hin an.
„Keine Angst dir und deinem Bruder wird nichts passieren“ wisperte der Mann dem Sänger ins Ohr. Ehe Bill nachfragen konnte was mit Gustav sei, spürte er einen dumpfen Schlag auf seinen Kopf. Sah kurz noch das widerliche Grinsen und schließlich vollkommene Schwärze.

Der Unbekannte betrachtete den schwarzhaarigen Jungen auf dem Boden liegend. Etwas Blut quirlte aus der Wunde an dessen Kopf auf den Boden. Er hatte nicht zu doll zugeschlagen, den er wollte ihn nicht umbringen, sondern nur bewusstlos schlagen.
Im Schein der Blitze wirkte der Junge wunderhübsch und der Mann fragte sich warum er sich nicht für ihn entschieden hatte. Kopfschüttelnd und mit einem Lächeln im Gesicht erinnerte er sich an das Besitzgefühl das er bei dem Drummer fühlte. Dieses Gefühl das er unbedingt befriedigen wollte und mit allen Mitteln dafür kämpfen würde.

Gustav hielt es daheim einfach nicht mehr aus. Er versuchte Bill mit dem Handy zu erreichen, doch er ging nicht dran. Immer und immer wieder versuchte er es, doch vergebens. Allmählich machte er sich sorgen und ein Gefühl sagte ihm das irgendetwas nicht stimmte.
Aus einer Kurzschluss Reaktion entschied er sich nochmals zu Bill zu gehen, um einfach sicher zu gehen dass mit ihm alles in Ordnung war. An der Haustür stand Karl schon und es sah aus als würde er auf den Drummer warten. Augen verdrehend zog Gustav sich die Schuhe und die Jacke an. Sein Bodyguard würde ihn wieder mal begleiten, aber das war ihm im Moment völlig egal.
Mit schnellen Schritten lief der Blonde durch die Straßen. Es hatte aufgehört zu regnen, aber Blitze jagten unverhofft weiter den Himmel entlang. Die dazugehörigen Donner blieben aus, wofür der Drummer sehr dankbar war. Abseits der Straßenlaternen war es stock dunkel und wenn der Blonde den Weg nicht in und auswendig kannte, hätte er sich mit Sicherheit verlaufen.
Ab und zu schielte der blonde Junge über seine Schulter hinweg um nachzuschauen ob Karl noch da war. Er war in diesem Moment sehr erleichtert das er dabei war, den die Umgebung machte ihn etwas mulmig.

Plötzlich spürte er einen Ruck an seinem Arm der ihn nach hinten zog. Gustav war zu erschocken um zu schreien. Es war Karls Hand die seinen Oberarm mit nicht zu leichtem Druck umklammerte. Verwirrt schaute er zu dem Bodyguard nach oben. Der Junge verstand die Welt nicht mehr. Karl deutete mit einer Kopfbewegung nach vorne, dem der Drummer stumm folgte. Dort stand jemand. Man sah zwar nur sein Umriss, aber allein die sah bedrohlich aus. Gustav schluckte schwer. Hätte Karl ihn nicht zurückgezogen, wäre er im den Typen genau in die Arme gelaufen.
Die schwarze Person lief auf sie zu und beschleunigt von Schritt zu Schritt das Tempo, bis er schließlich angerannt kam. Der Bodyguard reagieret schnell, schupste Gustav in eine Seitengasse und stürzte sich auf die Person. Der Schwarze hatte ein Messer in der Hand das in Licht der Laterne glänzte. Der Bodyguard war geübt auf solchen Dinge und wisch jeden Hieb geschickt aus. Der Drummer, der bei dem Schups zu Boden stürzte, rappelte sich auf und blickte um die Ecke ins Geschehen. Man erkannte das Gesicht der Person nicht.
Gustav fixierte den Mann so gut es ging. Etwas war komisch an ihm, aber er konnte nicht sagen was es war.
Karl warf die Person zu Boden und es schien als sei der Kampf beschlossen, doch der Unbekannte ließ sich nicht so schnell unterkriegen, stand blitzschnell auf und rann davon. Ohne zu zögern rannte des Drummers persönlicher Bodyguard hinterher. Mit einem Schlag wurde Gustav bewusst was er an dem Unbekannten so komisch fand. Es waren die Schuhe…er hatte keine Stiefel an, nicht diese braunen Stiefeln. Gustav wollte Karl noch hinterher rufen, doch zu spät, beide waren sie nicht mehr in Sichtweite.

Gustav spürte abermals einen Schmerz an seinem Arm. Der Drummer wurde gepackt, gegen die Wand gepresst und etwas Kaltes und Scharfes drückte ihm gegen den Hals.
„Nah hast du dich auf unsere Begegnung gefreut“ erklang die tiefe, rauchige Männliche Stimme. Gustav versuchte sich zu befreien, doch bei jeder kleinen Bewegung rammte sich das Messer mehr gegen seinen Hals. Ein Stechender Schmerz verriet ihm dass eine kleine Wunde bereits frei lag.
„Beweg dich lieber nicht“
Der Blonde traute sich nicht zu schlucken, da er glaubte so gegen die klinge des Messers zu stoßen und die Wunde zu vergrößern.
„Gute Taktik nicht wahr. Jemanden los zu schicken der so aussieht wie ich um deinen großen Freund abzulenken.“
Gustav gefror das Blut in den Adern. Zum ersten Mal sah er außer den Stiefeln, die Person. Sonderlich viel sah man nicht, da der Mann unter seinem großen Mantel und des weiteren verhüllt war. Dafür ragten seine schwarzen Augen umso mehr raus und spießten den Drummer förmlich auf.
„Was wollen sie von mir?“ fragte der Drummer und man hörte seinen schnellen Atem in der Nacht. „Das wirst du noch sehen“ nuschelte der Unbekannte vor sich hin und gab den Drummer, wie dem Sänger zuvor schon, einen Schlag auf den Kopf, sodass er bewusst los zu Boden sackte…





Teil 15
Was nun...?


Die Lagerhalle war groß, herunter gekommen und dreckig. Seit Jahren betrat niemand mehr diesen Raum. Er lag in einem alten Industriegebiet, der seit Ewigkeiten still lag. Die Fenster verdreckt von Staub und heraufgeblasenen Schmutz. Wacklig, kaputt und Einsturz gefährdet.

Gustav öffnete stöhnend die Augen. Ihm schmerzte der Kopf vom Niederschlag, der so plötzlich und unerwartet kam. Der Drummer versuchte sich zu orientieren und etwas zu sehen, doch das dumpfe Licht und die schmerzenden Augen machten es nicht einfach. Langsam passten sich seine Augen der Umgebung an. Er erkannte Kisten die überall rum standen, kleine Fenster am oberen Rand der Halle, die Licht spendeten. Es richte nach verfaulten Dingen und der Boden war mit Schmutz bedeckt. Der Drummer hatte keine Ahnung wo er war und was er hier sollte. Er wagte einen Versuch sich zu erheben, doch Ketten die um seine Hände gebunden waren rissen ihn mit einem Ruck zurück zu Boden. Die Ketten umklammerten des Drummers Handgelenke, hinter seinem Rücken an einer Säule befestigt, an die er angelehnt war. Jeder weitere Versuch aufzustehen, sich zu befreien scheuerte ihm die Haut um die Hände auf. Jeden Ruck donnerte er wieder mit dem Rücken gegen die, sich hinter ihm befindenden Säule zurück. Jeder Knochen, jeder noch so kleine Muskel tat dem Blonden weh, diese Tatsache hinderte ihn jedoch nicht bei seinen taten. Mit letzter Kraft wagte er einen letzten Versuch, sackte keuchend und nach Luft ringend zu Boden, schloss erschöpft die Augen um seinen Gedanken zu sammeln.

Knarrend öffnete sich die schwere alte Metalltür. Dem Mann kam modriger Geruch entgegen, den er genüsslich aufsog. Die schweren braunen Stiefel schallten bei jedem Schritt in der alten Halle. Quietschend schloss sich die Tür hinter ihm mit einem erstickenden Knall. Der Unbekannte blickte quer durch die Halle bis zu einer bestimmten Säule, die im hinteren Teil der Halle stand und davor duzende Kisten aufgestellt waren, sodass der Person dahinter der Blick zum Eingang verborgen blieb. Der schwarzhaarige Mann setzte einen Fuß vor den Anderen und blieb vor den gewissen Kistenhaufen stehen. Er horchte ob die Geisel irgendein Geräusch von sich gab, doch es war still. Geisel, nein so mochte er es nicht nennen. Es war ein Geschenk für den Drummer hier zu sein, des Unbekannten besitz zu sein.

Das letzte Hindernis wurde überwunden. Beide blickten sich nun starr in die Augen. Gustavs Augen waren zu Schlitzen geformt. Er sperrte seine Furcht tief ins Innere. Zorn, Verachtung und Müdigkeit zierte sein Gesicht. Dunkel, verschlossen und gierig blickten des Unbekannten Augen, den auf den Boden sitzenden Blonden Jungen an. Wortlos umkreiste der Mann einmal die Säule und blieb schließlich wieder vor seinem neuen Besitz stehen.
„Wo bin ich hier?“ zischte Gustav und ließ seinen Entführer nicht eine Sekunde aus den Augen. „Gut versteckt“ erwiderte der Mann kurz und knapp. Gustav verstand nicht was er hier sollte. Der Unbekannte ging in die Knie um so auf der gleichen Augenhöhe wie seine Geisel zu sein. Er legte zwei seiner Finger auf Gustavs Schläfe, dieser zuckte schmerzhaft zusammen und riss demonstrativ seinen Kopf zur Seite. Die Stelle pocht so stark, das er glaubte sein Kopf würde gleich platzen. Der Schmerz stammt wohl von dem Schlag, den der Unbekannte ihm verpasst hatte. Der Mann kniet ungehindert weiter vor dem Jungen. Der Drummer konnte seinen Blick nicht deuten.
„Ich lass dich mal wieder alleine“ brummte der Mann matt und stand auf. Verdutzt sah Gustav ihm nach, wie er hinter den Kisten verschwand.
„Moment mal…“brüllte der Blonde mit allem was ihm seine Stimmbänder hergaben, doch er hörte nur noch die Metalltür zuknallen. Sollte er etwas hier verweilen? Wie lange? Der Drummer wurde käsebleich um die Nase.
Plötzlich sah er etwas Schwarzes an seinen Füßen. Entsetzen zeichnete sein Blick. Vor ekel und schreck entkam seinen Lippen ein schriller Schrei. Die Ratte quiekte vor sich hin. Gustav zog seine Beine weg, verscheute die Ratte mit seinen Füßen und zu seiner Erleichterung rann diese schnell davon. Wo bin ich bloß, fragte er sich.

„Bill, hey Bill…scheiße was ist passiert“ Tom er Gitarist rüttelte an dem Boden liegenden Sänger. Bill kam langsam zu sich und blinzelte ins grelle Licht hinein. „Bill…Gott sei dank“ Tom war erleichtert das sein Zwilling endlich zu sich kam. Ihn bewusstlos auf den Boden vorgefunden zu haben war ein Riesenschreck für den Gittaristen gewesen.
„Wo bin ich?“ stöhnte Bill und hielt sich seinen schmerzenden Kopf.
„Daheim…was ist passiert?“
Langsam rappelte sich der Sänger mit der Hilfe seines Bruders auf und setzte sich erstmal auf die Couch. „Hier ein Eisbeutel“ stürmte die Mutter der Zwillinge ins Wohnzimmer und legte ihrem jüngeren Sohn den Beutel auf den Kopf.
„Scheiße…“murmelte Bill und hatte das Gefühl im gefror das Gehirn.
„Wie ist das passiert?“
Der Schwarzhaarige konzentrierte sich versuchte sich an das Geschehene zu erinnern. Der Schlag hatte ihn ganz schön zugesetzt und sein Kopf schmerzte höllisch. Mit einem Mal wurde ihm alles klar. Ihm fiel es wie Schuppen von den Augen. Entsetz weiterten sich dessen Augen.
„Verflucht“ wisperte er und verkrampfte sich innerlich.
„Was ist? Bill red endlich“ fragte Tom mit besorgtem Ton und seine Geduld war kurz vorm Ende angelangt. „Wir müssen zu Gustav….schnell“ schrie der Sänger, schnallte hoch wie von einer Tarantel gebissen und lief zur Tür.
„Warte mal Bill, sag doch was passiert ist“ brüllte ihm sein Zwilling hinterher. Schnell hechtete Tom dem Sänger hinter, der schon aus der Tür getreten war.
Finsternis traf auf Bill. „Bill“ rief Tom nun zornig und packte seinen Zwilling am Arm.
„Wir müssen zu Gustav. Er ist in Gefahr“ erwiderte er und versuchte weiter zu laufen doch der Junge mit den Dreads ließ in nicht los „Wie meinst du das?“
„Was glaubt du wer mich umgehauen hat. Der Spinner der Gustav die Briefe schreibt. Er ist auf den weg zu Gustav“ Perplex starrte Tom seinen Zwilling nach, der sich aus dem Griff befreit hatte und weiter lief.

Planlos lief der Sänger die Straßen Richtung Gustavs heim entlang. Tom hatte große mühe, bei dem Tempo den sein Zwillingsbruder drauf hatte, mit zuhalten. „Nicht so schnell“ keuchte dieser, doch Bill ignorierte es. Tom knallte auf einmal gegen etwas sehr hartes. „Wuah..“ entkam es seinem Munde, als er einen breitschultrige Person vor sich stehen sah.
„Karl“ wisperte Bill und erst jetzt erkannte auch Tom den Schrank. Dem will man ungern nachts auf der Straße begegnen, dachte sich Tom und automatisch lief ihm ein Schauer über den Rücken. Bill wusste dass es nichts Gutes bedeuten konnte, wenn Karl alleine in der Dunkelheit durch die Straßen lief. „Wo ist Gustav?“ fragte der Sänger ängstlich und blickt den großen muskulösen Mann vor sich an. „Ich weiß es nicht“ brummte dieser leise und für einen kurzen Moment herrschte stille unter den Dreien. „Wie du weißt nicht?“ wunderte sich Bill und sah Karl Entgeistert an. „Wir wurden angegriffen. Ich bin dem Typen hinterher, aber es hat sich als eine Falle herausgestellt. Als ich zurück kam war er weg“
„Wie konntest du ihn nur aus den Augen lassen“ knurrte Bill zornig, wobei er kein Recht hatte ihm vorwürfe zu machen, da er nicht ganz unschuldig an all den Vorfällen hatte. Er machte sich selbst Vorwürfe. „Beruhigen wir uns mal. Es könnte ja sein das Gustav einfach zu sich nach hause zurückgegangen ist oder zu Georg“ meldete sich nun Tom zu Wort und versuchte die einfachste Lösung für Gustavs Verschwinden zu finden
„Nein…er hat ihn“ nuschelte Bill und starrte mit matten Augen eine lange dunkle Straße entlang. Ein Sturm zog auf und pfiff durch die Gassen. Der Dreck auf den Straßen wurde aufgewühlt und eine Windhose fegte es hinweg. Bill blieb wie angewurzelt stehen und fixiert das Phänomen geistesabwesend. Wo war Gustav….



Teil 16
Die Zeit läuft


Schweigen herrschte auf Erden. Die Morgendämmerung brach ein und ließ die Welt in ein angenehmes Licht treten. Die Erde begann sich zu bewegen, die Menschen erwachten und gingen ihren üblichen Alltag nach. Die Kinder zur Schule, deren Eltern zur Arbeit. Alles schien so friedlich und harmonisch, doch der Schein kann trügen.
Ein blonder Junge kauerte an einer Säule gefesselt in der alten Lagerhalle auf den Boden. Müde, schmerzend und hungrig. Die letzten Stunden bekam er kein Auge zu.
In einem anderen Gebiet kauerte ebenfalls ein Schwarzhaariger Junge auf einem Holzstuhl, vergrub das Gesicht in den Händen und machte sich ununterbrochen Vorwürfe. Noch am Abend alarmierten sie die Polizei, doch vorsichtshalber gingen sie langsam und unauffällig an dies Sache ran. Den Unbekannten wollten sie nicht auf sich aufmerksam machen. Die Presse sollte weiterhin nichts von allem wissen.

„Wie sagten sie sah er aus?“ fragte der Komesar und machte sich notizen in seiner Akte.
„Er hatte braune Stiefel an, schwarzen Mantel, braunen Hut. Er war groß, hatte sehr breite Schultern, pechschwarze Augen, hatte ne tiefe und rauche Stimme. Mehr kann ich leider nicht sagen.“ Erwiderte Bill entnervt und fuhr sich mit der Handfläche über das Gesicht.
„Und warum ist er gestern Abend ausgerechnet zu ihnen gekommen?“ Der Komesar schaute dem Sänger stur in die Augen und Bill fing an nervös seine Hände zu kneten.
„Woher soll ich das den wissen“ fuhr er den ihm gegenüber sitzenden Mann an.
„Ich glaube ihnen nicht, Herr Kaulitz. Sie verheimlichen uns doch was. Wenn sie wollen dass ihr Freund gefunden wird, müssen sie uns alles sagen was sie wissen. Es könnte uns eventuell weiter helfen“
Bill war sich unschlüssig ob er etwas von ihren treffen erzählen sollte. Klar er wollte unbedingt das sie Gustav heil finden würden, aber täte er sich mit der Wahrheit nicht selbst belasten? Er hatte immerhin bei dem Dilemma mitgeholfen.
„Man Bill wenn du was weißt sag es“ entgegnet ihm sein Bruder und setzte sich neben ihm an den Tisch.
Der Sänger blickte in die Augen seines Zwillingsbruders. Sah darin dessen Verzweiflung. Sah die Menschen um ihn, die ebenso verzweifelt und schockiert wirkten. Sein Bandkollege, der Drummer…sein Freund saß in der Klemme und er könnte helfen ihn zu finden. Er war es ihm schuldig. Er fasste sich ein Herz und sah den Komesar entschlossen an.
„Na schön. Sie haben Recht ich weiß mehr“ Der Sänger war selbst über seine Sicherheit in der Stimme überrascht.
Hellhörig schauten ihn die versammelten Augenpaare an und es sah aus als warteten sie auf ein Wunder.
„Schießen sie los“ brummte der Mann und ließ die Miene seines Kulis zum Vorschein treten.
„Ich habe den Kerl schon öfters getroffen. Ich weiß nicht wann genau die erste Begegnung war. Er hat mich mit ner Waffe dazu gebracht ihm zu folgen. Er meinte irgendwas ich solle ihm gehorchen und genau das tun was er mir sagt. Wir waren auf einem Dach eines Gebäudes, das sich genau gegenüber vom Hotel wo wir uns an dem Tag eingecheckt haben, befand. Ein Scharfschutzgewehr war montiert und es war genau auf Tom gerichtet. Er hat gesagt das er immer in unserer nähe ist, hat gedroht Tom tu töten wenn ich nicht das tue was er verlangt. Er hat….verdammt“ Bill stockte und kämpfte gegen die Tränen an. Erst jetzt bemerkte er wie unüberlegt er damals an die Sache ranging. Wie harmlos er es anfangs einstufte.
„Weiter…“ bat ihn den Komesar und nach kurzem fassen fuhr der Junge fort.
„Er hat mir im laufe der Tage immer wieder einen pinken Briefumschlag zu kommen lassen. Ich habe sie heimlich unter Gustavs Sachen geschmuggelt. Ich dachte mir anfangs nicht dabei. Aber es wurde schlimmer, Gustav stiller und ich hatte ihm bei der letzten Begegnung gesagt ich will da nicht mehr mit machen, aber er hat mir gedroht meinem Zwilling an Gustavs Stelle zu nehmen. Herr Gott was hätte ich den tun sollen“ Die letzten Wörter schrie er vor Verzweiflung raus und anschließend war es totenstill Still. Alle sahen ihn schockiert an. „Man Bill warum hast du das nicht vorher gesagt, dann hätte es nie soweit kommen müssen. Scheiße, wegen dir ist Gustav in Gefahr“ brüllte ihn Georg, der die ganze Zeit wie betäubt da stand und kreidebleich im Gesicht war, an. David hielt den aufgebrausten Bassisten zurück und versuchte ihn zu beruhigen. Bill schluckte ein dicken Klos runter und schaute verzeihend in seine Richtung.
„Wie liefen die Treffen ab?“
„Nicht lange. Sie waren immer ganz kurz, er hat nicht viel gesagt und sie waren immer in abgelegenen Orten. Meist in alten Gebäuden oder Hallen. Ab und an waren es winzig kleine Räume und mal sehr große. Aber immer alt und heruntergekommen“
„Na da haben wir doch was. Leo informiere dich über alle stillgelegten Fabrikgebäude, Alte, Leerstehende Häuser. Unsrer Täter hat ein faibel für alte Gebäude.“ Stieß der Mann am Tisch von sich und blickte zu einem seiner Kollegen. Dieser nickte stumm und begab sich gleich an die Arbeit.

Der Tag begann mit ungewöhnlich hellen Sonnestrahlen. Sie stießen durch die Fenster durch die Halle und ein kleiner Strahl blendete den Drummer. Ihm ging es mies. Er war müde, hungrig und seine Wunde am Kopf tat von Minute zu Minute mehr weh. Der Blonde befand sich in einer Art zwischen Welt. Er schlief nicht, war aber auch nicht ganz wach. Seine Glieder schmerzten und seit Stunden saß er auf dem kalten Boden ohne eine Spur seines Entführers. Die Ursache des Gestanks fand er heraus. Eine tote Ratte lag hinter einem der Kisten, dies erkannte er, da die hälfte dessen Körper dahinter hervorragte.

Die Kälte der vergangenen Nacht lief des Drummer Körpertemperatur rapide herabsenken. Gustav versuchte zwanghaft wach zu bleiben und ab und an bündelte er seine ganze Kraft um einen Versucht zu starten sich zu befreien, doch vergebens. Die Hände aus den Ketten zu quetschen hinterließ nur unangenehme Schrammen und blaue Flecke. Allein der Gedanke so zu verenden, schenkte ihm Kraft. Entschlossen biss er zornig die Zähne zusammen, kam aus seinem Zustand heraus und riss sich mit einer Wucht vom Boden hoch, nur um wieder, wie die Male davor, zurückgedonnert zu werden und hart mit dem Rücken an die Säule zu knallen. Dieses Mal knallte er so fest zurück, das ein Knacken seiner Knochen zu vernehmen war und Gustav kurz schmerzend aufschrie. Dieses Knacken hörte sich verdammt nach einem Rippenbruch an. Eben genau dort schmerzte es nun und machte das Atmen nicht gerade leichter.
Mit Schmerzverzehrtem Gesicht setzte sich der Drummer so hin das die Schmerzen nicht ganz unerträglich waren. Er blickte um sich um irgendetwas zu finden, egal was, hauptsache etwas womit er sich befreien könne, aber mehr als nur Kisten, gab es hier nicht.

In den tiefen der Seele drang das quietschen der Metalltür durch und ließ vermuten wer jetzt durch diese Tür trat…




Teil 17
Nicolas


Ein schöner Sonnentag brach an. Die Kinder spielten friedlich im Garten. Lachten, alberten rum und hatten einfach ihren Spaß. Nicolas sah von der anderen Straßenseite dabei zu. Er sah wie glücklich die anderen Kinder waren. Wie gern hätte auch er Freunde, Freunde mit denen er spielen konnte, lachen konnte, alles andere vergessen konnte. Er beneidete alle anderen Kinder zutiefst. Er beneidete deren Eltern, die immer fröhlich waren, mit ihren Kinder zusammen spielten und ihnen zeigten wie sehr sie sie liebten.

Nicolas war zu diesem Zeitpunkt sechs. Neu in die Schule eingeschult, wo ihn alle hänselten und ärgerten. Jeden Tag ging er traurig nachhause. Weinte heimlich in seinem Zimmer und fragte sich immer wieder warum die Anderen so gemein zu ihm waren.

Schluchzend saß er auf seinem Bett, zu einer kleinen Kugel gerollt und sah aus wie ein häufschen Elend. Niemand kam um ihn zu trösten. Seine Mutter kümmerte sich mehr um sich selbst und ihren neuen Affären, als um ihren eigenen Sohn.
Sein Vater war die meiste Zeit arbeiten. Das Verhalten, das er seinem Sohn gegenüber zeigte war grausam. Nicolas spürte Verachtung und Hass. Sein Vater zeigte ihm jeden Tag zu deutlich wie ungewollt er doch war. Ab und an schrie er im diese Tatsache auch mitten ins Gesicht. Wie solle sich da ein kleiner Junge wohl fühlen. Von den eigenen Eltern verstoßen und zu spüren was für eine Last er doch sei.

Die Tür wurde aufgerissen und der kleine Nicolas schrak auf seinem Bett zusammen. Sein Vater stand in der Tür uns schäumte vor Wut.
„Was fällt dir ein, einen deiner Klassenkameraden zu verprügelt“ schrie er und stürmte zu seinem Sohn. Ja, Nicolas hatte heute vor Wut auf einen seiner Klassenkameraden eingeschlagen, was hätte er auch anders tun sollen. Irgendwann quoll jedes Fass mal über und bei dem Kleinen kam es heute zu solch einem Ausspruch. Ihm war’s egal, der Junge hatte es verdient.
Sein Vater hingegen machte ihm Angst, wie er mit seiner vollen Größe vor ihm stand und puren Hass in dessen Augen sah.
„Ich….ich…“ stotterte der Kleine, doch mehr Silben verließen seinen Mund nicht. Der Weinkrampf zeigte noch seinen Nachwirkungen.
„Was heulst du hier rum. Und was fällt dir ein unserer Ruf zu zerstören. Was werden die Anderen jetzt über uns denken“ brüllte sein Vater, hatte ihn an den Schultern gepackt und mit seinen kräftigen Händen durchgeschüttelt.
Was für ein Ruf, fragte sich Nicoals. Der Ruf seiner Mutter, der Schlampe und seinem Vater, dem Arschloch. Wie konnte da seine kleine Prügelei mithalten, das war ein Witz dem gegenüber.
Stumm betrachtet Nicholas seinen Vater.
„Ich warne dich mach uns keinen ärger“ zischte der zornig, schmisse seinen Sohn aufs Bett zurück und verließ das Zimmer.

Die Jahre Verstrichen, die Welt drehte sich weiter und Nicholas verursachte nur Probleme. Er war der Außenseiter der Klasse, wie all die Jahre zuvor ebenso. Jeder der ihm in die Quere kam, machte Bekanntschaft mit seiner Faust. Er wurde zunehmender Gewaltsamer. Seine ganze Wut, die er zuhause verspürte ließ er hier in der Schule aus. Alle zwei Tage musste er zum Direktor und seine Eltern wurden immer zorniger. Sein Vater begann ihn mit zehn zu schlagen. Nicholas zeigte ihm gegenüber keine Angst mehr, das machte den Vater unsicher und seine einzige Methode damit klarzukommen waren seine Fäuste. Die einzige Gemeinsamkeit mit seinem Vater. Seine Mutter scherte sich nicht drum. Wenn sie den Mut hätte, würde sie gleich mit schlagen, aber dafür war sie viel zu feige.

Nicolas Hass zu seinen Eltern wuchs und wuchs. Seine Eltern hatten ihn nicht mehr unter Kontrolle. Mit 16 kam der Zeitpunkt sich zu wehren. Wieder mal einer der üblichen Streits mit seinem Vater, der erst nach hause kam und mal wieder von der Schule einen Anruf erhielt.
„Du solltest lieber mal drüber nachdenken was deine Frau so den ganzen Tag treibt“ warf er seinem Vater an den Kopf und dieser verstummte sofort. Auf den Gedanken kam er wohl nie. „Was glaubst du warum sie jeden Tag das Bett frisch bezieht“ setzte Nicholas einen drauf und trat trotzig an seinem verdutzt ausschauenden Vater vorbei in sein Zimmer. Anschließend hörte er nur noch Geplärre seiner Eltern durch das ganze Haus. Zufrieden und mit einem fiesen Lächeln auf den Lippen schloss er die Augen.

Im nächste halben Jahr ging alles ganz flott. Seine Eltern gaben die Scheidung bekannt. Niemand der Beiden wollte ihren Sohn weiterhin bei sich haben, so kam er in ein Heim, das er mit 18 verließ und sich durchs Leben kämpfte.

Der Unbekannte schüttelte grinsend den Kopf. Ja, Nicholas war sein Name, hätte er in all den Jahren schon fast vergessen. Seine Kindheit hatte in geprägt, hatte ihm zu dem gemacht was er heute war. So fing es an. So fing seine Psyche an zu spinnen, doch das war Vergangenheit. Jetzt war die Gegenwart und mit den Geschehnissen war er höchst zufrieden.

Wieso er so versessen nach dem Jungen war? Es könnte daran liegen, dass er sich ihn ihm wieder sah. Das gleiche trotzige Verhalten, zumindest ihm gegenüber. Er setzte seine versaute Kindheit in die Hände des Blonden. Er solle für alles büßen, aber nicht im schlechten Sinne.

Nicolas nahm seinen Hut vom Kopf. Seine schwarzen schulterlangen Haare hingen ihm locker auf der Schulter und ein paar Strähnen fielen ihm dabei ins Gesicht. Selbstgefällig strich er sie weg und kniet sich zu Gustav auf den Boden. Der Drummer sah ganz schön mitgenommen aus. Der zweite Tag der Gefangenschaft hatte schon längst begonnen. Seine Klamotten waren verschmutz, seine Wunde an der Schläfe hatte sich entzündet und er aß nichts. Nicolas brachte ihn zwar etwas zum essen, doch davon rührte er nichts an.

Der Schwarzhaarige hatte nicht vor, dass sein Besitz frühzeitig den Löffel abgab.
„Willst du nicht essen“ erklang Nicolas Stimme neutral, ohne irgendwelchen Unterton oder Besorgnis.
Gustav stützte seinen Kopf an der Säule ab und sah in nur bedrohlich an. Nicolas versank seine Hand einen Augeblick in seiner Manteltasche und kam mit einem Glitzernden Ding wieder heraus. Gustav musste blinzeln um sein verschwommenes Bild vor den Augen wieder scharf werden zu lassen. Der Mann strich schon fast zärtlich über seine Waffe und presste sie im nächsten Moment gegen des Blonden Kinns. Der Drummer atmete schwer und Angstschweiß bildete sich auf seiner Stirn.
„Ich habe nicht vor dich zu töten, zumindest jetzt noch nicht, aber wenn du mir keine Wahl läst.“
Der Drummer schluckte schwer und spürte den Druck der Waffe. Fast unerkenntlich leicht nickte er und Nicolas packte die Pistole wieder weg. Er stand auf und wollte wieder gehen.
„Warum ich?“ Verwundert drehte er sich bei den Worten um. Er hätte nicht gedacht, dass der Junge so schnell seine Sprache wieder fand. Er war mutig, dass gefiel ihm.
„Hmm vielleicht weil du mich an mich selbst erinnerst“ beantwortete er monoton und verschwand hinter den Kistenhaufen.
Gustav war nach dieser Antwort nicht schlauer als vorher.




Teil 18
Geheime Lüste



„Sagen sie mir endlich was ich hier soll“ brüllte Gustav wutendbrant und versuchte hysterisch sich von den Ketten zu lösen. Drei Tage saß er schon hier, seine letzten Energie Reserven sanken in den roten Bereich und seine Glieder schmerzen höllisch. Der Drummer kam nie richtig zur ruhe. Abends begannen die Ratten sich auf den Weg zu machen, der Wind pfiff durch die Ritzen an den Wänden und es fegte ein bitter kalter Wind hinein.

„Hau nicht wieder ab, sag’s endlich du BASTARD“ keifte der am Boden sitzende weiter. Nicolas hatte es an sich kurz vorbei zu schauen und anschließend wieder zu verschwinden und diese Sache nagte zusätzlich an des Drummers Nerven. Wenn er wenigstens einen Grund für seine Gefangenschaft wüsste, aber nein, der Mann vor ihm schwieg und verriet nichts.

Achtlos kniete sich Nicolas vor ihm hin und betrachtete jeden einzelnen Zentimeter seines Opfers. Gustavs Augen waren so hasserfüllt, das dem Schwarzhaarigen ein kleiner Schauer über den Rücken lief, doch das schreckte ihn keines falls ab, nein es machte es alles umso amüsanter. Die braunen Augen, matt und müde, geprägt von Erschöpfung und Verzweiflung.
„Du gehörst jetzt mir. Wirst für immer mir gehören“ zischte es aus Nicolas Munde, wie bei einer Schlage. Verachten schaute Gustav in die pechschwarzen Augen seines gegenüber, sammelte sämtlichen Speicheln in seiner Mündhölle und spuckte seinem Entführer direkt ins Gesicht. „Ich bin keine Puppe, die man auf ein Regal setzte und ich werde auch nie zu so etwas. Du wirst es noch bitter bereuen“ drohte Gustav mit kraftvoller Stimme. Sogleich kamen ihm Zweifel auf, ob seine Idee, seinem Peiniger zu drohen, so schlau war.

Nicolas Geduldsfaden riss. Er schlug Gustav mit dem Handrücken ins Gesicht, dessen Kopf durch den Ruck zur Seite kippte.
Der Blonde leckte sich mit der Zunge über die blutige Lippe und hob sein Kopf um den an der Säule abzustützen.
„Du bist ganz und gar nicht in der Lage mir zu drohen. Hier wird dich niemand finden, es kommt keiner um dich zu retten.“
Nicolas erhob sich und setzte sich auf einen der Kisten, die überall herumstanden.
Ein Sonnenstrahl drang durch die verschmutzten Fenster und ließen die schwarzen Augen im Schein aufleuchten. Sein muskulöser Körper saß anzüglich auf der Kiste, seine Beine gespreizt, die Arme darauf abstützend, sodass seine Haltung gekrümmt nach vorne ragte. Sein Haar fiel ihm nach vorne, das er sich hinter das Ohr klemmte.

Sie saßen eine Zeit lang schweigend da. Jeder betrachtete den Anderen aufs Genauste.
Ohne den Hut sah der Entführer wesentlich menschlicher aus, nicht wie eine Maschine ohne Herz und ohne Seele. Gustav glaubte trotzdem weiterhin, das der Mann kein Herz besaß und dazu noch ein totaler Psychopath war.
„Du bleibst so lange hier, bis sozusagen Gras über die Sache gewachsen ist. Die Leute dich allmählich vergessen, dann werde ich dich hier rausholen und du kommst mit mir an einen schöneren Ort“ erklärte Nicolas kurz und knapp sein Vorhaben. Gustav wurde schlecht. Diese Prozedur würde ewig dauern und solange hatte er nicht vor hier langsam aber sicher zu verrotten. In was für eine Welt lebte der Unbekannte nur…was für kranke Phantasien hegte er? Der Drummer bekam eine bleiche Farbe um die Nase herum und versuchte krampfhaft den Brechreiz zu unterdrücken

„Warum ich, kann ich mir ersparen zu fragen, du wirst es mir eh nicht sagen“ stellte er trocken fest. Auf Nicolas Lippen bildete sich ein Grinsen, es wurde von Sekunde zur Sekunde breiter und finsterer. Der Junge gefiel ihm immer mehr.
Wolken bedeckten die Sonne und mit einem Schlag wurde es düster in der Lagerhalle.
Nicolas löste sch von seiner Position und lehnte sich an einen der dahinter stehenden Kisten zurück. Gustavs Handgelenke waren verseht mit Schrammen, an der ein und anderen Wunde bildete sich schon eine dünne Blutkruste, die er jedoch immer wieder aufriss. Je mehr er sich bewegte, umso mehr brannte und schmerzen sie. Alles in seinem Köper schrie danach sich richtig bewegen zu können, laufen, liegen, springen. Die jetzige Position konnte nicht noch unerträglicher sein. Noch ein paar Tage an die Säule gekettet und Gustav würde seinen Verstand verlieren.

Abermals setzte sich der Unbekannte in Bewegung und gesellte sich zurück zu Gustav auf den Boden. Seine Augen wirkten wie ausgewechselt. Sie waren verschleiert, wirkten nicht mehr so kalt, irgendwie verträumt. Einer seiner langen Finger strich durch das Blonde Haar des Jungen.
„Fass mich nicht an“ keifte Gustav und entzog sich seiner Berührung, so gut es in seiner Position auf dem Boden ging.
„Du bist ein wirklich hübscher Junge“ murmelte der Psychopath vor sich hin und ignorierte des Blonden Gegenwehr einfach. Gustav wurde allmählich klar was dieser mit ihm vorhatte. All die Perversen Briefe zur Anfangszeit deutet darauf hin, deutet wie Pervers sein gegenüber war und wie versessen…wie krank.
Nicolas beugte sich näher zu Gustav
„Nicolas, mein Name ist Nicolas, merk ihn dir“ hauchte er ihm ins linke Ohr und grinste dabei verschmitzt. Ein letztes Mal strich er mit seiner großen Hand durch das Haar des Jungen, diesmal halb so liebevoll und verließ den Raum mit schnellen Schritten.

Kaum hörte Gustav die Tür ins Schloss fallen, stürzte er sich auf die Trinkflasche – die glücklicherweise einer dieser Sportflaschen war, sodass er es mit den Zähnen hoch zogen konnte und ohne Probleme die Flüssigkeit in seinen trockenen Mund und schließlich den Hals hinab floss. Behut setzte er die Trinkflasche zurück zu Boden, dabei gedacht sie nicht umzuwerfen und keuchte er schöpft und zugleich erleichtert auf.
Das ganze `Gespräch´ über verspürte es solch einen Durst.

Schwer atmend suchte er wie jede Minute eine Fluchtmöglichkeit, doch diese verdammten Ketten hinderten ihn daran.
Alte rostige Ketten mit scharfen Kannten. Gustav blickte über seine Schulter hinweg und hielt einen Monet lang die Luft an. Die Säule bestand aus Holz, was zwar sehr seltsam für eine Stützsäule in einer Lagerhalle war, aber vom aussehen schätzte er die Halle auf sehr alt. Leider lag genau da das Problem. Er hatte sich seit geraumer Zeit schon überlegt, mit der Kette einfach zu versuchen sich durchzusägen, leider würde die Halle höchstwahrscheinlich zusammen stürzen, ehe er die Tür erreicht. Seufzend strengte er seinen Kopf an. Solle er es trotzdem wagen?
Besser unter einem Trümmerhaufen begraben zu werden, als hier bei einem Perversling zu verkümmern und seine Lüste zu befriedigen.

Schmerzerfüllt rekelte sich der Drummer um die Ketten besser zu fassen zu bekommen. Seine Hände um griffen diese kraftvoll und fingen im Rhythmus an zu ziehen. Nicht nur das Holz litt unter dem kantigen Ketten, auch die Hände, in denen sich diese einbohrten.

Hauptsache weg…Frei…waren seine einzigen Gedanken…




Teil 19
Flucht?(1)


Aus den Handinnenflächen quoll Blut, floss an den verrosteten Eisenketten hinab und Tropften geräuschlos zu Boden. Die anscheint gebrochene Rippe stach bei jedem Hieb und stieß unheimliche Schmerzen durch den geschwächten Körper. Das Geräusch des Sägens, der Ketten am Holzbalken, erfüllte die Halle und gab ein Echo wieder. Gustav bettete inständig, das Nicolas nicht plötzlich auftaucht, denn durch das Sägen, konnte er beim eventuellen öffnen der Metalltür, das dadurch entstehende quietschen nicht hören. Was dann geschehen würde, konnte er sich nur zu gut ausmahlen. Dieser Gedanke verlieh ihn dazu schneller und kraftvoller zu ziehen, wie es in seinem Zustand nur möglich war.

Seine Augen sahen nur verschleiert, der Schweiß floss ihm über die Stirn und die Zähne bohrten sich in die Unterlippe, so fest das Blut zu schmecken war. Ob es vom vorigen Schlag oder durch die Zähne kam, wusste er nicht.

Der Drummer hatte keine Ahnung wie weit er war, ob der Kraftaufwand überhaupt irgendeinen Erfolg erwies. Wie wild, von Panik gesteuert machte er einfach weiter. Getrieben vom Gedanken hier weg zu kommen. Keuchend verflogen seine Kräfte von Hieb zu Hieb. Seine Kraftstöße wurden langsamer und seine Kräfte schwanden. Die Lunge des Jungen brannte und stach ungeheim fest, sodass das Atmen schwerer wurde. Kraftlos sackt er in sich zusammen und nur noch die Ketten hielten ihn an der Säule.

Am liebsten würde er jetzt schlafen, die Augen schließen und nie wieder öffnen. So erschöpft war er noch nie. Seine Arme und Hände schmerzten, seine Wunde an der Schläfe, seine Lippe und seine Rippe. Ihm kamen negative Gedanken auf. Was wäre wenn er es schaffen würde, wenn er schaffen würde sich hier zu befreien, die Halle nicht gleich über ihn einstürzen würde…wie käme er hier weg. Seine Beine waren taub und die Kraft zum laufen besaß er ebenso wenig. Wie also sollte er hier weg kommen? Auch wenn er es schaffen sollte sich fort zu bewegen, bestehe im Fall wenn Nicoals ihn erwischen würde, keine Chance zu entkommen. In diesem Zustand hätte sein Entführe keine große Mühe ihn hier her zurück zu schleifen und an die Säule zurück zu ketten. Für was dann der ganze Aufwand, wenn er eh zu nicht bringen täte?

Gustav erschrak über seinen Pessimismus und rappelte sich im sitzen zu einer halbwegs aufrechten Position zurück. Auch wenn der scheiß Kerl ihn von hinten erschießen würde, wäre es immer noch besser als hier zu verrotten und ihm hilflos ausgeliefert zu sein.
Schwungvoll, dabei von einen vor Erschöpfung geprägten aufschreien begleitet, riss der Blonde die Kette in seinen verletzten Händen die Säule entlang. Mit einem klirrenden Geräusch zersprang die alte rostige Kette und Gustav knallt mit dem Gesicht nach vorne auf den kalten dreckigen Boden auf. Die Arme neben dem Körper ausgebreitet und umschlossen von den Ketten. Sekunden lang lag er regnungslos auf dem Boden und rang gierig nach Luft, die seine Lunge dringend benötigte.

Nachdem sich der Atem des Blonden halbwegs beruhigte, versuchte er sich zu erheben. Die schmerzenden Handgelenke zog er zu sich und stützte sie neben seinem Oberkörper ab. Stöhnend stemmte er sich ein Stück auf um danach gleich wieder auf de Boden aufzuknallen und gleißender Schmerz schoss durch sein Kinn. Der erste Versuch ging daneben. Gustav versuchte es ein zweites Mal und diesmal war er zu einer sitzenden Position imstande, diese zu halten war nicht weniger einfach. Alles in seinem Kopf drehte sich und er schwank gefährlich hin und her, drohte umzukippen. Die Augen blinzelten ein paar Mal vor sich hin, bis das Bild davor klar wurde. Er jetzt wurde ihm bewusst, dass nicht die Säule, sondern die Ketten brachen. Umso besser, so verflog die Gefahr die Halle würde in sich zusammenfallen.

Seine Armen fühlen sich bleichschwer an. Die Ketten darum hatten sich von ganzen ziehen enger umschlossen. Seine zitternde, von Schrammen übersehe rechte Hand krallte sich um die Ketten der Linken und versuchte sie zu lösen. Gustav zog, quetsche seine Hand, doch alles blieb vergebens. Sie hatten sich sehr fest an die Handgelenke geschmiegt, das er wohl oder übel mit den Bleidingern versuchen musste zu entkommen, was eine zusätzlich schwere Belastung für den geschwächten Jungen war.
Mit schmerzverzerrtem Gesicht verlagerte er seine ganze Kraft auf die wackligen Beine, die jeden Moment drohten in sich zusammen zu brechen. Keuchend und hustend stützte er sich an der Säule ab und den Beinen sich erst an das Gewicht zu gewöhnen, die drei Tage lang schliefen und sich immer noch taub anfühlten.

Als aller erste verschaffte er sich einen spärlichen Überblick über die gesamte Halle, denn von seiner vorigen Position konnte er nicht viel sehen, da eine menge Kisten seinen Blickfeld einschränkten. Sicher eine Verdienst von Nicolas. Der Drummer sah am anderen Ende die Metalltür, vom dem er bisher nur das Quietschen kannte. Von der Säule bis dorthin war es ein ganzes Stück und Gustav wusste nicht ob er dies zustande bekäme. Seine Beine waren schwacher als er vorher vermutete.

Der Blonde begann sich an den Kisten entlang hervorzuarbeiten. Schritt für Schritt und allmählich machte sich ein Kribbeln durch sine Beine breit, was sich bei jedem Auftreten wie tausend Nadelstiche anfühlte. Die Ketten raubten ihn kostbare Kraft und nach ein paar Metern knickte sein linkes Bein ein und Gustav stürzte zu Boden, riss dabei ein paar Kantons mit sich.
Ein paar Minuten blieb er liegen, mit den gefallenen Kisten auf ihm drauf. Er war vollkommen ausgelaugt, doch ans Aufgeben dachte er nicht. Stöhnend befreite er sich von dem auf ihn gefallenen Kartons und kämpfte sich wieder auf die Beine. Die Rippe stach in die Lunge, die aufgeschlifenen Hände krallten sich in die Kartons und die Füße steuerten ihr Ziel an.

Der Drummer kam die Streckte endlos lang vor, was wohl daran lag wie langsam er vorankam. Seine Beine tauten auf, die Kraft jedoch schwand immer tiefer in den roten Bereich. Gustav wischte sich mit dem Handrücken den Schweiß aus dem Gesicht und zwang sich bei Sinnen zu bleiben. Mehr als die Hälfte des Weges hatte er hinter sich, als ein quietschendes Geräusch die Halle erfüllte. Ohne zu zögern schmiss er sich hinter ein berg Kartons und presste sich dagegen. Mit dem Quietschen folgten schwere dumpfe Schritte und der Blonde versuchte seinen Atem unter Kontrolle zu halten um nicht aufzufallen.

Mit einem Krachen fiel die Tür ins Schloss und Nicolas schritt vorwärts. In Gustav kam Panik auf. Was solle er jetzt tun? Sobald sein Entführer die Säule erreichen täte, gäbe es kein Entkommen mehr, doch wie solle er nur hier weg. Die Ketten um seine Hände verursachten beim Laufen hörbare Geräusche und so würde er sofort auffliegen. Ab jetzt zählte jede Sekunde…




Teil 20
Flucht?(2)


Gustav unterdrückte sein Schnaufen um ja kein Mucks von sich zu geben. Sein Brustkorb hob und sank sich unregelmäßig und sein Herz schlug schnell und kräftig gegen die Brust. Schweiß lief ihm übers Gesicht, floss ihm dabei in die Augen, die er schon fast panisch schloss. Die Sonne strahlte sperrlich durch die verschmutzten Fenster und warf den Schatten des jungen Mannes auf den Boden. Schwer schluckend, riss er seine Augen auf und blicke auf seinen Schatten, der über den Kistenhaufen hinab glitt. So leise wie möglich ging er einen Schritt zur Seite, um seinen Schatten zu verbergen, leider gaben die Ketten um die Handgelenke ein Klirren von sich und wie erstart blieb der Drummer stehen.

Sein Gehör wurde größer, versuchte den Weg der Schritte zu kalkulieren, doch keine waren zu vernehmen. Immer noch an die Kisten gepresst starrte er zum Ende des Kartonhaufens und vermutete jeden Moment Nicolas dahinter auftauchen zu sehen. Plötzlich erfüllte sich der Raum wieder mit den schweren Stiefelschritten Nicolas und Gustav musste irgendetwas tun.

Etwa zwanzig Meter hinter dem Blonden befand sich die Wand, die verseht mit Rissen war und es ein Wunder war, das diese den Gewicht der ganzen Lagerhalle noch standhielt. Die Kisten türmten sich an die drei Meter in die Höhe, verdreckt, aber außergewöhnlich gut in standgehalten. Der Drummer wagte einen Blick zur Mauer, rechnete sich seine Chance aus, die sehr gering aussahen. Zur Metalltür laufen, sie öffnen und abhauen konnte er sich abschminken. Seine Schritte verursachte Töne. Die Tür würde quietschen und außerdem könnte es in seinem Zustand ewig dauern diese zu öffnen. Alles schien aussichtslos. Er war gefangen…gefangen wie ein Tier ohne Fluchmöglichkeiten.

Gustav wagte einen weiteren Schritt, der nur ein paar Millimeter groß war. Sein ganzer Körper stand steif gegen die Kartons gepresst- nicht so fest das diese drohten herunterzufallen- so fest das er glaubt in ihnen zu versinken, mit ihnen eins zu werden und so unsichtbar für Nicolas sei. Was natürlich total Unsinn war, doch was verlangte man von einem erschöpften jungen Mann, verseht mit Schrammen, gejagt eines Irren und gepeinigt von Furcht.

Die Beine zitterten unter dem Gewicht des Körpers, die Arme fest gegen die Brust gedrückt. Der Blonde drosselte das Rasseln in den Atemzügen, sperrte die Ohren noch viel weiter auf um Nicolas zu hören, von dem er seit geraumer Zeit schon kein einziges Geräusch mehr hörte.

„Ich weiß das du noch hier drin bist“ flötete plötzlich dessen Stimme durch den Raum und gab ein grausames Echo von sich. Gustav hielt den Atem nun ganz an und starrte mit weit geöffneten Augen die Wand ihm gegenüber an. Innerlich malte er sich schon seinen Tod in jeder Art und Weise aus. Das Schlucken kratze fürchterlich im Rachen. Sine Lunge war trocken, staubig und gereizt. Im Großen und Ganzen befand sich der Junge in einem furchtbar jämmerlichen Zustand, der ans Aufgeben jedoch nicht dachte.

„So schnell lasse ich dich nicht gehen. Ich habe noch so viele dinge mit dir vor“ sprach der Mann weiter und seine Stimme nahm mit den letzten Worten an kraft ab und klangen verträumt, ja genau so vernahm es Gustav. Ein ungemein starker Schauer lief ihm über den Rücken und sein Gesicht glich immer mehr der Farbe eines Gespenstes. Er hätte am liebsten auf dessen Worte widersprochen, doch in letzter Minuten biss er sich auf die Zunge um eine dumme und verratende Tat zu verhindern. Der Unbekannte wusste ganz genau mit welchen Mitteln er ihn aus seinem Versteck locken konnte. Sein Herz hämmert stärker gegen den Brustkorb und er glaubte schon ein Echo seines schlagenden Herzen würde die Halle erfühlen. Es dröhnte in seinen Ohren und hinderte ihn so die Geräusche um ihm herum richtig wahr zu nehmen, egal wie sehr er sich auch zu konzentrieren versuchte.

„Tick…tick…tick…“ diese drei Worte sagte Nicolas mit solch einer Ruhe und Beherrschung in seiner Stimme, was Gustav fast zum Wahnsinn trieb. Er machte sich lustig, machte ein Spiel daraus und der Junge kämpfte hier um sein Leben. Wie krank kann ein Mensch nur sein? Dem Blonden kamen Zweifel auf, ob diese Person überhaupt ein Mensch war und nicht irgendein Wesen aus den Tiefen der Hölle. Und was bewegte er mit dem Wort? Gustav wurde immer verwirrter.

Nicoals grinste übers ganze Gesicht. Es war für ihn nur eine Frage der Zeit gewesen, bis sich sein begierender Besitz befreite um ihn zu ärgern. Für den Schwarzhaarigen war es weniger ein Desaster, mehr ein Ereignis das viel spaß versprechend wirkte und Herausforderungen mochte er besonders. Seine schwarze Sonnenbrille trug er heute nicht und man mochte zu glauben, aus seinen Augen triefte es nur so von Lust und Girr. Girr nach Abwechslung, nach Spaß, nach Nervenkitzel und auf eine Jagt.

Lautes Poltern und nach einander schallende Aufschläge erklangen in den Ohren des Drummers und in der alten Lagerhalle. Voller Schreck zuckte der schwache Körper zusammen und kniff kraftvoll die Augen zusammen. Immer und immer wieder fiel etwas zu Boden und hallte durcheinander, was den Jungen fast um den Verstand brachte.
Es hinderte ihn sich auf die wesentlichen Geräusche zu konzentrieren. Der Blonde wusste nicht genau von wo die Knalle kamen, nur…sie waren überall.

Etwas musste getan werden, so wollte Gustav nicht sterben, nicht hier und jetzt. Nicht heute und auch nicht im laufe der nächsten Tage. So machte er einen Schritt nach links…einen weiteren und dann noch einen dritten. Jetzt kam er genau am Rande der Kartons an und nur noch ein Schritt und dann hätte Nicolas ihn voll im Blickfeld, dachte der Drummer. Das Poltern verstummte und er vermutete in etwas wo sich sein Peiniger befanden täte. Er wollte nur einen kleinen Blick wagen und sich nicht gleich wie auf den Präsentierteller zeigen.

Vorsichtig lugte er mit einem Auge um die Ecke, doch erkannte rein gar nichts. So wagte er auch mit dem zweiten Augen drüber zu gucken und er durchforstete mit seinem Blick die Hallenecke ab, die er erblicken konnte. Nirgends war Nicolas zusehen nur Haufen Kisten die zu Boden geschmissen worden waren. Jetzt wusste er woher der Krach kam. Gustav sammelte allen Mut zusammen und setzte einen weiteren kleinen Schritt voran. Der Schmerz der durch die Brust jagte, von einer kleinen Kugel verursachte, aus der Waffe in Nicolas Händen entsprungen. Genau diesen Schmerz malte der Drummer sich in seinen Gedanken aus, wenn er sich um die Kisten beugte.

Immer mehr krümmte sich der Körper um die Kartons, vergrößerten das Sichtfeld, umsonst wie es sich herausstellte.
„Hab dich“ schmetterte es ihm von hinten entgegen und ehe er sich versah stürzte sich ein schwerer Körper auf des seinen und drückte ihn mit voller Wucht zu Boden…



Teil 21
Schuld


Die Sekunden verstrichen, die Gefahr und Angst trieb ins unermessliche. Es vergingen Minuten, nein Stunden und keine Spur. Tage voller Anspannung, Verzweiflung und Schuld Gefühlen. Drei Tage ohne irgendein Lebenszeichen.

Jede Nacht quälten dem Jungen mit den schwarzen Haaren Alpträume, wenn er überhaupt für fünf Minuten die Augen zu bekam. Bill fiel in beiden Nächte in einen unruhigen und leichten Schlaf. Er machte sich schreckliche Vorwürfe, wollte helfen, irgendetwas tun und sich nicht so hilflos und nutzlos fühlen. Der Junge gab sich die Schuld, die Schuld für die Entführung eines Freundes, Schuld ihn in Gefahr gebracht zu haben. Niemand wusste wo Gustav steckte, wo dieser Mistkerl ihn hin brachte geschweige denn was dieser mit den Dunkelblonden anstellte. Bill malte sich die schlimmsten Dinge aus. Was wenn der Drummer schon gar nicht mehr am Leben sei? Der Junge schluckte schwer und verbann, durch ein schütteln des Kopfes, den Gedanken. Die Schuldgefühle fraßen ihn innerlich auf.

Die Polizei arbeitete auf Hochtouren mit mäßigem Erfolg. Es gab so viele Orte und Plätze. Jeder wollte helfen, keiner konnte nur abwarten und nichts tun, doch mehr als den Beamtem im Weg stehen und sie von der Arbeit abzuhalten taten sie damit nicht. Bill, Tom, Georg und die Andren sahen ein, dass sie außer abwarten und hoffen, nichts tun konnten. Im Schäfer Haus herrschte stille, eiserne Stille. Niemand wollte allein sein, so versammelten sie sich an jenen Tag und schwiegen, hingen ihren Gedanken nach, das Gefühl nicht allein zu sein brachte sie von all dem Warten nicht ganz um den Verstand.
Ein Nachteil besaß diese Stille. Nicht jeder konnte seine Gedanken, seine Anschuldigungen für sich behalten, die Anspannung brachte ein Feuer zum Knistern, die Geduld des ein oder Andern würde langsam platzen. Der Eine zeigt es offen, der Andere verborg dies im inneren.

„Verdammt Bill das ist allein deine Schuld“ warf Georg fauchend dem Sänger vor lauter gemischten Gefühlen an den Kopf.
Bill saß zunächst fassungslos auf der Couch. Die sonst so gestylten schwarzen Haare, hingen heute lasch am Kopf hinunter. Die Augen ungeschminkt, geschwollen und Rotunterlaufenen. Eins wegen den schlaflosen Nächten und anderseits wegen den geheimen stillen Tränen, die er vergoss. Ihm war klar welche Schuld er traf und konnte Georg den Vorwurf nicht verübeln.

Georg blickte von Wut geprägt den Schwarzhaarigen auf zehn Meter Distanz in die Augen- so leer und traurig. Seine Wut auf den Unbekannten wusste nicht wohin, so musste der Sänger für alles hinhalten. Der Bassist kannte den Grund für Bills Handel. Konnte es sogar verstehen, doch irgendwem musste er die Schuld geben, wohl eher da das Warten sehr an den Nerven zehrte, wie die Ungewissheit.
Der Braunhaarige ging auf den verletzt ausschauenden Jungen zu, griff ihn an den Kragen und zehrte den laschen Körper mühelos nach oben. Sein handeln geschah aus blindem Zorn und ebenso dadurch geleitet.

Bill schwieg weiterhin, wie könne er ihm auch widersprechen, wo Georg in seinen Augen so recht mit seiner Anschuldigung hatte.
„Lass ihn los, das bringt doch zu nichts“ redet Tom dem Bassisten ruhig zu und legte seine Hände auf den Armen vom dem Braunhaarigen ab. Eine beruhigende und kraftlose Geste. Georg blickte den Gittaristen an. Was wäre wenn der Psychopath Tom erwischte hätte? Wem würde er dann die Schuld geben? Auch Bill oder vielleicht sogar Gustav, weil er an dessen Stelle sein wollte? Niemand hatte Schuld, es war ein abgekatertes Spiel, in den sie alle hinein rieten, unbewusst zu einem hohen Preis, das Spiel eines Verrückten. Seufzend ließ der Bassist den Sänger los, dessen Körper sogleich zurück auf die Couch plumpste und setzte sich selbst wieder auf seinen Platz um…zu schweigen. Was hätten sie auch anderes tun sollen?

15.32 Uhr
Bill wagte einen Blick auf die Uhr, die für ihn in den Tagen die Bedeutung verlor. Zeit ging unauffindbar voran, Zeit war für ihn zu diesem Moment völlig egal, hauptsche Gustav käme heil und ohne irgendeine Schrammen zurück. Hoffnung…

15.34Uhr
Wunschträume begannen zu wirken. Der Sänger starrte Richtung Flur, glaubte jede Minuten den Drummer grinsend herein kommen zu sehen. Im besten zustand, vollkommen gesund, als ob nie etwas geschehen sei, er nie entführt wurde. Träumen…

15.39Uhr
Die Augen ließen nicht mehr von der Uhr ab. Jede Minute huschte der Blick darüber. Alle Anwesenden wirkten starr, fast wie leblose Staturen, Schatten…Bill fühlte sich trotz aller Anwesenden allein. Tom, der Zwilling, den er so dringend brauchte, der ihm vom Abstürzen festhielt, dennoch glaubte Bill es bestehe hundert Meter abstand zwischen ihnen. Schuldig….

15.42Uhr
„Leo hast du die Lagerhallen im alten Industriegebiet schon durch?“
So still es in dem einen Raum auch war, in den restlichen Haus herrschte reinste Hecktick. Der Komesar verlegte deren `Lager´ hier her, Mitten ins Geschehen. Der Wohnzimmerbreich wirkte abgeschottet, obwohl dessen Tür sperrangelweit aufstand. Fremde Leute, die daran vorbei huschten, ihr bestes taten um Gustav zu finden. Bill spürte immer noch die Blicke des Komesaren auf seiner Haut, wie er ihn forschend, bei seiner Erzählung misstrauisch ansah, doch trotzdem nicht vorwurfsvoll. Mitleidig…

15.48Uhr
Raus hier einfach raus! Bill hielt es in dem Raum nicht mehr aus, drängte sich an den ganzen Beamten vorbei hinaus in die klare frische Luft. Ein, zwei mal atmete er tief durch, genoss die Kälte in den Lungenflügel und schloss seufzend die Augen.
Von außen bekam er von all der Hektik nichts mit. Konnte nur vermuten wie die ganzen Menschen darin ihre arbeit taten. In den letzten paar Minuten benahmen sich die ganzen Polizisten und Beamten immer unruhiger, irgendetwas wussten sie, was die Andern nicht wussten, sie verheimlichten was, glaubte Bill.
„Altes Industriegebiet“ japste er die jetzt Warme Luft aus seinen Lungen und sämtliche Gesichtszüge entglitten ihm. Ohne große drüber weiter nachzudenken, setzte er sich in einem tranceartigen Zustand in Bewegung.
Unvorsichtig…




Teil 22
BIS ANS ENDE




Der feuchte, dreckige Boden drückte gegen den wehrlosen Körper oder wurde der Körper gegen den Boden gedrückt?
Das auf den Bauch liegende Geschöpf konnte sich in dieser Position nicht aus den Händen seines Entführers befreien. Der Schatten des jungen Mannes verriet dem Älteren sein Versteck, so hatte dieser kein großes Problem gehabt ihn zu finden. Nur ein bisschen Krach brauchte er um den Jungen abzulenken und nicht mitbekam aus welcher Richtung sich die Gefahr im näherte. Am besagten Kistenhaufen sah er Gustav, der sich unwissend umsah. Sein Plan ging ohne Probleme auf. Ihn dann noch zu überwältigen war keine große Mühe gewesen.

Nicolas ragte über den Jungen. Sein rechtes Knie bohrte er ihm in die schmerzende und dem Anschein nach gebrochene Rippe rein, mit dem anderen Bein hielt er die Beine seines Opfers am Boden und die Hände hielt dessen Handgelenke fest umschlungen. Nicolas komplettes Gewicht lag auf dem Blonden, der glaubte dadurch jeden Augenblick, wegen erheblichen Luftmangels, ersticken zu müssen. Der große Schwarzhaarige grinste dreckig und bohrte mit dem Knie noch tiefer in die schmerzende Stelle. Gustav biss die Zähne zusammen, verkniff sich schwäche zu zeigen, doch ein Keuchen entglitt seinen spröden Lippen.

„Tut das weh?“ flötete der Peiniger heimisch und achtete aufs Genauste auf dessen Reaktionen.

„Tut das weh!“ hauchte er nun ganz nah an seinem Ohr, beugte sich dabei hinunter und drückte um die verletzenden Handgelenke fester zu.

Die Ketten die sich immer noch daran befanden, störten Nicolas keines Wegs. Gustav wusste in dem Moment nicht was ihm mehr Schmerzen verursachte. Die brennende Qual, die ihm an den aufgescheuerten Handgelenken entstand oder der unerträgliche erstechende Schmerz in seinem Rücken, der unter dem enormen Gewicht des Andern zu leiden hatte und durch dem Herabbeugen umso schwerer schien. Noch einmal verstärkte Nicolas den Druck an den verletzten Stellen und entlockte ein erbärmlicher dumpfer von Schmerzen begleiteter Laut. Dem Psychopath drang dieser Laut genüsslich ins Ohr. Zwar für ihn noch längst nicht befriedigend, doch dies würde er sich schon holen.

„Du wirst mir doch jetzt nicht schon kaputt gehen“ meinte er sarkastisch und nahm etwas Gewicht von den Rippen.
Noch ein bisschen länger und der Drummer wäre darunter zerbrochen.

Gustav sah für ihn jetzt keine Chance mehr, wenn ihn nicht bald jemand finden und retten tät, wäre sein leben verwelkt. Er kämpfte dagegen an nicht das Bewusstsein zu verlieren. So wäre er ihm wehrlos ausgeliefert, wobei es gerade nicht besser für ihn aussah. Doch wenn, dann wollte er wenigstens mitbekommen was Nicolas mit ihm vorhatte, allein der Gedanke ließ den Brechreiz aufkommen.

…………………………..

Bill lief wie benebelt durch die Straßen, mit einen einzigen Ziel, „Altes Indusriegebiet“. Ob dort eine Spur zu finden ist, war nicht sicher, denn dieser Ort war von den Beamten nur eine Vermutung, jedoch würde der Junge bis ans Ende der Welt gehen, um nur eine kleine Spur seines Freundes zu finden und so ein kleines Fünkchen Hoffnung zu sähen.

Um den mageren Körper wehte ein kalter Wind, was diesen zum zittern brachte. Seine Jacke vergaß er beim verlassen des Hauses drinnen. Die Schuhe knirschten unter dem nassen Asphalt bei jedem Schritt. Viele Schritte vergangen und kamen ihrem Ziel immer näher. Die Wolken zogen dunkle Bahnen über den Himmel. Heute war ein besonders düsterer und trostloser Tag. Verhieß das was Schlechtes? Jede noch so kleine schlechte Sache, vernahm der Sänger in seinem jetzigen Zustand als schlechtes Ohmen, wobei er doch so gerne positiv denken würde, ohne erfolg.

Der Schwarzhaarige kam an seinem angesteuerten Ort an. Er blickte vom Boden auf. Vor ihm erbreitet sich ein Riesengebiet, voller Gebäude und Hallen. In einem äußerst schlechten Zustand. Das ein oder andere Gebäude war bereits unter den morschen Gerüst und dem dazu gehörigen Gewicht zusammen gebrochen. Einige komplett zu Staub gefallen, andere nur noch zur Hälfte stehend und bei vielen noch stehenden Gebäuden wunderte sich Bill, das diese bei ihrem Zustand noch zu stehen schienen. Der Junge seufzte innerlich bitter auf. So viele Quadratmeter abzusuchen. Ein kleiner Vorteil bestand. Früher spielten er und sein Zwillingsbruder Tom ab und zu hier in diesen alten Gebäuden. Gefahr war in ihren jungen Jahren ein Fremdwort, doch als hier ein bedauerlich tödlicher Unfall geschah verbot ihnen ihre Mutter strickt je wieder diesen Ort zu betreten. Was sie ausnahmsweise auch taten, sterben wollten sie nicht. Dies war so viele Jahre her und Bill bezweifelte sich hier noch auszukennen, doch ein Versuch war’s wert…Gustav war’s wert, er war’s ihm schuldig.

Zögernd setzte er den ersten Fuß in das von Zaun versperrte Gebiet, wobei der Machendrahtzaun ebenfalls unter all den Jahren litt, hier und da kaputt war und wie die Hallen, genauso Einsturz gefährdet aussah. Bill legte eine Hand auf den Zaun ab, der sich allein bei der leichten Berührung ein Stückchen mehr von der Erdanzierungskraft zu Boden bewegte. Ohne weiter drauf zu achten lief er weiter hinein.

………………………

Das hechelnde Geräusch der trockenen, von Staub gefüllten und unter dem Gewicht zerdrückende Lunge des Jungen erfüllte die Halle in ihrem stillstand. Die Augen fest zusammengekniffen, Steifgewordenen Gelenke und ein Mann mit einer Seele so schwarz wie die Nacht, so verdorben und triefend vor Boshaftigkeit. Krankhaft und Besessen.
Fixiert er sich einmal auf etwas, weckt etwas oder jemand seine Aufmerksamkeit, so gibt es für diesen kein Entkommen. Er verfolgt sein Ziel bis er es erreicht hat...bis zum Tode.

„Was…was.“ Gustav verfiel einen Hustanfall“…haben sie vor?“

Schmunzelnd blickte Nicolas auf dem ihn unterliegenden hinab. Wo die Fantasie aufhört und die Realität begann, war für ihn gleichgültig. Konnte Realität von Fantasie nicht mehr unterscheiden. Der Ältere lebte in seiner, im Gehirn, selbst aufgebauten kleinen Welt. Die Fähigkeit klar zu denken, zu verstehen was er tat, war nicht mehr vorhanden. Er lebte für seine Bedürfnisse, zu welchem Preis auch immer.

„Hmm“ brummte der Psychopath mit seiner dunklen und tiefen Stimme. Zu mehr war dieser gerade nicht im Stande, sondern schwelkte mal wieder in der Fantasie.

„Sag schon“ kräzte der Drummer, versuchte sich zu wenden, ohne eine Chance.

„Hmm…“

Gustav sah aus dem Seitenwinkel wie abwesend sein Entführer wirkte Sah diese süffisantes Lächeln auf den Lippen, die Augen, die auf ihn abblickten, doch so verträumt und obwohl er ihn ansah, schien es als würde er diesen gar nicht sehen.

„Warum bin ich HIER“

Der Blonde drosselte bei den Worten seine beschleunigte Atmung, um sie so deutlich wie möglich über die Lippen zu pressen und Nicolas aus seinen träumen zu reisen. Das letzte Wort besonders laut, was sich im Raum mehrere Male wieder halte.

„Weshalb sollte ich dir drauf antworten“ kam die kege Gegenfrage.

Der Dunkelblonde glaubte nicht was er eben zu hören bekam.
„Das…das…“ Gustav rang schwer nach Luft, „bist du mir schuldig!“

Der Schwarzhaarige grinste übers ganze Gesicht, verlagerte sein Gewicht wieder mehr auf die Arme.

„Ich bin dir rein gar nichts schuldig“
Den Unterschied von Glück und Leid gab es in seinem Verstand nicht. Allein getrieben vom Wahnsinn.

„Ich bin niemanden irgendetwas schuldig“ betonte er nochmals nahe an Gustavs Ohr.

Der Junge spürte den warmen Atem auf seinem Gesicht, Zigarettengestank drang ihm in die Nase und ein paar schwarze Haarsträhnen glitten ihm am Hals und Gesicht entlang. Gustav fragte sich wie lange er noch auf ihm drauf sitzen wolle.

„Du willst es doch auch“ raunte der geistig Gestörte, leckte sich mit der Zunge über die Lippen und sog den Geruch von Schweiß, Schmutz und Angst des Blonden in sich auf, was ihn unheimlich erregte.

„Träum weiter“ zischte der ihm entgegen.

Mit einem male verdunkelte und verhärtete sich Nicolas Gesichtsausdruck. Dessen Faust traf den wehrlosen sehr unerwartet im Gesicht. Keuchend schmeckte Gustav Blut im Munde, das sich über seine trockene Zuge ausbreitete.

„Mistkerl“ Überrascht zog Nicolas beide Augenbrauen hoch, hatte nicht geblaut der Junge wäre jetzt noch im Stande etwas zu sagen. Er hatte ihn ziemlich unterschätzt.

„Du wirst dich daran gewöhnen“
„Niemals“
„Hier wird dich keiner finden, das solltest du langsam begriffen haben. Du gehört ab jetzt mir...für immer“
Dieses Gespräch gefiel dem Drummer in keiner Weise. Er wurde behandelt wie eine Puppe, ein Gegenstand und kein Menschliches Wesen, dies solle er sein ganzes Leben ertragen? Gustav wurde speiübel, jedoch rang er sich danach das Gespräch weiter im Gange zu halten, hoffte so etwas Zeit zu schinden, wenn überhaupt jemand auf seiner Suche war.

„Na wenn mich eh keiner finden wird und ich dir für immer gehöre, kann’s du mir doch etwas von deinem Vorhaben erzählen“

Nicolas legte seinen Kopf etwas schief und Gustav spürte wie die Umklammerungen sich etwas lockerten.

……………………………….

Bill tapste durch die kaputten, unebenen Straßen, mit Vorsicht nicht bemerkt zu werden. Bis jetzt war jedoch keine Spur zu finden. Alles wirkte verlassen und allein. Beim öffnen der Türen drohten, die noch stehenden Gebäuden einzustürzen. Um keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, wenn sich jemand in dieser verlassenen Einöde befand, blickte er vorerst durch die Fenster oder Löcher in den Wänden, ehe er sie betrat. Alle waren sie verdeckt, kaputt und stinkend, wie alles hier im alten Industriegebiet. Bill suchte seit einer Ewigkeit und würde noch viel Zeit für die Suche aufbringen müssen, da er noch nicht mal die Hälft, bei dem großen Gebiet, durch hatte.

Der Schwarzhaarige betrat eine alte Halle, mit dunklen, wohl eher verdreckten, Fenster; einer schweren Metalltür und noch ziemlich gut instand. Wenig Licht rang durch die verschmutzten Fenster, warf nur ein trübes, gedämpftes Licht in die Halle. Bei der markanten Beleuchtung erkannte man alte, verrostete, zurück gelassene Maschinen, hier und das Kartons mit alten Materiell, nicht mehr zu gebrauchen und wie nicht anders zu warten mit viel Schmutz und Staub bedeckt. Vorsichtig glitt der Sänger durch die Haufen und inspizierte jede Ecke. Doch außer Ratten und Dreck war hier, wie auch in den zuvor durch geforschte Gebäuden, nichts zu finden, noch nicht mal irgendein Hinweis.
Seufzend wischte er sich etwas Schmutz vom Gesicht und begab sich nach draußen. Seine Vorsicht verblasste von zeit zurzeit. Zu diesem Zeitpunkt hatte er keine Ahnung das ganz in der Nähe, in einer fast gleich aussehenden Halle, der entführte junge Mann um sein leben kämpfte. Der verschleppte Dunkelblonde war nur ein paar Herzschläge weit entfernt, doch Bill schlug eine andere Richtung ein.

…………………………

Allmählich spürte Gustav fast keinen mehr seiner Körperteile.
„Wir sind hier in einem alten Industriegebiet, so groß das dich hier keiner finden wird“
Überrascht konzentrierte der Blonde sich wieder auf den ihm drauf sitzenden, der soeben eine kleine Frage beantwortet hatte. Diese Hoffnung schwand schon fast und Gustav kämpfte seit geraumer Zeit mehr zu erfahren und das Gespräch nicht enden zu lassen.

„Ich…ich krieg keine Luft mehr“ hechelte der Junge, dessen Lunge den Geist aufgab.

Nicolas, der seinen Besitz nicht gleich wieder verlieren wollte, erhob sich von dem Körper, doch nicht die Umklammerung der Hände loszulassen, und stemmte Gustav zu einer sitzenden Position hin. Der Drummer erfüllte seinen Lungen durch vielen tiefen Atemzüge mit, zwar keiner sauberen und erfrischenden Luft, doch immer hin mit Luft. Der Atem des Entführers strich dem Jüngeren über den Hals. Die Hände hinter dem Rücken zusammengehalten und die Brust deutlich schneller auf und ab gleitend. Das Blut begann durch die Adern zu strömen, was ein Kribbeln und Stechen in einigen Körperteilen hervorrief, ein sehr unangenehmes Gefühl.

Ein heftiges Rütteln unterbrach ihm beim wiederherstellen. Nicolas band seine Hände, an denen die schweren alten Metallketten hingen, mit einem Stück Seil zusammen. Gustav verzog schmerzend das Gesicht.

„Muss das sein“ fragte der Drummer erschöpft und blickte über die Schulter in die dunklen Augen.

„So dumm bin ich nicht!“ erwiderte dieser nur grinsend und band weiter, zuletzt mit einen festen Ruck, gefolgt von einem leisen keuchen.

Mit dem letzten Zug, wagte Gustav etwas sehr gefährliches. Er nutzte Nicolas unachtsame Tat und schlug mit seinem Hinterkopf direkt in das Gesicht des Anderen. Ein Krachen, gefolgt von einem Stöhnen drang in aller Ohren. Der Jüngere wagte seine Chance, in der Nicolas seine Hände losließ um seine schmerzende Nase fest zu halten. Die Müden Knochen gaben, bei dem versuch auf die Beine zu kommen, nach. Gustav versuchte zu kriechen, kam leider nicht weit.

„Verfluchter Mistkerl“ schrie Nicolas und griff nach Gustavs Bein und zerrte ihn zu sich. Der Junge schlug mit dem Kopf auf den Boden auf, doch kampflos aufgeben tat er nicht. Er wand, trat und zerrte. Nicolas hatte große Mühe den zappelten Jungen fest zu halten. Tritte trafen ihn im Bauch und Niere. Es herrschte reinstes Chaos bis Gustav den Ältern einmal zu fest traf. Nicolas keuchte und verzehrte schmerzend das Gesicht. Gustav wagte einen zweiten Versuch, erhob sich ohne gleich wieder einzuknicken und rann los Richtung Tür. Mit, hinter dem Rücken gefesselten Händen, geling ihm nur durch Stoßen mit dem ganzen Köper die Türe zu öffnen.

„KOMM HER“ brüllte Nicolas durch die Halle und lief von schmerzen gekrümmt dem Wegrennenden hinterher.

Dem Schlagzeuger kam frische Luft entgegen und seine Lungen freuten sich sehr darüber. Die Abenddämmerung hatte mittlerweile angebrochen, doch Gustavs Augen waren dem gedämpften Licht gewohnt. Schwer keuchend rann er so schnell er konnte einfach weg.
Schweiß rang ihn in die Augen, blinzelnd suchte er einen Weg aus dem Gebiet.
Komischerweise hörte er Nicolas Stimme hinter sich gar nicht. Vorsichtig wagte er einen Blick zurück und wie vermutet war keiner zu sehen. Durch diese Unachtsamkeit übersah er einen kleinen Steinhaufen irgendeines Gebäudes und stolperte darüber. Vor Schreck entkam dem Mund ein kurzer Schrei. Hart traf er zu Boden auf.
Mühevoll stemmte der Junge sich wieder auf um humpelnd weiter zu laufen. Sein Fußknöchel bekam es ab.

„Du entkommst mir nicht“ erdröhnte eine Stimme nicht weit entfernt.

Ein Blick nach hinten und Gustav erkannte Nicolas grinsend am Ende der Straße. Ihn zu jagen erregte dem Psycho wohl auch noch. Nicolas kam langsam auf ihn zu. Mit beschleunigten Schritten lief der Drummer wie ein gejagtes Tier weiter. Er schlug einen anderen Weg ein, zu seiner Überraschung knallte er dabei gegen etwas seltsam Weiches und warmes.

„Gustav?“

Benebelt sah der Angesprochene auf und blickte genau in die ihm bekannten rehbraunen Augen.
„Bill?“ ungläubig blieben beide wie versteinert stehen „Bill…bin ich froh dich-“

Ein zischender Laut erfüllte die Umgebung mit einem Knall. Gustav brach in Bills Armen zusammen. Eine Kugel aus Nicolas Waffe traf ihm im Rücken. Erschrocken und bewegungsunfähig blickte der Sänger fassungslos zu einem altbekannten und so verhasstem Gesicht.

„Sieh mal eine an“ grinste der Ältere, immer noch mit der Pistole in der Hand. „Wenn haben wir denn da“

Der Verrückte Mann richtete die Waffe nun direkt auf den Sänger. Ehe sich Bill versah ertönte ein weiterer lauter Knall in der Luft, doch nicht ihn traf der Schuss, sondern Nicolas brach keine zehn Metern vor ihm zusammen.

„Sind sie lebensmüde“ drang ihm von hinten eine Stimme entgegen. Dem diese Stimme gehört lief keine Sekunde später an ihm vorbei direkt zu dem am Boden liegenden Mann.

„Er ist tot“ verkündete der Beamte kurze Zeit später und wand sich Richtung Gustav und Bill, „Einen Krankenwagen schnell“

Der bewusstlose Dunkelblonde lag zusammen gebrochen am Boden, umringt seines eigenen Blutes.

…………………………..

„Gustav du sollst dich doch nicht überanstrengen“ mahnte David den am Schlagzeug sitzenden jungen Mann, der mal wieder viel zu ungeduldig war und sich eigentlich noch schonen sollte.
„Du weißt ich kann nicht lange ohne meine geliebten Drumms“ grinste er entschuldigend.

Ein Monat war seither vergangen. Gustav hatte enormes glück gehabt so schnell ins Krankenhaus gebracht geworden zu sein, sonst wäre er an der Schussverletzung, die ihn schwer verletzte, verblutet. Es vergingen Tage in denen sie um sein Leben bangten. Der komplette Körper des Jungen war ziemlich übel zugerichtet. Sobald er die Augen geöffnet hatte, sah wo er sich befand und all die Bekannten Gesichter wieder sah, dauerte die Genesung nicht sehr lange. Ein paar Tage später gab sich Gustav wieder so wie früher. Innerlich hatte er jetzt noch sehr mit dem Geschehenen zu kämpfen. Die Ereignisse holten in meisten in Träumen wieder ein, es würde noch eine Zeit dauern bis er alles verarbeiten würde.

„Können wir?“ mischte sich eine dritte Stimme ein, die eindeutig von Bill stammt, der sich mit einem Mikro bewaffnet zu ihnen ins Studio gesellte. Der Sänger fühlte sich nach dem Gesehene, ebenso wie davor so schuldig was Gustav den ganzen Monat über nicht entging. Dieser war im kein bisschen sauer und nachdem er es dem Sänger endlich klar machen konnte, begannen sie dort weiterzumachen wo sie aufgehört hatten, doch ihr Leben lang geprägt von solch einem schlimmen Ereignis.

„Klar doch…“

~Ende~


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